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Pflicht statt Prestige: «Liga total Cup» ungelegen

Hamburg (dpa) - Eigentlich wollen sich die Erstligisten auf den Liga-Start in drei Wochen vorbereiten - doch der «Liga total Cup» stört den Rhythmus. Bayern, Dortmund und Co. werden wohl nicht ans Limit gehen.

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Auf das Duo Reus/Götze müssen die Fans verzichten - Götze fehlt wegen Bindehautentzündung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa

«Ich denke nicht, dass wir mit der ersten Elf auflaufen. Auch die anderen werden noch durchwechseln», sagt Borussia Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller vor dem Halbfinale gegen den Gastgeber Hamburger SV am Samstag (16.30 Uhr). Nationalspieler Mario Götze wird wegen seiner Bindehautentzündung fehlen. Das von vielen erwartete Doppel Götze/Marco Reus kommt also wieder nicht zum Einsatz.

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Im zweiten Duell des Tages stehen sich Rekordmeister Bayern München und Werder Bremen gegenüber (18.30 Uhr). Inmitten der Debatte um Nationalstürmer Mario Gomez dürften Trainer Jupp Heynckes sportliche Schlagzeilen ganz recht sein. Präsident Uli Hoeneß hatte die Diskussion zu Wochenbeginn mit der Aussage entfacht, Gomez sei «gut, aber nicht sehr gut». Heynckes reagierte verärgert.

Gut möglich, dass Bastian Schweinsteiger am Wochenende die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Mittelfeldspieler wird erstmals seit dem EM-Aus gegen Italien wieder auflaufen. «Bastian ist in guter Verfassung, er wird auf alle Fälle zum Einsatz kommen», sagte Heynckes. Er habe zuletzt «zwei Tage voll mit der Mannschaft trainiert». Drei Tage nach seinem 28. Geburtstag dürfte Schweinsteiger aber die reduzierte Spielzeit von nur zweimal 30 Minuten entgegenkommen.

In der Vorbereitung der Münchner sind die beiden Begegnungen in der Hansestadt bis dato der härteste Prüfstein. Das Highlight wird aber wohl der Supercup gegen Doublesieger Dortmund am 12. August. Nach Hamburg nimmt Heynckes trotzdem alle verfügbaren Spieler mit - auch die angeschlagenen Franck Ribéry (Schleimbeutelentzündung an der Ferse) und Claudio Pizarro (Hüftprobleme).

Wirklich ernst nimmt die Veranstaltung aber nicht einmal Gastgeber HSV. «Einen Tod müssen wir sterben: Entweder wir konzentrieren uns auf den Cup oder die Liga», sagte Coach Thorsten Fink. Donnerstag und Freitag ließ der 44-Jährige noch jeweils zweimal trainieren. «Ich kann keine Rücksicht auf den Wettbewerb nehmen. Wichtig ist, was in der Saison läuft - nicht davor», meinte Fink, der seinen Abwehrverbund in beiden Spielen unverändert lassen möchte. Offensiv soll jeder Akteur eine Partie spielen.

Am Sonntag treffen erst die Verlierer und anschließend die beiden Gewinner der Semifinals aufeinander. «Nach diesen Spielen wird man sehen, wo es uns noch fehlt», meinte HSV-Kapitän Heiko Westermann.

Während sich alle Aufmerksamkeit auf Bayern, den BVB und Gastgeber Hamburg fokussiert, genießt Werder Bremen eine ruhige Vorbereitung. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Stimmung in beiden Trainingslagern auffallend gut. Manager Klaus Allofs wertet den «Liga total Cup», für den erst rund 40 000 Tickets vergriffen sind, zumindest als «erste Standortbestimmung».

Der am Donnerstag vom Champions-League-Sieger FC Chelsea ausgeliehene belgische Nationalspieler Kevin de Bruyne könnte sein Debüt geben. Neuzugang Eljero Elia ist heiß auf die Rückkehr an seine alte Hamburger Wirkungsstätte: «Wenn sie pfeifen, gibt mir das nur noch mehr Power. Das ist doch klar.»