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Rosenheimer Rotlichtszene im Fokus der Polizei – Menschentraube wollte Festgenommenen befreien

Polizisten bei Razzia in Rosenheimer Bordell bedrängt

Rosenheim – Kriminalbeamte, etliche Streifenwagenbesatzungen und die Steuerfahndung waren am Mittwochabend an einer Kontrollaktion in einem Bordell in der Innenstadt beteiligt.

Bordellrazzia
Foto: Caroline Seidel (dpa-Archiv)

Vor dem Etablissement war es im Rahmen einer Festnahme vor wenigen Tagen erst zu einem Landfriedensbruch gekommen, bei dem aus einer Gruppe von bis zu 35 Personen heraus, Polizeibeamte massiv angegangen worden waren. Deshalb sucht die Kripo Rosenheim Zeugen, die Hinweise geben können.

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Am Sonntagmorgen war ein 31-jähriger Mann in der Münchener Straße vorläufig festgenommen worden. Die Betreiberin eines Bordells hatte die Polizei gerufen, weil es mit dem 31-Jährigen einen Streit gegeben hatte. Im Auto des Mannes lagen auf dem Beifahrersitz ein Messer, ein Hammer und ein weiteres Werkzeug, der Fahrer war außerdem alkoholisiert.

Während der Festnahme auf offener Straße kam eine Gruppe aus 25 bis 35 Personen hinzu, deren Mitglieder die Polizeibeamten erst bedrängten und provozierten, dann sogar angingen. Nur durch den Vorhalt der mitgeführten Maschinenpistole und durch lautstarke Warnungen konnten die Beamten verhindern, dass der festgenommene 31-Jährige von der Gruppe befreit und die Polizisten selbst nicht attackiert wurden. Mehrere Personen aus der Gruppe konnten identifiziert werden, es handelt sich dabei um amtsbekannte Männer aus Rosenheim und dem Landkreis. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruchs, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.

Zeugenaufruf

Die Identitäten der meisten Tatverdächtigen stehen jedoch noch nicht fest, weshalb die Rosenheimer Kriminalpolizei nach Zeugen sucht, welche den Übergriff beobachtet haben oder die sonst Angaben zur Sache machen können. Hinweise werden unter der Telefonnummer 08031/2000 an die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim erbeten.

Ziel der Kontrolle in dem Bordell war zum einen die Überprüfung der Frauen, die dort arbeiten und die Überprüfung des Betriebes, zum anderen aber auch, Informationen zu den Hintergründen und den Zusammenhängen des Übergriffs vom Sonntag zu erlangen.

Polizeioberrat Volker Klarner, seit vier Wochen Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, äußert sich dazu unmissverständlich: "Wir überwachen die Szene in Rosenheim genau und bekämpfen gemeinsam mit der Kripo Rosenheim Straftaten in dem Milieu mit aller Konsequenz. Menschenhandel, Zwangsprostitution, sexuelle Ausbeutung, Zuhälterei, illegales Glücksspiel und alle Formen von Straftaten mit Milieubezug stoßen bei uns auf null Toleranz. Übergriffe, wie der vom Sonntagmorgen auf meine Kolleginnen und Kollegen darf es in Rosenheim nicht geben! Wir setzen alles daran, die Verantwortlichen und alle Beteiligten zu ermitteln."