Beautiful Trauma

Pink singt erneut über komplizierte Liebe

Nach fünf Jahren ohne Album kann man in der Musikbranche durchaus schon von Comeback reden. Lang ist es ruhig um US-Star Pink gewesen, jetzt legt die blonde Powerfrau eine starke Rückkehr hin.

Pink
Pink meldet sich fulminant zurück. Foto: Ryan Aylsworth Foto: dpanitf3

Berlin (dpa) - In ihrer musikalischen Vita reiht sich Hit an Hit: «Get The Party Started», «U And Ur Hand», «Just Like A Pill», «Trouble», «Try», «Raise Your Glass» oder «So What» sind moderne Rock-Pop-Songs. Mal wütend, mal verletzlich.

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Nach fünf Jahren kehrt US-Sängerin Pink jetzt mit ihrem siebten Studioalbum «Beautiful Trauma» zurück. Darauf erfindet sich die 38-Jährige keinesfalls neu, sondern bleibt ihrem Stil treu. Manager Roger Davies nennt die Platte in der «New York Times» eine «Weiterführung früherer Alben».

Aber warum sollte die mehrfache Grammy-Gewinnerin etwas ändern? Mit über 40 Millionen verkauften Alben und mehr als 70 Millionen verkauften Singles gehört die Amerikanerin zu den aktuell erfolgreichsten Musikerinnen des Landes.

Das Hitpotenzial ist auch auf «Beautiful Trauma» groß. Der gleichnamige Song, der das Album eröffnet, geht genauso schnell ins Ohr wie «Where We Go» oder «I Am Here». Zum großen Teil geht es in den 13 neuen Tracks - wie gewohnt - um komplizierte Beziehungen und Trennungen. Und davon kann die zweifache Mutter tatsächlich ein Lied singen. Denn ihre mittlerweile 16 Jahre andauernde Beziehung mit Motocross-Profi Carey Hart ist ein ständiges Auf und Ab, inklusive zweier Trennungen.

In «But We Lost It» singt eine verletzlich wirkende Pink über ihre unglückliche Partnerschaft («Wir hatten alles, aber wir haben es verloren»), in «Revenge» rappt sie darüber, Rache an ihrem Ex zu nehmen («Ich bin verletzt und du fühlst das gleiche, das ist mein Plan»). Für den Song, der auch als Single erscheint, arbeitete die 38-Jährige erneut mit Rapper Eminem zusammen. In seinem Part gibt der seiner Ex-Freundin die Schuld an der Trennung («Du hast mich zuerst betrogen. Du bist eine Schlampe»).

«Jede lange Beziehung läuft mal so und mal so. An manchen Tagen heißt es: 'Ich liebe dich über alles. Du bist wundervoll.' Und an anderen: 'Es gibt nichts, was ich an dir mag'», erzählte die Musikerin kürzlich der «Bild am Sonntag». So sei es auch bei ihr und ihrem Ehemann. «Meine Beziehung ist brutal ehrlich. Wir haben Superzeiten und fiese Momente.» 

Diese Zerrissenheit, die bereits der Albumtitel (übersetzt: «Schönes Trauma») zeigt, zieht sich durch das ganze Album. Dabei besticht vor allem die Liebesballade «You Get My Love», mit der das Album endet. Hier wird Pink, die bürgerlich Alicia Moore heißt, lediglich am Klavier begleitet und zeigt ihre Stimmgewalt. 

Gespannt waren viele Fans, ob der blonde Wirbelwind auch politisch Stellung bezieht. Schließlich hatte sie 2006 in «Dear. Mr. President» den damaligen US-Präsidenten George W. Bush frontal für seine Politik angegriffen. Ein ähnlich offener Brief an Donald Trump bleibt diesmal aus. In ihrer ersten Single-Auskopplung «What About Us» prangert sie dennoch die politische Lage an und fragt: «Was ist mit all den Antworten, die du hattest? Was ist mit all den Plänen, die im Desaster endeten? Was ist mit Liebe? Was ist mit Vertrauen? Was ist mit uns?»

Ähnliches gilt für die Ballade «Wild Hearts», in der sie erklärt, sich nicht den Mund verbieten lassen zu wollen («Es gibt nicht genügend Seile, um mich festzubinden. Es gibt nicht genug Klebeband, um meinen Mund dichtzuhalten. Die Steine, die ihr auf mich werft, lassen mich bluten. Aber ich werde nicht aufhören, bis wir frei sind. Wilde Herzen können nicht gebrochen werden»).

Pink zeigt auf ihrem siebten Studioalbum erneut, wofür sie ihre Fans lieben: ehrliche und schonungslose Texte, gefühlvolle Balladen und moderne Rock-Pop-Songs. Mit diesem bewährten Konzept feiert die 38-Jährige eine starke Rückkehr.

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