Pauls Finals-Debüt ein Statement: Suns führen gegen Bucks

Phoenix Suns - Milwaukee Bucks
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Der überragende Mann im Spiel gegen die Milwaukee Bucks: Chris Paul (r) von den Phoenix Suns in Aktion gegen Jrue Holiday (M). Foto: Matt York/AP/dpa Foto: dpa

Von allen Basketball-Profis der Milwaukee Bucks und der Phoenix Suns hat nur einer schon mal in einem NBA-Finale gespielt. Auch für die Anführer Giannis Antetokounmpo und Chris Paul war Spiel eins eine Premiere. Dieses wird zu einem Ausrufezeichen für den Routinier.


Phoenix (dpa) - Im ersten NBA-Finale seiner Karriere war Chris Paul einfach überall. Der 36 Jahre alte Routinier dirigierte seine Mitspieler von den Phoenix Suns mit all seiner Klasse zum 118:105-Auftaktsieg gegen die Milwaukee Bucks.

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Er klaute seinem Gegenspieler einmal den Ball und organisierte den ein oder anderen Pfiff und Freiwurf mit der ganzen Routine aus 16 Jahren in der besten Basketball-Liga der Welt. Die Bucks konnten zwar auf den zuletzt verletzten zweimaligen MVP Giannis Antetokounmpo zählen - doch die Show in Phoenix gehörte ganz eindeutig Chris Paul.

»Wir haben die ganze Saison auf diese Momente hingearbeitet«, sagte die Nummer drei der Suns. »Wir werden weiter machen. Das war nur ein Spiel. Wir müssen konzentriert bleiben.« Zum Titel braucht ein Team vier Siege in den maximal sieben Final-Duellen.

32 Punkte, vier Rebounds und neun Vorlagen verbuchte Paul in den Statistik-Kategorien am Ende, doch sein Wert für die Suns, die noch nie Meister in der NBA waren, ließ sich anhand dieser Zahlen nicht gebührend ablesen. Eher schon an den 16 Punkten, die er allein im überragenden dritten Viertel sammelte und seiner Mannschaft damit den Puffer verschaffte, den die Fans in Arizona bis zum Ende der Partie frenetisch bejubelten. Spiel zwei ist in der Nacht zu Freitag (3.00 Uhr MESZ/DAZN) erneut in Phoenix. Für beide Teams ist es die jeweils dritte Teilnahme an den Finals, die Bucks holten ihren einzigen Titel vor genau 50 Jahren.

»Wenn es so läuft, willst du das Spielfeld einfach gut abdecken und ihn alles orchestrieren lassen. Wenn er in diesem Modus ist, dann füttert uns das«, sagte Suns-Trainer Monty Williams, der zu Beginn seiner Karriere schon einmal mit Paul zusammengearbeitet hatte. »Früher war es so, dass ich alles angesagt habe. Jetzt versuche ich auch oft, ihm einfach nicht im Weg zu sein. Das ist das Verhältnis, das wir inzwischen haben. Da gibt es dieses Vertrauen.«

Auf der Gegenseite musste Antetokounmpo dagegen eine Niederlage in seinem ersten NBA-Finals-Auftritt hinnehmen. Die letzten beiden Spiele in den Eastern-Conference-Finals gegen die Atlanta Hawks hatte er verletzt verpasst, erst kurz vor der Partie gab es das Go. Dann aber spielte der Grieche dem Augenschein nach, als habe es das überstreckte Knie und die Schmerzen nie gegeben. Dass Paul die Partie im dritten Viertel an sich riss, konnte Antetokounmpo allerdings auch nicht verhindern. Am Ende kam der 2018 und 2019 zum wertvollsten Profi der Liga gewählte 26-Jährige auf 20 Zähler, bester Bucks-Werfer war Khris Middleton mit 29 Zählern.

»Er ist ein guter Spieler«, sagte Bucks-Trainer Mike Budenholzer über Pauls Dominanz. »Wir müssen sicherstellen, dass er nicht so einfach auf seine Positionen kommt.« Weil die Suns aber nicht nur aus dem Familienvater bestehen, sondern eben auch die jungen Devin Booker (27 Punkte) oder Deandre Ayton (22 Punkte) in ihren Reihen haben, stehen die Bucks vor einer großen Aufgabe.

© dpa-infocom, dpa:210707-99-286580/4

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