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Podestplatz für Bischofswieserin im dritten Rennen

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Anna Berreiter bei ihrem ersten Weltcup-Start in Innsbruck-Igls. Sie musste sich erst an die erhöhte Aufmerksamkeit gewöhnen. (Foto: Hans-Joachim Bittner)

Vor dem Start ist sie teilweise schon nervös, gibt Anna Berreiter preis. Die Nachwuchsrodlerin aus Bischofswiesen, 20 Jahre jung, legt gerade einen steilen Aufstieg in den Eisröhren hin. Dennoch weiß sie nach ihrem ersten Podestplatz im dritten Rennen – Rang 2 in Whistler – den Erfolg gut einzuschätzen.


Als Anna sieben Jahre alt war, also im Winter 2006/07, setzte sich die heutige Sportsoldatin und Sprachen-, Wirtschafts- und Kultur-Studentin im Kreisel der Königssee-Bahn zum ersten Mal auf einen Rennrodel.

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Ihren geradlinigen Weg ging sie bis heute weiter – und er gibt ihr recht: Anna Berreiter erstaunte die Rodel-Welt am vergangenen Samstag in der Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler mit Platz 2 hinter der großen Russin Tatyana Ivanova, aber vor deren Landsfrau Viktoriia Demchenko.

Während der Läufe selbst spürte die Rodlerin vom RC Berchtesgaden nur bedingt, dass es gerade super für sie läuft: »Ich hatte am Start einige Fehler drin, beide Fahrten waren nicht ganz sauber – trotzdem hat es mit Platz 2 geklappt. Einfach super«, strahlte sie im Ziel. Geholfen haben zahlreiche Trainingsfahrten, das »war definitiv gut für mich, weil ich die Bahn ja noch nicht kannte«. Im Anschluss schwärmte Anna Berreiter vom tollen Eis im Westen Kanadas.

Rein äußerlich zeigt Junioren-Team-Europameisterin Anna Berreiter keine Nervosität: »Es ist aber schon noch einmal was anderes, wenn sie dir schon am Start zwei Kameras ins Gesicht halten. Das kannte ich von den Juniorinnen-Rennen natürlich noch nicht«. Besonders war es jüngst in Whistler, als sie als Zweitplatzierte des ersten Laufs schließlich als Vorletzte des finalen Durchgangs oben am Start saß: »Da war ich schon richtig hibbelig.« Kaum in der Bahn »ist aber kein Raum mehr fürs Aufgeregtsein«, sagt die junge Sportlerin, die am Königssee viel mit den »Super-Tobis« Wendl/Arlt und Felix Loch trainiert.

Von diesen Weltklasse-Leuten – Olympiasieger und Weltmeister – schaut sie sich viel ab. Genauso wie von ihrem Top-Trainerteam mit Schorsch Hackl und Patric Leitner aus der Berchtesgadener »Sonnenschein«-Trainingsgruppe. »Das alles bringt mich unglaublich voran«, weiß und schätzt sie.

Die ehrgeizige Rodlerin konnte sich seit ihrem Weltcup-Debüt vor drei Wochen in Innsbruck-Igls (Platz 7) stetig verbessern. »Sicherer werden«, und sich vor allem mit dem gestiegenen Medien-Interesse »anfreunden« lauten nun die weiteren Ziele. Die Abläufe werden automatisch immer routinierter: »Ich weiß jetzt halt schon, was alles auf mich zukommt und kann besser damit umgehen.« In Innsbruck war das alles noch komplett neu für sie und deshalb teils störend, weil es ungewohnt für sie war.

In den kommenden Weltcup-Rennen – das nächste steigt nach der jüngsten Nord-Amerika-Tour am 11./12. Januar in Altenberg – möchte sie weiter Konstanz in ihre teils noch recht unterschiedlichen Läufe bringen. »Und weiter viel Spaß haben.« Denn sie weiß ganz genau: »Ich werde jetzt sicher nicht in jedem Rennen aufs Podest fahren.« Aus den Fehlern lernen und auf dem Boden bleiben ist für die Bischofswieserin enorm wichtig.

Hans-Joachim Bittner