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Pläne für Trainingszentrum gehen ins Detail

Schönau am Königssee - Genau 54 kuppelbare Vierer-Sessel ohne Wetterschutzhaube werden die Skifahrer künftig von der zu bauenden Talstation über den Krautkaserhang am Jenner zu der 346 Meter höher liegenden Bergstation am Hohlweg bringen. Die Fahrzeit auf der 989 Meter langen Seilbahn wird 3,63 Minuten betragen, woraus sich eine Förderleistung von 1 800 Personen pro Stunde ergibt. Diese Zahlen erfuhren die Kommunalvertreter am Dienstag im Gemeinderat Schönau am Königssee, der der Eingabeplanung für den Bau des DSV-Trainingszentrums mit fünf Gegenstimmen grünes Licht erteilte.

Erstmals sahen die Gemeinderäte am Dienstag Planungsskizzen der zu errichtenden Bahn-Infrastruktur. Daran war unter anderem zu erkennen, wie die Ein- und Ausstiege in Tal- und Bergstation organisiert werden. Bürgermeister Stefan Kurz informierte auch über einen neu zu bauenden Verbindungsweg von der Bergstation zur Hauptabfahrt.

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Die Eingabeplanung beinhaltet genauso die Erweiterung der Beschneiungsanlage sowie verschiedene Pistenkorrekturen für Boardercross und Skicross im unteren Teil des Krautkaserhangs und für eine Buckelpiste, die anstelle des Waldstreifens zwischen altem Schlepplift und Krautkaserhang angelegt wird. Der 1963 errichtete Lift wird abgebaut, die Talstation soll für die Lagerung von Geräten erhalten werden. Bestehen bleiben soll auch das SKB-Zielhaus unterhalb des Krautkaserhangs.

Zur Verlängerung der Skiabfahrt bis zur künftigen Talstation unterhalb des alten Beschneiungsweihers sind verschiedene Rodungen notwendig. »Das ist zwar ein Eingriff in die Natur, aber der muss durch Ausgleichsmaßnahmen aufgefangen werden«, sagte Bürgermeister Stefan Kurz. Unter anderem ist die Aufforstung des Lawinenstrichs unterhalb des Spinnergrabens vorgesehen.

Weil man die Kosten für diese Ausgleichsmaßnahmen nicht kennt, geht man laut Bürgermeister Kurz derzeit von einer Überschreitung des veranschlagten Kostenrahmens um 160 000 Euro aus. Damit würde das Gesamtprojekt dann 6 460 000 Euro kosten. Die BBAG hatte zur Finanzierung eine Kapitalerhöhung um 2 Millionen Euro beschlossen. Die entsprechenden Aktien würde die Gemeinde kaufen. Bürgermeister Kurz geht allerdings nach wie vor davon aus, dass sich Interessenten finden werden, die zusätzliche Aktien erwerben. Der Anteil der Gemeinde würde sich dadurch verringern.

Zusätzliche Parkplätze oder Zufahrtsmöglichkeiten sind nicht geplant, wie Bürgermeister Kurz auf verschiedene Nachfragen zu verstehen gab. Geparkt werden könne im Bereich des Zielhauses lediglich auf den jetzt schon bestehenden Plätzen. Stefan Kurz: »Es handelt sich ja nur um ein Trainingszentrum, größere Rennen sind nicht vorgesehen«.

Mehrheitlich segnete der Gemeinderat die Eingabeplanung für das Krautkaser-Projekt ab. Die fünf Gegenstimmen kamen von Beppo Maltan, Johann Schwaiger, Johann Hölzl, Markus Koll (Freie Wähler) und Christiane Rußegger (Grüne). UK