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Rauschgift in Hosentasche und in Wohnung gefunden – Auto fährt Kramperl über den Zeh

Polizei nimmt aggressiven 34-Jährigen fest

Berchtesgaden – Gemischt fällt aus Sicht der Polizei das Fazit zu den beiden Nikolaus- und Buttnmanndltagen in Berchtesgaden aus. Während der traditionelle Umzug der Bundeswehr reibungslos verlief, gab es am Freitagabend einiges für die Beamten zu tun. Dies glich der Samstagabend jedoch mit ruhigem Verlauf wieder aus.

Am Verhalten der Kramperl hatte die Polizei heuer nichts zu beanstanden. Allerdings schlugen einige Zuschauer über die Stränge. (Foto: B. Stanggassinger)

Wie seit über 50 Jahren der Brauch, zogen die Gebirgsjäger mit ihrem Nikolaus und den Kramperln am Freitagnachmittag von der Kaserne in Strub bis in den Markt Berchtesgaden. Um die Verkehrssicherheit für den Nikolaus mit seinen wilden Gesellen samt Kutschen mit Musikanten und Engerln sowie einigen Mulis der Tragtierkompanie zu gewährleisten, sicherten die Beamten der Polizei Berchtesgaden die gesamte Strecke ab, wozu auch kurzfristige Sperrungen notwendig waren. Trotz regen Verkehrsaufkommens und großen Besucherandrangs verlief der Umzug ohne jegliche Probleme.

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Anders stellte sich dann der Abend dar. Unterstützung hatten die Berchtesgadener Beamten vom Einsatzzug Traunstein bekommen. Obwohl gut aufgestellt, waren an diesem Abend die Einsatzkräfte nahezu durchgehend gefordert. Bereits gegen 18 Uhr attackierte ein 34-jähriger Einheimischer in der Königsseer Straße massiv einen jungen Mann. Auch die anrückenden Beamten konnten den Aggressor nicht beruhigen, sodass er gegen heftigen Widerstand, der sogar den Einsatz von Pfefferspray notwendig machte, festgenommen werden musste. Dabei sparte der 34-Jährige nicht mit üblen Beschimpfungen und Beleidigungen gegen die Beamten. Aus Eigensicherungsgründen wurde der schwer alkoholisierte Mann durchsucht, wobei auch noch ein Brocken Haschisch in seiner Hosentasche aufgefunden wurde.

Nach Rücksprache mit den Justizbehörden durchsuchten die Unterstützungskräfte aus Traunstein schließlich noch die Wohnung des Mannes, wobei eine weitere geringe Menge Rauschgift gefunden wurde. Zur Ausnüchterung blieb der Einheimische über Nacht in der Polizeizelle. Ihn erwarten nun Strafverfahren wegen versuchter Körperverletzung und Bedrohung, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung sowie wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Gegen 19 Uhr kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Beteiligten im Bereich des Hotels »Edelweiß«. Ein junger Mann wurde dabei von einem 22-Jährigen schwer an der Nase verletzt. Hier besteht noch weiterer Klärungsbedarf. Die Situation konnte von den Beamten beruhigt werden.

Noch bis Mitternacht mussten die Beamten im Bereich der Fußgängerzone immer wieder eingreifen, um offensichtlich alkoholisierte junge Männer in auffällig aggressiver Stimmung, teilweise auch in Gruppen, voneinander fernzuhalten.

Unbekannte haben in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Berchtesgadener Bräuhausstraße insgesamt elf Fensterscheiben an drei verschiedenen Gebäuden eingeschlagen. Es entstand Sachschaden in Höhe von rund 1 500 Euro. Hier sucht die Polizei Zeugen.

Einen gequetschten Zeh trug am Samstag ein Kramperl davon, nachdem ihm ein Pkw in Berchtesgaden über den Fuß gefahren war. Das Kramperl sicherte gegen 22.20 Uhr in der Maximilianstraße seine Buttnmanndl gegen den rückwärtigen Verkehr ab und stand im Bereich des Mittelstreifens. Ein Pkw-Lenker ignorierte das Anhaltezeichen und fuhr ganz knapp am Kramperl vorbei. Dabei überfuhr er den rechten Fuß des jungen Mannes. Der Pkw-Lenker setzte seine Fahrt in Richtung Von-Hindenburg-Allee fort. Von dem unfallflüchtigen Fahrzeug ist nur bekannt, dass es sich um einen dunklen Pkw, vermutlich VW, gehandelt hat. Trotz stabilen Bergschuhs wurde der rechte große Zeh des Kramperls gequetscht. Nach der Erstversorgung fuhr der Sanka den Verletzten in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 08652/94670 zu melden.

Im Bereich Maximilianstraße/Griesstätterstraße galt es immer wieder, größere Menschenansammlungen vom Fahrzeugverkehr wegzuhalten, was ohne größere Probleme gelang. Ein 14-jähriger Bub hatte offensichtlich zu tief ins Glühweinkrügerl geschaut und musste vom BRK ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ansonsten verlief dieser Abend aus polizeilicher Sicht ohne besondere Vorkommnisse. Das Verhalten der Bassmitglieder war nach polizeilichen Erkenntnissen an beiden Tagen nicht zu beanstanden. fb