weather-image

Poetisch verklärter Blick auf die Schöpfung

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Barbara Rauch, Ulrike Ruf und Alexander Krins (v. l.) in der Waginger Simeonkirche. (Foto: Barbara Heigl)

Die »Neun Deutschen Arien« von Georg Friedrich Händel, eine musikalische Kostbarkeit, hört man leider viel zu selten im Konzertbetrieb. In dem kleinen Rundbau der evangelischen Simeonkirche in Waging wurden sie im Rahmen der 20. Musiktage in Waging am See von der Sopranistin Barbara Rauch, dem Geiger Alexander Krins und der Traunsteiner Kirchenmusikerin Ulrike Ruf an der Orgel wunderbar beseelt musiziert.


Barbara Rauch hat eine erstaunlich tragfähige und im Körper bestens verankerte Stimme. Obwohl nicht besonders groß, beeindruckt diese Stimme mit ihrer Qualität. Die Arien beinhalten ein wahres Monsterprogramm an ausschweifenden Verzierungen, die einer genauen rhythmischen Einteilung bedürfen. Hier ist körperliche und geistige Höchstleistung gefragt. Allerdings sah oder hörte man dies der Sopranistin nicht an, und so schwebten die Zuhörer auf den sanften Wellen der Musik, die in angenehmster Art und Weise in einem ruhigen, frohen Strome das Kirchenrund füllte.

Anzeige

Konzertbesucher, welche die die Texte der Lieder bereits kannten, dürften sich an der nicht immer deutlichen Artikulation der Sängerin nicht gestört haben, anderen, welche die Arien zum ersten Mal hörten, dürfte so manches Wort unverständlich geblieben sein. Das war ein bisschen schade, denn: »In dem Text der Arien offenbart sich die Empfindsamkeit des Deutschen Pietismus, das irdische Vergnügen in Gott«, erklärte Pfarrer Barthel Pichlmeier zu Beginn den Anwesenden. Die Titel der Arien, wie »Süßer Blumen Ambraflocken«, »Süße Stille, sanfte Quelle«, »Singe, Seele, Gott zum Preise« oder das wunderbare »Meine Seele hört im Sehen«, weisen schon auf den poetisch verklärten Blick hin, der, verbunden mit dem säkularen Pietismus, den Schöpfer aus staunender Erkenntnis heraus so wunderbar zu preisen weiß.

Eingestimmt wurde das Auditorium von dem hochsensiblen und gleichzeitig packenden, eindringlichem Geigenspiel von Alexander Krins mit Händels Sonata in g-Moll HWV 364; von ihm durfte man im Laufe des Konzertabends noch zwei weitere Sonaten hören.

Fein gegliedert wurden die ausschweifenden Melodienbögen von Geige und Gesang durch Ulrike Ruf, die an einem wahren Schmuckstück an Orgel saß.

Mit der Zugabe »Meine Seele hört im Sehen« fand dieses ganz besondere Konzert den perfekten Ausklang. Barbara Heigl