weather-image

Platz schaffen für Königsseer Hotelprojekt

2.9
2.9
Schönau: Platz schaffen für Königsseer Hotelprojekt – Abrissarbeiten
Bildtext einblenden
Vom ersten Abbruchgebäude, in dem sich einst das »Live House« befand, ist bereits nichts mehr übrig. (Fotos: Ulli Kastner)

Schönau am Königssee – Das von zahlreichen desolaten Altbauten geprägte Bild des Areals hinter dem Alten Königsseer Bahnhof verändert sich in diesen Tagen. Teil eins der Abbruchmaßnahmen mit der Beseitigung der ersten beiden Gebäude ist fast abgeschlossen. Geplant ist in diesem Bereich der Neubau einer Hotelanlage im 100-Millionen-Euro-Bereich im gehobenen Standard. Das Bauleitverfahren läuft aktuell noch.


Die Abbrucharbeiten begannen vor etwa zwei Wochen am Gebäude des früheren »Live House«, wegen seiner Konzertveranstaltungen vor allem bei jungem Publikum bekannt. Von dem Bau ist mittlerweile nichts mehr übrig, die Bagger wandten sich mittlerweile dem ehemaligen Bettenhaus im hinteren Bereich des Areals zu. Das Gebäude hatte 20 Jahre lang als Unterkunft für Asylbewerber gedient. Auch hier sind die Abbrucharbeiten inzwischen weit fortgeschritten.

Anzeige

»Der Abbruch der beiden Gebäude wurde von der Umweltbegleitung freigegeben«, sagt Architekt Jan Brielmann von der Harlander Baumanagement GmbH. Das ist deshalb erwähnenswert, weil dies für die anderen noch zu beseitigenden Altgebäude derzeit nicht gilt. Hier gab es einen sogenannten »artenschutzrechtlichen Befund«. Gebäudebrütende Vögel haben teilweise Gefallen an den Häusern gefunden. Ein Abbruch wird unter Auflagen erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.

»Mit dem Abbruch der ersten beiden Gebäude wollten wir ein wenig den Zeitdruck rausnehmen«, sagt Jan Brielmann. Seine Hoffnung ist es, dass man in diesem Jahr noch das Bebauungsplanverfahren abschließen kann. Ob das gelingt, hängt in erster Linie von den Stellungnahmen und Einwänden ab, mit denen sich der Gemeinderat noch zu befassen hat. In der Sitzung am 26. Mai wird das Gremium die Ergebnisse der zweiten Auslegung behandeln.

Bildtext einblenden
Das Bettenhaus, einst eine Unterkunft für Asylbewerber, wird aktuell dem Boden gleich gemacht.

Inwieweit die Harlander Baumanagement GmbH an ihren bisherigen Plänen festhalten kann, wird maßgeblich von den Stellungnahmen beziehungsweise Einwänden und der Entscheidung des Gemeinderats abhängig sein. »Es gibt natürlich schon Varianten, aber das Grundkonzept sollte schon so bleiben«, betont Brielmann. Bislang sah das Konzept so aus: ein Stammhaus mit Erdgeschoss, drei Obergeschossen und Dachgeschoss inklusive öffentlicher Gastronomie und großzügigem Wellnessbereich, ein Seminar- und Bettenhaus, ein Familienhaus, ein neues Geschäftshaus an der Seestraße, ein Geschäftshaus von Intersport Renoth als Ersatzbau sowie ein Erweiterungsbau für das bestehende Hotel »Königssee« mit rund 40 Zimmern als Ersatzbau. Die zwischen den Gebäuden entstehenden Gassen sollen ein gestalterisches Element sein. Erhalten wird der denkmalgeschützte »Alte Bahnhof«, der als Gastronomie mit Biergarten und Spielbereich weiterbetrieben wird. Unter all dem wird sich eine zweigeschossige Tiefgarage befinden. Zwischen den Gebäuden wird ein zentraler Platz, eine Art Ortskern, entstehen, der öffentlich zugänglich sein soll.

Dass das Hotel im gehobenen Standard, also im Vier- oder Fünf-Sterne-Bereich, gebaut wird, bestätigt Jan Brielmann. Von »Luxus« will er aber nichts wissen. Ziel sei es, dass sich hier auch der ganz normale Gast wohl fühlt.

Ulli Kastner