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Per Satzung zum Hausbau

Schönau am Königssee - Mithilfe von verschiedenen Satzungsänderungen will der Gemeinderat Schönau am Königssee mehreren Einheimischen ihre Bauprojekte ermöglichen. Da geht es um Innenbereich und Außenbereich sowie um eine Bebauungsplanerweiterung. Viermal gab es auf der jüngsten Sitzung am Dienstag grünes Licht.

Ein Bauwerber will Baurecht für ein Grundstück erreichen, das unweit der Brutsmühle am Hammerlweg liegt. Hier könnte eine Außenbereichssatzung erlassen werden, dann wäre eine Bebauung des Grundstücks möglich. Allerdings ist dafür die Erschließung des Grundstücks über den Hammerlweg notwendig, der bislang nicht die erforderliche Breite besitzt. Die Gemeindeverwaltung soll, so der Beschluss, die zur Verbreiterung der Straße notwendigen Grundstücksverhandlungen mit den Anliegern führen. Dagegen stimmten nur Johann Hölzl und Johann Schwaiger (FW).

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Ähnlich verhält es sich bei einem geplanten Bauprojekt in der Löslerstraße. Hier will der Antragsteller ein sogenanntes Plus-Energie-Wohnhaus mit sechs Wohneinheiten errichten und das bestehende Zweifamilien-Wohnhaus auf vier Wohneinheiten vergrößern. Das Ganze soll ein auf drei Jahre ausgelegtes Forschungsprojekt der Universität Leipzig werden, weil mit den Gebäuden mehr Energie erzeugt werden kann als sie verbrauchen.

Um hier Baurecht zu schaffen, müsste für den Bereich Löslerstraße 46 bis 54 eine Außenbereichssatzung erlassen werden. Während Landratsamt und Bürgermeister Stefan Kurz hier von einer Baulücke sprechen, befürchtet Johann Hölzl (FW) bei einer Genehmigung Bezugsfälle. »Jetzt fangen wir schon bei vier Häusern mit einer Außenbereichssatzung an, kritisierte er. Der Antrag passierte dennoch das Gremium - allerdings mit fünf Gegenstimmen (Johann Hölzl, Johann Schwaiger und Markus Koll (alle FW) sowie Stefan Lochner und Josef Springl/beide CSU).

Der Erlass einer Innenbereichssatzung war dagegen die Voraussetzung, um eine Teilfläche des Grundstücks neben dem Forsthaus am Königsseer Sieglweg in den Innenbereich einbeziehen zu können. Die Antragstellerin hätte dadurch die Möglichkeit, auf dem Grundstück, das derzeit im Außenbereich liegt und als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, ein Haus zu errichten.

Während Bürgermeister Stefan Kurz und das Landratsamt hier keine Bedenken hatten, brachten die Pläne Beppo Maltan in Rage. Der Gemeinderat der Freien Wähler deutete an, dass es bei der wohlwollenden Behandlung lediglich um die Beziehungen zwischen der BBAG und der Bauwerberin gehe. »Wir schaffen uns durch eine Zustimmung, die eindeutig gegen das Baurecht verstößt, Bezugsfälle ohne Ende«, kritisierte Maltan. »Nicht gut« fühlte sich in dieser Sache auch August Stengle (CSU). Doch der war schließlich der Ansicht, dass man der Bauwerberin dennoch entgegenkommen solle.

Das tat der Gemeinderat dann auch mit seiner Zustimmung. Dennoch gab es vier Gegenstimmen (Johann Schwaiger, Johann Hölzl, Beppo Maltan und Michael Lochner/alle FW).

Baurecht will der Gemeinderat außerdem für ein Grundstück am Schneewinklweg schaffen, indem er es in den Bebauungsplan »Am Tradenlehen« aufnehmen will. Diesen Antrag hatte der Bürger gestellt, der hier ein Wohnhaus errichten will. Die Restfläche des Grundstücks will der Bauwerber nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Kurz der Gemeinde veräußern. Und die könnte auf der Fläche gegenüber der künftigen CJD-Realschule, die derzeit aus Wald besteht, Parkplätze für die neue Schule errichten. Der Beschluss war einstimmig. UK