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Positives Fazit nach 25 Jahren Städtebauförderung

Waging am See. Es war nur eine kleine Feier, sie symbolisierte aber den Abschluss eines 25 Jahre währenden Prozesses in Waging: Die Eröffnung der Bahnhofstraße war gleichzeitig der Abschluss der Sanierung im Rahmen der Städtebauförderung. 2,5 Millionen Euro sind seitdem insgesamt dafür ausgegeben worden. Die Marktgemeinde hat sich in dieser Zeit richtig herausgeputzt – auch weil viele Privatleute das kommunale Förderprogramm in Anspruch genommen und ihre Häuser mit öffentlichen Zuschüssen renoviert haben.

»Alle bereit?« scheint Bürgermeister Herbert Häusl (von links) fragen zu wollen, und alle zücken die Scheren: Dagmar Bayer und Irina Spengler von der Regierung von Oberbayern, Bauleiter Franz Schwangler und Martin Straßer vom Planungsbüro Straßer und Partner. (Foto: H.Eder)

Das unbeständige Wetter verhinderte ein großes Volksfest im Freien. So beschränkte sich die Prominenz auf einen kurzen Rundgang durch die neugestaltete Straße, nachdem die Vertreter von Gemeinde, Planungsfirmen und Regierung von Oberbayern ein weiß-blaues Band durchschnitten haben. Die Ansprachen und das gemütliche Beisammensein der Anlieger fanden dann doch in einem kleinen Fest statt, musikalisch untermalt von der »Xodlochmusi«.

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Die innere Bahnhofstraße – saniert wurde ja nur ein Stück– habe durch die Sanierung eine wesentliche Aufwertung erfahren, stellte Bürgermeister Herbert Häusl fest. Er beschrieb die einzelnen Bauarbeiten und hob heraus, dass von privat auch etliche Fassaden verbessert wurden, wobei noch nicht alles abgeschlossen sei. Mit Bäumen und Blumenrabatten sei das Straßenbild aufgelockert worden. Offenbar seien die Bürger zufrieden, denn er habe bisher noch keine Kritik gehört, nicht einmal von den sicher etwas geplagten Anliegern, denen er für ihr Verständnis dankte. Weiterer Dank galt den Planern und den Firmen. Die Kosten gab Häusl mit rund 278 000 Euro an.

Weiter ließ er die zahlreichen Maßnahmen der Städtebauförderung Revue passieren. Dafür war eine wichtige Voraussetzung die Umleitung der Staatsstraße 2104 nach Aichwies; zuvor war die Staatsstraße quer durch Waging verlaufen, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen könne. Ein weiterer großer Schritt war die Änderung der Verkehrsführung im Ort mit den bekannten Einbahnstraßen. Während dieses Prozesses hätten zwar Bürgermeister und Gemeinderäte einiges auszuhalten gehabt, aber man habe die bis heute bestehende Regelung durchgesetzt, weil »es auch vernünftig war«.

Nach seinem Rückblick auf all die vielen Maßnahmen, einschließlich der Renovierung des alten Pfarrhofes und des Blättlerhauses, stellte Häusl fest, das kommunale Förderprogramm habe kaum irgendwo sonst so gegriffen wie in Waging. Die Städtebauförderung sei ein Segen für den Ort gewesen. Besonders lobte Häusl das Planungsbüro Straßer und Partner, das alles geplant und begleitet habe.

Dessen Chef Martin Straßer blickte ebenfalls auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Und er stellte fest, dass sein Büro in dieser Zeit mit vier Gemeinderäten und drei Bürgermeistern zu tun gehabt habe. Dennoch seien alle Wechsel problemlos abgelaufen. Waging sei heute »eine Art bayerische Mustergemeinde«, da sich in der Ortsmitte tatsächlich der kirchliche wie auch der politische Mittelpunkt befinde. Durch die Neugestaltungen sei vor allem die Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte wesentlich aufgewertet worden. Auch er würdigte alle Akteure von der Gemeinde bis zu den Baufirmen.

Dagmar Bayer von der Regierung von Oberbayern hat die Waginger Städtebauförderung auch fast seit den Anfängen begleitet. Auch sie freute sich, dass die Bürger das Förderprogramm in Anspruch genommen und die Fassaden ihrer Häuser verbessert haben. Das sei für die Gesamtwirkung besonders wichtig. In Waging sehe man dies besonders deutlich. Insgesamt habe die Städtebauförderung ein tolles Ergebnis gebracht. he