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Personalnot zur Unzeit: BVB vor Bayern in Sorge

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Mats Hummels
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Mats Hummels musste gegen England in der 62. Minute verletzungsbedingt raus. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Missmutig und wortlos humpelte Mats Hummels aus der Kabine. Und auch die Dortmunder Führungskräfte Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke verließen das Wembley-Stadion im Anschluss an das 1:0 der DFB-Elf gegen England kommentarlos und mit versteinerten Mienen.


Die Personalmisere zur Unzeit schmälerte die Vorfreude auf den deutschen «Clásico» am Samstag gegen den FC Bayern. Das erste Bulletin von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff machte der BVB-Delegation wenig Hoffnung auf rasche Genesung des Innenverteidigers: «Mats hat beim Aufkommen ein schmerzhaftes Knacken verspürt.»

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Ausgerechnet vor der wohl wichtigsten Woche der Hinrunde mit dem Showdown der Bundesliga-Branchenriesen und dem nicht minder vorentscheidenden Champions-League-Duell mit Neapel droht der Borussia der personelle Notstand. Es passte ins Bild von einer Pechsträhne der Dortmunder, die erst kürzlich den langen Ausfall des am Kreuzband operierten Neven Subotic vermelden mussten, dass auch Linksverteidiger Marcel Schmelzer in der Halbzeit des Länderspiels über Wadenprobleme klagte und ausgewechselt werden musste.

Werden die Befürchtungen wahr, würden am Samstag drei Stammkräfte aus der Viererkette fehlen. In diesem Fall wäre BVB-Coach Jürgen Klopp zu einem Personal-Puzzle gezwungen. Als Hummels-Ersatz käme Sven Bender infrage, dessen Platz im defensiven Mittelfeld der wiedergenesene Kapitän Sebastian Kehl einnehmen könnte. Torhüter Roman Weidenfeller sehnt trotz der ungünstigen Vorzeichen ein Happy End herbei. «Ich hoffe, dass es Mats bis Samstag schafft. Das wäre klasse für die Mannschaft», sagte der Torhüter.

Im Gegensatz zu den Dortmundern halten sich die Verletzungssorgen der Münchner trotz des Ausfalls von Bastian Schweinsteiger in Grenzen. Sowohl Arjen Robben, der sich im Testspiel der Niederländer gegen Japan am Knöchel verletzt hatte, als auch der leicht angeschlagene Franck Ribéry scheinen einsatzbereit. Der Einsatz des in London wegen Beschwerden an der Ferse ausgewechselten Jérôme Boateng dürfte ebenfalls nicht gefährdet sein.

Die Hoffnungen vieler Fußball-Fans, dass der Bundesliga ein ähnlich trister Titelkampf wie in der Vorsaison durch einen Sieg der Dortmunder erspart bleibt, sind in den vergangenen Tagen nicht größer geworden. Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen den FC Arsenal und den VfL Wolfsburg und den wenig erfreulichen Nachrichten aus dem BVB-Krankenlager geht der BVB nicht unbedingt als Favorit in den Gipfel. Dennoch verbreitete der ebenfalls fehlende Nationalspieler Ilkay Gündogan Zuversicht: «Wir haben im Supercup und im Champions-League-Finale gezeigt, dass wir die einzige Mannschaft sind, die dem FC Bayern Paroli bieten kann. Wir glauben an unsere Stärke.»

Doch der Rückstand auf die Münchner beträgt bereits vier Zähler. Ein Sieg des Triple-Siegers hätte nach Einschätzung von Franz Beckenbauer vorentscheidende Bedeutung: «Sieben Punkte Vorsprung würde sich der FC Bayern vermutlich nicht mehr nehmen lassen», sagte der Münchner Ehrenpräsident der «Sport Bild». BVB-Sportdirektor Michael Zorc hofft, dass dieser Fall nicht eintrifft: «Natürlich wollen wir die Bundesliga interessant halten.»