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Permafrosttag in Berchtesgaden

Berchtesgaden - Über ein vorweihnachtliches Geschenk der besonderen Art konnten sich sowohl das Gymnasium der CJD Christophorusschulen wie auch das Gymnasium Berchtesgaden freuen: Dr. Tina Sanders hielt an beiden Schulen und im Forscher-Café des Schülerforschungszentrums einen Vortrag über Klimawandel und Permafrost.

Die Referentin, Dr. Tina Sanders, bei der Probenahme im Permafrostboden Nordostsibiriens. Foto: privat

Einen wahren Vortragsmarathon hatte Dr. Tina Sanders, vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht bei Hamburg vor sich, als sie am Gymnasium der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden knapp 100 Schüler zu ihrem Vortrag »Welche Folgen hat der Klimawandel auf die sensible Ökologie der Arktis?« begrüßte.

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Dr. Gert Helms, Mitarbeiter des Forschungszentrums Berchtesgaden und Biologie- und Chemielehrer am Gymnasium der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden, war es gelungen, der Referentin das große Interesse der Schulen an diesem Thema zu vermitteln, sodass sich diese bereit erklärte, ihren Vortrag morgens an der Christophorusschule, mittags am Gymnasium Berchtesgaden und abends, im Rahmen des Forscher-Cafés, im Schülerforschungszentrum zu halten.

Insgesamt erreichte sie auf diese Weise ein Publikum von rund 200 Zuhörern. Nach den Worten von Dr. Tina Sanders wird etwa ein Fünftel der globalen Landmasse von Permafrostboden, das heißt von einem Bodenuntergrund, der über mindestens zwei Jahre hinweg nicht auftaut, bestimmt. In diesen Böden ist mehr Kohlenstoff gebunden, als die gesamte belebte Biomasse der Erdoberfläche enthält.

Schon aus diesem Grund sind Rückkopplungen zwischen Klimaerwärmung und Permafrostböden ein interessantes Forschungsgebiet. Aber nicht nur: Berchtesgaden gehört zu einem der wenigen Orte Deutschlands, in deren Nähe es ebenfalls Permafrostböden gibt - nämlich in den Hochlagen von Watzmann und Hochkalter, sodass das Thema einen besonderen Bezug zur Heimat der Zuhörer hatte.

Mit eindrucksvollen Bildern veranschaulichte Sanders die Zusammenhänge zwischen der globalen Erwärmung und dem oberflächlichen Tauen der bis zu 700 Meter tiefen, permanent gefrorenen Böden. Dabei wurde die globale Bedeutung dieses Themas aufgezeigt, sowie die immer noch offenen Fragen, denen sich die aktuelle Forschung widmet.

Daneben berichtete Dr. Sanders mit ebenso vielsagenden Bildern über ihren Forscheralltag im Felde. Die Gymnasien des Talkessels profitierten einmal mehr von der engen Zusammenarbeit untereinander und mit dem Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land, die nicht nur durch Dr. Gert Helms weiter vorangetrieben wird. SrS