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Polizei will über Facebook Verständnis für Blitzer erhöhen

Göttingen (dpa) - In einer großen Blitzer-Aktion will die Polizei Göttingen Jagd auf Temposünder machen - und alle Standorte der Radarfallen erstmals gleichzeitig im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichen. An 60 mobilen Stellen wollen die Beamten zusammen mit den Behörden der Kommunen an diesem Mittwoch kontrollieren.

Foto: dpa-Archiv/Sven Hoppe

Was genau hat die Polizeidirektion geplant?

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Auf der Facebook-Seite «www.facebook.com/pdgoettingen.aktuell» will sie am Mittwoch von 6.00 bis 23.00 Uhr alle 60 Kontrollstellen im südlichen Niedersachsen veröffentlichen. Die extra für diese Aktion eingerichtete Seite kann auch ohne Facebook-Account aufgerufen werden. Die Angaben sollen tagsüber aktualisiert werden - immer dann, wenn Kontrollstellen verlegt werden.

Wie funktioniert der Abruf der Blitzerdaten?

Die Seite zeigt jedem Besucher, wo derzeit geblitzt wird. Ein Klick auf die «Gefällt mir»-Schaltfläche ist nicht notwendig, erhöht aber den Nutzen. Denn wer auf diesen Button klickt, erhält die aktuellen Informationen über die Blitzer-Standorte auf seiner persönlichen Facebook-Startseite. So kann man sich über das Smartphone jederzeit auf dem Laufenden halten.

Was ist das Ziel der Aktion?

Es geht vor allem um mehr Verständnis für die ungeliebten Blitzer. Die Aktion soll zeigen, dass es nicht um Abzocke geht, sondern um einen sicheren Verkehrsfluss. Die Polizei arbeitet mit Facebook, weil hier vor allem junge Menschen aktiv sind, die als Fahranfänger für die Risiken im Straßenverkehr sensibilisiert werden sollen. Generell will die Polizei künftig stärker über das soziale Netzwerk mit den Menschen in Kontakt treten - und dadurch auch die Zahl ihrer Facebook-Fans erhöhen.

Wie beurteilen Experten die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit?

Der Verkehrsclub Deutschland erwartet keinen dauerhaften Nutzen von der Aktion. Autofahrer würden am Mittwoch vermutlich zwar häufiger den Fuß vom Gaspedal nehmen, aber nicht dauerhaft ihr Fahrverhalten ändern, heißt es beim Verkehrsclub. Der ADAC hingegen kann sich mit der Aktion anfreunden. Die Gefahr, dass Autofahrer permanent ihr Smartphone im Blick haben, um die aktuellen Blitzer-Standorte zu erfahren, sieht der Verband nicht. «Während der Fahrt kommt eigentlich keiner in die Versuchung, eine ganze Facebook-Seite zu lesen», sagt ADAC-Jurist Jost Kärger.

Welche Chancen hat die Polizei, so ihr Image zu verbessern?

Mit dem Facebook-Auftritt gibt sich die Polizei einen modernen Anstrich. Doch will sie damit den Kontakt zu jungen Menschen dauerhaft verbessern, muss sie am Ball bleiben. «Es kommt darauf an, ob es gelingt, wirklich einen Dialog zu führen», meint Christopher Buschow vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

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