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»Polonia Ouvertüre« und Wiener Polka

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Fred Ullrich (von links), Cora Stiehler, Thorsten Köpke und Barbara Eger sind Meister ihres Instruments und definieren »Streichquartett« neu. (Foto: Janoschka)

Die typischen Accessoires auf der Bühne der Konzertrotunde – weinrote Hussen für die Notenständer mit antiken Messinglampen – kündigten die vier Musikerinnen und Musiker an, deren Markenzeichen der edle Smoking und das Abendkleid mit dem dazu passenden Weinrot bei Schärpe, Fliege oder Jäckchen ist. Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal des Salonquartetts »Reich an Hall« – Fred Ullrich und Cora Stiehler (Violinen), Thorsten Köpke (Viola) sowie Barbara Eger (Violoncello) – ist jedoch die Tatsache, dass die meisten ihrer Interpretationen vom ersten Geiger Fred Ullrich für Streichquartett eingerichtet wurden.


Für das Programm »Richard Wagner und Zeitgenossen«, das sie auch beim Kongress der Wagner-Verbände in München spielen werden, hatten sie, außer einigen stark gekürzten Werken von Richard Wagner, auch solche seiner Zeitgenossen ausgewählt. Dazu gehörten Orchesterwerke ebenso wie Klavierstücke, deren kompositorischen Besonderheiten sich in dem widerspiegelten, was die einzelnen Streichinstrumente in transparenten Linien aussagekräftig erklingen ließen.

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»Manchen Menschen geht die Seele auf, wenn sie Wagner hören, manchen verschließt sie sich aber auch«, sagte Fred Ullrich in seiner Begrüßung und führte die Zuhörer im Folgenden charmant durch das Programm. »Die Stücke des Abends haben sie vermutlich so noch nicht gehört,« war sich Ullrich sicher, denn erstens handelte es sich um teilweise selten gespielte Werke, andererseits waren es Erstaufführungen, da sie im Original nicht für Streichquartett komponiert waren.

Das Quartett stellte die »Polonia Ouvertüre« des 23-jährigen Richard Wagner sowie einen Walzer, eine Polka und den Kaisermarsch aus dessen Feder »Isoldes Liebesverklärung« sowie »Brünnhildes Entschlafen und Feuerzauber« gegenüber und malte ein abwechslungsreich koloriertes Bild der musikalischen Landschaft rund um den Komponisten Richard Wagner.

Dazu gehörten die Streichersinfonie Nr. 8 in D des jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy und ein Walzer von Carl Maria von Weber ebenso wie die Vergnügungszug-Polka von Johann Strauss Sohn und die »Ecossaise« op. 83 von Ludwig van Beethoven, die in der Version für Streichquartett alle äußerst reizvoll klangen. Mit der Zugabe »Rheingold« in zwei Minuten von Gottfried Sonntag (1846-1921) entließ das Salonquartett die begeisterten Zuhörer mit einem »reichhalligen« Augenzwinkern in die Nacht. Brigitte Janoschka