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Preisträger-Konzert »Bestnoten hören«

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Wie von einem anderen Stern: Catalina Pires bewies herausragendes Talent auf der Gitarre. Sie war die jüngste Preisträgerin beim Konzert »Bestnoten hören«. (Foto: Janoschka)

Mit einem abwechslungsreichen Programm auf hohem Niveau hat die Bad Reichenhaller Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christian Simonis die Talente von acht jungen Musikern aufblühen lassen, die ihr Können bereits bei verschiedenen Wettbewerben von »Jugend musiziert« unter Beweis gestellt hatten.


Anna-Maria Schuhböck (geboren 1999) präsentierte sich mit dem 3. Satz Rondo Allegretto aus Carl Maria von Webers (1786-1826) Konzert für Klarinette Nr. 1 f-Moll, op. 73. Tänzerische Passagen stellte sie musikalisch den lang ausgehaltenen Legato-Tönen gegenüber und verband die einzelnen Teile des Rondos mit spannungssteigernder Dynamik.

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Mit der Bewusstheit eines reifen Musikers

Die Oboe scheint David Ebner, 15 Jahre alt, auf den Leib geschnitten zu sein. Mit einer stupenden Atemtechnik und musikalischem Einfühlungsvermögen in den Zusammenklang mit dem Orchester ließ der junge Musiker den 1. Satz Allegro moderato des Konzerts für Oboe und Streicher a-Moll von Ralph Vaughan Williams (1872-1958) mit der Bewusstheit eines reifen Musikers erklingen. 2014 hatte er den hervorragenden zweiten Preis im Fach Klavier, im Jahr 2015 im Fach Oboe solo beim Bundeswettbewerb gewonnen.

In dem Werk »Kol Nidrei« op. 47 für Violoncello und Orchester von Max Bruch (1838-1920) bewies Helena Dechentreiter, 14, ebenfalls auswendig spielend und ganz in sich versunken, eine wunderbar samten-singende Klanggestaltung mit virtuos gespielten Verzierungen in der ansonsten getragenen Komposition. Das »Concerto in One Movement« für Bassposaune von Alexander Lebedev (geb. 1959) bot in einer beeindruckenden Interpretation Felix Schlüter dar – zweiter Preisträger beim Bundeswettbewerb – der mit 19 Jahren bereits Träger des Jugendkulturpreises der Stadt Freising ist und schon erste Orchestererfahrungen im Landes- und Bundesjugendorchester gesammelt hat.

Mit dem 3. Satz Rondo Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Konzert für Horn und Orchester Nr. 3 Es-Dur KV 447 eröffnete der erst 13-jährige Leonhard Ritthaler, zweiter Preisträger im Landeswettbewerb, die Reihe der Höhepunkte nach der Pause. In einem liebevoll gewählten Tempo angesichts dieses musikalisch anspruchsvollen Werks stellte er sein großes Talent auf seinem Instrument wunderbar unter Beweis.

Der 1998 geborene Alexander Bombelli, 3. Preis beim Bundeswettbewerb 2015, studiert bereits an der TU München Maschinenbau im ersten Semester. Dass sich technisches Verständnis und musikalisches Talent hervorragend ergänzen, bewies er mit dem Concertino für Saxofon und Orchester aus seiner eigenen Feder – eine großartige Komposition.

Toncluster, jazzige Elemente, sinfonische Aspekte, ein assoziationsreiches Geigensolo, traumhaft dargeboten von der Konzertmeisterin – da schien ein Meister am Werk zu sein. Mit hingetupften, kaum hörbaren Tönen beendete er augenzwinkernd sein Opus 1.

Auftritte mit Altmeister Giora Feidmann

Barfuß und mit kunstvoll gestylten Rastazöpfen spielte Anna Schackow den Allegrosatz von Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert. Die selbstbewusste Musikerin kann bereits auf gemeinsame Auftritte mit Altmeister des Klezmer Giora Feidmann zurückblicken und ist Bundespreisträgerin 2015 im Fach Klarinette. Sie lieferte eine überzeugende musikalische Leistung mit professioneller Bühnenpräsenz ab.

Nach Spanien versetzt fühlten sich die Zuhörer bei Joaquin Rodrigos (1901-1999) Concierto de Aranjuez. Die jüngste Musikerin des Abends, Catalina Maria Lucia Pires (geboren 2003), mehrfach erste Preisträgerin in der Gattung Klavier, Violine und Gitarre – mit diesem Instrument sogar auf Landesebene – zauberte mit den Sätzen Adagio und Allegro con spirito eine Märchenatmosphäre wie aus 1001 Nacht.

Perfekt, ganz eins mit ihrer Musik, bewusst auf das Orchester hörend, hatte sie die positive Ausstrahlung eines Wunderkindes, das mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit Musik – wie aus ihrer Seele kommend – spielte. Mit ihrem roten Abendkleid und mit ihrer Gitarrenmusik wirkte sie wie von einem anderen Stern.

Die hervorragenden Leistungen machten staunen. Einen wesentlichen Teil dazu trugen Christian Simonis und die Reichenhaller Philharmonie durch die vorausgegangene ausgedehnte und Sicherheit vermittelnde Probentätigkeit und mit ihrer einfühlsamen, zuverlässigen Begleitung bei. Brigitte Janoschka

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