Pläne für Geschoßwohnungsbau im neuen Baugebiet Stocket – Objekte sollen vermietet werden

Pläne für Geschoßwohnungsbau im neuen Baugebiet Stocket – Objekte sollen vermietet werden
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Neben rund 100 Einfamilienhäusern sollen nordöstlich des Wohnbaugebiets Stocket im Anschluss an ein Gewerbegebiet (rechts) auch drei Wohnblöcke gebaut werden. Die Ausschreibungskriterien für den Geschoßwohnungsbau wurden vom Stadtrat einstimmig beschlossen. (Foto: Rasch)

Traunreut – In seiner ersten öffentlichen Sitzung in diesem Jahr am Dienstag im k1 hat der Stadtrat die Ausschreibungskriterien für den Geschoßwohnungsbau im neuen Baugebiet Stocket einstimmig festgelegt. Die Objekte sollen ausschließlich vermietet und ein Teil der Wohnungen staatlich gefördert werden.


Die AfD und L!Z-Gruppe hatten kurzfristige Änderungsanträge eingereicht. Die AfD forderte unter anderem, dass die vorgeschlagene, sogenannte einkommensorientierte Förderung (EOF Stufe III) komplett entfallen solle. Bei diesem Modell des sozialen Wohnungsbaus erhält der Mieter einer öffentlich geförderten Wohnung einen laufenden monatlichen Zuschuss, um eine zumutbare Wohnung zu ermöglichen. In ihrer Begründung verweist die AfD auf ein Merkblatt der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt, dass nur kleine Wohnungen mit maximal 75 Quadratmetern gefördert würden und eine Belegungsbindung von mindestens 25 Jahren vorausgesetzt werde. »Wohnraum wird im gleichen Umfang auch ohne (diese) Förderung geschaffen. Ver(sch)wendung von Steuergeldern dafür ist nicht sinnvoll, führt eben nicht zu mehr Wohnraum und ebenso wenig, zumindest im Durchschnitt, zu günstigeren Mieten«, heißt es in der Argumentation der AfD.

Die L!Z-Gruppe hatte beantragt, nicht nur Mietwohnungen, sondern auch Eigentumswohnungen zu ermöglichen. Nach den Vorstellungen des L!Z-Sprechers Michael Mollner könnte ein Block ausschließlich aus Eigentumswohnungen bestehen. Aber gerade davon soll Abstand genommen werden.

Vor dem Hintergrund, dass der Neubau an Eigentumswohnungen in der Stadt gerade boomt und Mietwohnraum zu bezahlbaren Preisen dringend benötigt wird, plädierten die Vertreter der SPD, CSU, FW und Bürgerliste, Christian Stoib, Reinhold Schroll, Konrad Unterstein und Sepp Winkler für Mietwohnungen. Die staatliche Förderung dafür sei unbedingt in Anspruch zu nehmen. »Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, denn auch in Traunreut werden die Mieten immer teurer«, sagte Stoib. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU) schloss sich seinen Vorrednern an: »Wir sollten schon darauf beharren, dass auch Geld nach Traunreut fließt.«

Wie Dangschat eingangs erklärt hatte, sollen in dem neuen Baugebiet neben 101 möglichen Einfamilienhäusern im Osten beziehungsweise im Nordosten im Anschluss an ein Gewerbegebiet auf einer Fläche von über 7000 Quadratmetern drei Wohnblöcke gebaut werden. Der Lärmschutz für das gesamte Wohngebiet soll auf der Süd-, Ost- und Nordseite durch eine Lärmschutzwand gewährleistet werden.

Nachdem sich der Stadtrat im April letzten Jahres dafür ausgesprochen hatte, dass der Geschoßwohnungsbau in kommunaler Form stattfinden soll, habe die Verwaltung Kontakt mit der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Traunstein und dem Zweckverband Heimat.Chiemgau aufgenommen. Beide Gesellschaften hätten jedoch erklärt, wegen unzureichender Ressourcen das Projekt nicht zeitnah verwirklichen zu können. Daraufhin habe man Gespräche mit Gesellschaften aus dem öffentlichen Bereich aufgenommen. »Hier ist eine große Kooperationsbereitschaft zu erkennen. Es liegen uns zahlreiche Anfragen von Regionalbanken und Wohnungsbaugenossenschaften aus der Region vor.«

Weiter teilte Dangschat mit, dass bei einem Workshop im Oktober letzten Jahres unterschiedliche Optionen aufgezeigt worden seien. Dem Ergebnis zufolge sollen die Flächen wie vorgesehen veräußert und die Ausschreibung in einem zweistufigen Auswahl- beziehungsweise Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden. Stufe eins beinhaltet die Interessensbekundung mit einer Auswahl von drei bis fünf Kandidaten und die Stufe 2 eine Bewertung eines durch den Bewerber zu erstellenden Grobkonzepts durch den Stadtrat. Das Ausschreibungsverfahren soll noch im ersten Quartal dieses Jahres begonnen werden, um mit der Umsetzung des Projekts im nächsten Jahr beginnen zu können. Wie den städtebaulichen Zielen des Workshops zu entnehmen ist, sollen nur Mietwohnungen möglich sein und keine Eigentumswohnungen erlaubt werden. Ein Teil der Wohnungen soll – wie oben angeführt – im sogenannten einkommensgeförderten Bereich errichtet werden. Der nötige Lärmschutz soll in das Projekt integriert werden und es wird eine moderne und qualitative Bauform angestrebt.

Weitere Auswahlkriterien sind, dass die Immobilie mindestens zehn Jahre im Besitz der jeweiligen Gesellschaft bleiben muss. Sollte eine Zusicherung über eine längere Laufzeit erfolgen, muss dies positiv in die Bewertung mit einfließen. Sollte die zugesicherte Laufzeit nicht eingehalten werden, ist ein Rückübertragungsrecht einzuarbeiten.

Bei den Wohnungsgrößen hat man sich darauf verständigt, dass Ein-Zimmer-Appartements grundsätzlich ausgeschlossen werden sollen und der Anteil der Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen überwiegen muss. Ziel des Vorhabens ist eine Kombination von frei vermietbaren und mietpreisgebundenen Wohnungen.

Dabei soll ein angemessener Teil an mietpreisgebundenen Wohnungen auf Basis der EOF Stufe III vertraglich fixiert werden. Des Weiteren besteht eine Anschlusspflicht an die städtische Fernwärmeversorgung und innerhalb von fünf Jahren müssen die Wohnblöcke gebaut sein. Mindestens 80 Prozent der Stellplätze müssen laut einer städtischen Stellplatzordnung in einer Tiefgarage nachgewiesen werden. Die Auswahlkriterien wurden einstimmig beschlossen.

ga