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Prekäre Finanzlage beim Holzknechtmuseum

Ruhpolding. Die finanzielle Situation des Holzknechtmuseums in der Laubau ist nach einigen Investitionen im letzten Jahr prekär: Einnahmen von rund 289 000 Euro im Jahr 2012 stehen Ausgaben von 333 000 Euro gegenüber, sodass ein Minus von rund 44 000 Euro entstanden ist. Die hohen Ausgaben entstanden unter anderem durch die Erneuerung der Hebeanlage für das Abwasser und durch Mehrkosten bei Personal und Buchhaltung.

Neue Mitglieder beim Zweckverband des Holzknechtmuseums Ruhpolding sind Georg Bichler (links) und Paul Höglmüller (rechts) hier mit dem Vorsitzenden des Verbandes, Landrat Hermann Steinmaßl. (Foto: Giesen)

Neuer Spielplatz wird Ende Juli eröffnet

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Heuer werden die Hütten auf dem Gelände endgültig aufgestellt. Der neue kleine Spielplatz soll im Rahmen eines Familienfestes am 31. Juli eröffnet werden. In diesem Jahr sind vor allem Brandschutzmaßnahmen vorgesehen; das Hauptgebäude soll durch den Einbau eines Lifts barrierefrei umgebaut werden. Mehrere Eingangstüren müssen erneuert und Fluchtwegfenster eingebaut werden. Insgesamt sind dafür knapp 129 000 Euro notwendig.

Die Teilnehmer der letzten Sitzung des Zweckverbandes waren sich einig, dass wegen der zu Anfang beschriebenen finanziellen Situation unmöglich alle Investitionen in diesem Jahr erfolgen können. Darüber hinaus wären eine Reihe von weiteren Investitionen auf dem Museumsgelände erforderlich. So läuft das riesige Wasserrad seit zwei Jahren nicht mehr rund, berichtete Monika Kotzi. Die Lagerböcke seien ausgeschlagen und verschoben, sodass das Rad verzogen sei. 15 000 Euro kostet diese Reparatur, die aber in den nächsten Jahren vorgenommen werden müsste, weil sonst das Wasserrad in großen Teilen erneuert werden müsste, so Frau Kotzi. Sie schlug vor, das Rad noch so lange wie möglich stehen zu lassen und es aus Sicherheitsgründen in ein paar Jahren abzubauen. Die Versammlung beschloss, eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Wasserrades aufzuschieben.

Mit einer Umlage von jeweils 90 700 Euro sollten der Bezirk Oberbayern, der Landkreis Traunstein und die Gemeinde Ruhpolding das Museum heuer zu gleichen Teilen finanzieren. Bisher betrug die Umlage für die Gemeinde nur 32 000 Euro, sagte Bürgermeister Claus Pichler. Er bezeichnete es als »ganz und gar unmöglich«, dass die Gemeinde nun zwei Drittel mehr im Haushalt dafür einkalkuliere. Derzeit sei Ruhpolding in der »Zwangslage«, dass »in allen Posten gerechnet werden« müsse, und man schlicht bei vielen Dingen noch nicht wisse, woher man das Geld nehmen solle. Dr. Ulrike Pfeifer sagte, »wir haben eine etwas aufgebauschte Infrastruktur«, die man endlich reduzieren müsse. Man überlege bereits, ob die Gemeinde auf Schwimmbad oder Eishalle verzichten müsse. Bezirkstagspräsident Josef Mederer gab zu bedenken, dass man »sich auch zu Tode sparen« könne. Die Barrierefreiheit in einem Museum sei heutzutage einfach ein Muss.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes, Landrat Hermann Steinmaßl, versprach, mit dem Ministerium noch einmal wegen weiterer Zuschüsse zu reden. Der überarbeitete Haushaltsplan müsse dem Gremium noch einmal vorgelegt werden. Es dürfe nicht sein, dass der Schwarze Peter bei der Gemeinde liege. Bürgermeister Pichler kritisierte, dass die einzelnen Posten im Haushaltsplan viel genauer hätten vorbesprochen werden müssen. »Wir waren nicht genügend auf diese Sitzung vorbereitet«.

Fazit der Diskussion war, dass die Haushaltssatzung für heuer noch nicht beschlossen wurde, und das Gremium im Herbst zu einer erneuten Haushaltssitzung zusammenkommen wird. Damit das Museum handlungsfähig bleibt, wurde der vorläufige Umlagebescheid für die drei Träger wie bisher auf 32 000 Euro einstimmig beschlossen.

31 404 Besucher kamen im vergangenen Jahr

Vereidigt wurden zwei neue Mitglieder des Zweckverbandes Holzknechtmuseum: der Vorsitzende des Holzknechtvereins, Georg Bichler, und für den Förderverein des Holzknechtmuseums Paul Höglmüller von den bayerischen Staatsforsten.

31 404 Menschen besuchten im vergangenen Jahr das Holzknechtmuseum in der Laubau, davon 6078 Kinder. Im Jahr davor waren es noch 32 285 Besucher. Mit ein Grund war, dass der Almkirta am 1. Oktober wegen des schlechten Wetters ausgefallen war. Auch die Abendveranstaltungen des Bergadvents mit zusammen 6003 Besuchern waren abends diesmal nicht ausverkauft. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1988 zählte das Holzknechtmuseum über 650 000 Besucher. gi