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Pfaffenfeld könnte erweitert werden

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Eine Möglichkeit für die Neuausweisung von Gewerbegebieten gibt es – laut der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans – am Pfaffenfeld. Die Fläche könnte um 60 980 Quadratmeter erweitert werden. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Die Gemeinde Bischofswiesen ist derzeit mit der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes befasst. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend stellte Bernhard Hohmann vom Planungsbüro Steinert den Stand der Dinge vor.


Bereits gelaufen ist die Trägervoranfrage. Nach der Bürgerbeteiligung – die Pläne sollen über die Homepage und im Rathaus einsehbar sein – werden die Stellungnahmen gesammelt und gesichtet und gehen dann vor der zweiten Verfahrensrunde an die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat.

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Durch verschiedene Neuausweisungen, unter anderem am Stangerfeld und Stangerweg, könnten rund 135 neue Wohneinheiten geschaffen werden. Hohmann hält ein mittelfristiges Bevölkerungswachstum von 0,36 Prozent beziehungsweise 27 Einwohnern pro Jahr für realistisch – vergleichbar der Entwicklung in der Nachbargemeinde Berchtesgaden. Bischofswiesen würde damit von 7 596 Einwohnern im Jahr 2011 auf 8 003 Einwohner im Jahr 2026 anwachsen. Bei durchschnittlich 2,08 Einwohnern je Wohneinheit wären hierfür 196 neue Wohneinheiten notwendig. Mit einem Verhältnis von 31 Prozent Innenentwicklung zu 69 Prozent Neuausweisung stehe Bischofswiesen, so Hohmann, verglichen mit anderen Gemeinden gut da, was das Ziel, den Ortskern zu verdichten und den Flächenverbrauch zu bremsen, anbelange.

Möglichkeiten für Neuausweisungen von Gewerbegebieten sieht Hohmann nördlich des bestehenden Gewerbegebietes am Pfaffenfeld sowie Am Schießplatz. Die Fläche am Pfaffenfeld könne um 60 980 Quadratmeter erweitert, also gut verdoppelt werden, so Hohmann. Die Erweiterungsfläche Am Schießplatz beträgt nur 585 Quadratmeter.

Auch die Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs fließt in den Flächennutzungsplan mit ein. Wichtigstes Projekt in Bischofswiesen ist in dieser Hinsicht der Umbau des Bahnhofs. Dieser Umbau betreffe den gesamten Talkessel, so Hohmann, und sei auch hinsichtlich der Verbesserung der touristischen Infrastruktur von Bedeutung. Für Bischofswiesen als »Durchfahrtsort« sei es wichtig, die öffentlichen Verkehrsmittel zu stärken.

Ein weiterer Punkt wird die Gestaltung des Umfelds Schule-Kirche-Rathaus. Hohmann erklärte, er könne sich an diesem zentralen Platz, der verschiedene wichtige Gebäude des öffentlichen Lebens auf kleinem Raum versammle, eine Art »Campus« vorstellen, etwa mit einer gemeinsamen Mensa für Schule und Rathaus. Hier könnte man Synergieeffekte nutzen.

Demnächst sollen die Pläne für sechs Wochen bis Anfang oder Mitte November öffentlich ausgelegt werden. Der Gemeinderat Bischofswiesens soll dann in seiner November- oder Dezembersitzung über die Stellungnahmen der Bürger und der Träger öffentlicher Belange beraten. Nach deren Einarbeitung werden die Pläne im Januar kommenden Jahres erneut ausgelegt.

Der Gemeinderat billigte den Stand der Planungen einstimmig. Markus Schüssler