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Polkas, Tangos und eine Prise Rock'n'Roll

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»Wuid und dahoam«, das sind fünf hochkarätige Musiker mit großer stilistischer Bandbreite, die sich in der Volksmusik genauso dahoam fühlen wie in der Klassik und im Jazz. (Foto: Heel)

Musiklehrer gehörten auch auf die Bühne, denn das wirke sich positiv auf den Unterricht aus, meinte Heinrich Albrecht, der Leiter der Musikschule Traunstein, bei seiner Begrüßung der rund 160 Besucher, die zum Konzert der Band »Wuid & Dahoam« ins Traunsteiner Kulturzentrum gekommen waren. Ein Auftritt im Rahmen der Traunsteiner Sonntagskonzerte, die für Musiklehrer aus der Region ein Podium bieten und nicht nur deswegen immer beliebter werden.


Aus einem Trio hervorgegangen, dem noch Heinrich Albrecht angehört hatte, agieren bei »Wuid & Dahoam« heute Elisabeth Urban (Violine), Andreas Niedermaier (Ziach), Sebastian Krause (Horn), Johann Schmuck (Bassposaune/Alphorn) sowie Thomas Hartmann (Klavier). Fünf hochkarätige Musiker mit großer stilistischer Bandbreite, die sich in der Volksmusik genauso dahoam fühlen wie in der Klassik und im Jazz und als Ensemble Klänge zu Gehör bringen, die so neu wie aufregend sind. Wie zum Beispiel bei Herbie Hancocks »Watermelon Man«, der nach einer Polka und einer Landlerrunde auf dem Programm stand. Da übernahm Johann Schmuck an gleich zwei Alphörnern die Basslinie und fügte so dem lässigen Sound des von eingängigen Rhythmen bestimmten Stücks eine wahrhaft originelle Note bei.

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Schmuck war es auch, der anschließend bei Thomas Hartmanns »Late Night Folge sowieso« informativ und witzig Instrumentenkunde betrieb und verschiedene Signale des Alphorns zum Besten gab, darunter auch Töne, die Emotionen wie Freude oder Ärger ausdrücken sollten. Danach trat Elisabeth Urban auch als beachtliche Sängerin hervor und erfreute das Publikum mit einem Song von Alicia Keys, bevor es nach einem Ausflug in Reggae-Gefilde und dem von Urban furios gespielten »Czardas«, dem vermutlich bekanntesten Werk des italienischen Komponisten Vittorio Monti, in die Pause ging.

Eine kleine Entschädigung für den weitgehend ausgefallenen Winter lieferte Urban wenig später mit ihrer mitreißenden Interpretation von Antonio Vivaldis »Der Winter«, und weil heuer auch kaum Wintersport möglich war, wurden die Zuhörer mittendrin aufgerufen, einige Übungen aus dem Bereich der Kinesiologie mitzumachen. Nach einem Abstecher zu Astor Piazollas »Ave Maria«, dem noch sein »Libertango« folgen sollte, bot Hartmann dann mit dem Stück »A Schmetterling in der Kirch'« eine reizvolle Eigenkomposition, bevor es mit »Mozarts »Türkischem Marsch«, auf ganz eigene Weise gespielt, in die Endrunde ging.

Mit dem Zuruf »Seid ihr bereit für Rock'n'Roll« eröffneten die fünf Musiker ihre erste Zugabe und begaben sich sogleich auf den »Highway To Hell«, an dessen Ende die zweite Zugabe wartete, ein himmlisch am Alphorn geblasenes »Amazing Grace«.

Wolfgang Schweiger