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Petkovics mühsamer Weg zurück - «Braucht Zeit»

New Haven (dpa) - Im zweiten Spiel seit ihrem Comeback gab es für Andrea Petkovic die erste Niederlage. Dennoch ist die Darmstädterin glücklich. Denn endlich kann sie wieder das tun, was sie am liebsten macht: Tennis spielen.

Geduld
Andrea Petkovic braucht noch Zeit um zu alter Form zurückzukehren. Foto: Marijan Murat Foto: dpa

Geduld - bis Ende des vergangenen Jahres gehörte diese Tugend nicht zu den bevorzugten Eigenschaften von Andrea Petkovic. Doch nach fast acht Monaten Verletzungspause, die nur durch ein Kurz-Comeback in Stuttgart im April unterbrochen wurden, hat Deutschlands einst beste Tennisspielerin gelernt, gelassen zu bleiben. Das Achtelfinal-Aus beim WTA-Turnier in New Haven gegen die Slowakin Dominika Cibulkova warf die Darmstädterin deshalb auch nicht aus der Bahn.

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«Ich muss einfach positiv bleiben. Es wird einige Zeit dauern, bis ich wieder mein bestes Tennis spiele», sagte Petkovic nach dem 4:6, 1:6 am Mittwoch. «Mein einziges Ziel ist es erst einmal gesundzubleiben, meinen Rhythmus zu finden und die Unbeständigkeit aus meinem Spiel zu bekommen», sagte die 24-Jährige.

Gegen die an Nummer sechs gesetzte Cibulkova startete Petkovic mies und verlor gleich zweimal ihren Aufschlag. Danach kämpfte sich die Hessin zurück, um schließlich doch den ersten Satz und nach 1:10 Stunden das komplette Match abzugeben. «Ich habe drei, vier gute Bälle gespielt, aber dann kamen Fehler, die ich normal in hundert Jahren nicht machen würde», meinte Petkovic.

«Meine Schläge und die Art, wie ich mich bewege, sind gut. Aber du kannst im Training einfach keine Matches simulieren», erzählte die Fed-Cup-Spielerin. «Wenn der Stress eines Spieles dazu kommt, ist es eine komplett andere Situation. Ich war praktisch acht Monate raus, die fehlende Konstanz in meinem Spiel ist einfach der Preis, den ich dafür bezahle.»

Vor allem der Aufschlag bereitet Petkovic noch große Probleme. Nachdem sie Anfang des Jahres wegen eines Ermüdungsbruches im Rücken pausieren musste, setzte sie im Frühjahr eine Sprunggelenksverletzung außer Gefecht. Der richtige Bewegungsablauf muss sich daher erst noch finden. «Nach meinem Kreuzbandriss vor fünf, sechs Jahren war es genauso. Ich war acht Monate weg, und als ich zurückkam, habe ich einige gute, aber auch einige schreckliche Partien gespielt», erinnerte sich Petkovic.

Doch die Nummer 43 der Welt bleibt vor den am Montag beginnenden US Open ruhig. Petkovic ist einfach nur froh, wieder auf der Tour zurück zu sein. «Immerhin habe ich mir bei diesem Turnier nichts gebrochen. Das ist schon mal ein Fortschritt zum letzten», sagte Petkovic. Und mit Blick auf das neue Jahr gewinnt sie all den Rückschlägen sogar etwas Positives ab. «Ich muss einfach akzeptieren, dass es das schlimmste Jahr meiner Karriere ist. Aber das Gute ist, ich habe im nächsten Jahr keine Punkte zu verteidigen.»

Jahresbilanz Petkovic