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Lob für Verwaltung – Weitere Themen im Gemeinderat waren der wilde Wein an der Turnhalle oder der Breitbandausbau

Pettings Finanzen sind geprüft

Petting – So gut wie keine Beanstandungen hatte der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss.

Den wilden Wein an der Turnhalle lassen oder entfernen? Pettings Gemeinderat votierte mehrheitlich für ein Belassen. (Foto: Höfer)

Die Gemeinderäte Martin Häusl, Philipp Strohmeyer, Josef Stippel und Christian Mayer hatten die gemeindliche Abrechnung für das Jahr 2016 geprüft und nur »banale Sachen« gefunden, wie es Strohmeyer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates formulierte.

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So sollten bei Baurechnungen die einbehaltenen Sicherheiten auf ein eigenes Verwahrkonto übertragen werden, um die Bauangelegenheit selbst abschließen zu können. Lanzinger dankte für den Hinweis, bat aber, die gleichsam zu früh an den Schulplaner überwiesenen 500 Euro nicht mehr zurückzuverlangen, um sie drei Jahre später dann doch auszubezahlen. »Wir haben ein Super-Vertrauen«, bekräftigte er.

Skonto-Nutzung spart der Gemeinde Geld

Skonto-Möglichkeiten seien von der Verwaltung stets genutzt worden, griff Strohmeyer einen anderen Aspekt heraus, was der Gemeinde ebenfalls Geld spare. »Super gearbeitet«, fasst er das Resultat der Prüfer zusammen und bat um Entlastung der Verwaltung. Die erfolgte einstimmig. Geschäftsleiter Reinhard Melz würdigte seinerseits den Sachverstand und die Schnelligkeit der prüfenden Gemeinderäte.

Die überörtliche Rechnungsprüfung stehe »schon ewig aus«, erinnerte Franz Vordermayer. »Eigentlich überfällig«, bestätigte auch Lanzinger, sah die Ursache dafür aber in einem Personalwechsel und in Arbeitsüberlastung. Im Übrigen wisse man auch dort, dass die Haushaltslage in Petting in Ordnung sei, und daher keine Dringlichkeit herrsche.

Ein kleiner Fehler war Melz allerdings schon passiert. Er hatte zwei Buchungen in der Haushaltssatzung übersehen, weshalb die nach Korrektur noch einmal zu beschließen war, um wirksam zu werden. »Fehler aufgrund des Alters«, kokettierte der Geschäftsleiter selbst mit seinen Jahren, was Vordermayer so kommentierte: »Ist eh ein Wunder, dass nicht mehr passiert.«

Soll der wilde Wein an der Fassade der Turnhalle im Rahmen der Generalsanierung erhalten bleiben? Jedenfalls könne man diesen Teil dann nicht weißeln, gab Lanzinger zu bedenken. »Weg damit«, sagte Josef Stippel, während Franz Vordermayer und Theo Pastötter für »lassen« plädierten.

Schatten im Sommer und Lebensraum für Vögel

»Er beschattet im Sommer die Mauer und bietet Lebensraum für Vögel«, so Vordermayer. Als »lebende Wand« beschrieb es der Bürgermeister, und warb ebenfalls für den Erhalt »solange die Pflanze gesund ist«. Wenn der Wein mal weg sei, könne man immer noch streichen, unterstützte das Klaus Haunerdinger. Zehn Räte waren für den Erhalt, vier dagegen.

Elvira Kraller regte an, aufgelöste Grabstellen zuerst im inneren, dem alten Teil des Friedhofs, wieder zu belegen, »weil es sich inzwischen so lichtet.« Ein jeder habe die Wahl, erwiderte Melz, während Vordermayer den Platz als »teilweise brutal eng« empfindet. »Schieben ist nicht so leicht«, sagte Lanzinger dazu. Melz plädierte dafür, im Einzelfall zu entscheiden.

Christian Mayer könnte sich vorstellen, die geplante Urnenwand an der Außenwand des Friedhofs zu platzieren, dort wo eh der Putz abfalle. »Wir machen keine Wand«, widersprach Kraller dem vehement, steht doch auch eine Lösung in Form von Stelen zur Wahl. Als klar wurde, dass Mayer nicht die Außenwand des alten Teils gemeint hatte, sondern »ganz außen«, kam von allen Seiten ein entsetztes »Nie.«

Jeder will Breitband, aber nicht auf seinem Grund

»Die graben direkt an der Straßenkante«, kritisierte Josef Stippel die Arbeiten zum Breitbandausbau. »Nach Gesselberg wird's teuer«, beäugte auch Anton Strasser die durch »schwere Milchwagen teilweise abgebrochene Straßendecke« kritisch. Lanzinger verteidigte das Konzept, vorwiegend auf öffentlichem Grund zu graben. »Entschädigungen an Privat würden teuer«, unterstützte das Reinhard Melz. »Irgendwann kostet das jetzige Verfahren der Gemeinde viel Geld«, warnte dagegen Haunerdinger, während Ludwig Prechtl Kritik anderer Art übte: »Jeder möchte Breitband, aber bitte nicht auf meinem Grund.«

Die Straße an der Ache könne man nicht mehr befahren, so Anton Strasser, »auf dem Bulldog vielleicht noch mit zehn Stundenkilometern.« Er wäre bereit, den Abschnitt herzurichten, nicht aber den Kies hinzufahren. »Gut, wir schütten dir den Kies hin«, kündigte Lanzinger an; generell soll es im April mit dem Bauausschuss einen Gang durch die Gemeinde geben. höf