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Pokal-Drama mit Happy-End - Personalsorgen trüben BVB-Freude

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BVB-Coach
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Dortmunds Trainer Lucien Favre war nach Schlusspfiff nicht nach großem Jubeln zu Mute. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

An Halloween kam der BVB mit dem Schrecken davon. Wie schon in der ersten Runde bei der SpVgg Greuther Fürth bewahrte Marco Reus sein Team mit einem Last-Minute-Treffer zum 3:2 gegen Union Berlin vor einem frühen Pokal-Aus. Doch die Freude wurde getrübt.


Dortmund (dpa) - Am Ende der Zitterpartie verspürte Lucien Favre wenig Lust zu ausgelassenem Jubel.

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Den späten Elfmetertreffer von Marco Reus in der Nachspielzeit der Verlängerung zum 3:2 (2:2, 1:0) über den tapferen Zweitligisten Union Berlin feierte der Trainer von Borussia Dortmund eher verhalten. Zu seiner großen Erleichterung ersparte ihm das Happy End leidige Diskussionen über seine riskante XXL-Rotation. Auf die dürftige Vorstellung seiner B-Elf im DFB-Pokal ging der Schweizer nur kurz ein und bevorzugte stattdessen eine pragmatische Sicht der Dinge: »Wir sind durch. Nur das zählt.«

Der mutige Schachzug des Fußball-Lehrers, die Startelf gleich auf sieben Positionen zu verändern, wäre beinahe bestraft worden. Zweimal glichen die Berliner im Duell der bisher ungeschlagenen Teams durch Joker Sebastian Polter (63./88.) aus und waren zu Beginn der Verlängerung der Führung nahe. Doch wie schon in der ersten Pokalrunde bei der SpVgg Greuther Fürth wendete der BVB durch einen Treffer von Reus in der 121. Minute das drohende Aus ab. »Es zeichnet uns im Moment aus, dass wir nicht die Nerven verlieren, konzentriert bleiben und wissen, dass wir vorne ein Tor machen können«, kommentierte Mittelfeldspieler Julian Weigl.

Dennoch wurde deutlich, dass der Zauber des Dortmunder Spiels ohne erst später eingewechselte Leistungsträger wie Reus, Axel Witsel und Jadon Sancho schnell verloren geht. »Wir haben nicht gut verteidigt. Es waren Spieler dabei, die keinen Rhythmus haben«, sagte Sportdirektor Michael Zorc, äußerte aber Verständnis für die Personalpolitik des Trainers: »Das war alternativlos. Du kannst nicht jeden dritten Tag mit den selben elf durchspielen.« Ähnlich sah es Kapitän Reus und verwies auf die anhaltende Terminhatz mit nun anstehenden Spielen beim VfL Wolfsburg, bei Atlético Madrid und gegen den FC Bayern: »Einige von uns waren am Limit.«

Der Coach wird auch in den kommenden Wochen zu Umstellungen gezwungen sein. Die Verletzung von Abdou Diallo, der sich nach erster Diagnose eine Adduktoren-Verletzung zuzog und schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt wurde, vergrößert die Personalsorgen in der Abwehr. Schließlich musste Favre zuletzt bereits auf Manuel Akanji, Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek verzichten. »Wir haben zwar einen großen Kader. Aber die Verletzungen ballen sich in der Defensive«, klagte Zorc. Zudem kann der Spitzenreiter für die Bundesliga-Partie am Samstag beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) nicht mit Angreifer Mario Götze planen, der wegen einer Bronchitis ausfällt.

Nicht nur die Dortmunder Profis ließen sich nach der Zitterpartie von ihren Fans feiern. Auch die Berliner nahmen sich Zeit für ihre applaudierenden Anhänger und schlüpften durch ein eigens geöffnetes Stadiontor in den mit rund 8000 Zuschauern gefüllten Gäste-Block. »Wir haben ein tolles Spiel gezeigt und waren ganz nahe an einer Sensation. Die Freude und der Stolz überwiegen«, kommentierte Trainer Urs Fischer.

Pluspunkte sammelte vor allem der in der 61. Minute eingewechselte Polter. Nach seinen zwei Treffern darf der von einem Achillessehnenriss genesene Angreifer auf seinen ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison am Sonntag in Regensburg hoffen: »Ich bin über jede Spielzeit froh. Und Tore geben immer Selbstvertrauen.«

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