weather-image
Gemeinderat und Bürger diskutierten über das Bauvorhaben – Georg Brüderl stellte Projekt vor

Pro und Contra neues Hotel in Chieming

Chieming – Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung stand die Öffentlichkeitsbeteiligung zum geplanten Hotel- und Wohnbauprojekt der Brüderl Vision GmbH auf dem Unterwirtsgrundstück in Chieming. Geschäftsführer Georg Brüderl aus Traunreut stellte das Vorhaben vor, das er auf dem dortigen Grundstück realisieren möchte.

Geplant ist, die bestehenden Gebäude auf dem Grundstück einschließlich der Gastwirtschaft Unterwirt abzureißen. Es soll ein Seminar-, Ferien- und Freizeithotel im 4-Sterne-Niveau mit 106 Zimmern entstehen. Diese Anzahl an Zimmern hält Georg Brüderl für notwendig, um ein Hotel wirtschaftlich führen zu können. Außerdem ist im Erdgeschoß ein Saal für etwa 250 Personen geplant, der teilbar für kleinere Veranstaltungen und Seminare sein wird. Im Obergeschoß werden dann noch weitere vier Seminar- und Tagungsräume entstehen.

Anzeige

Des Weiteren sollen ein Restaurant im Erdgeschoß und ein Gastgarten im Innenhof gebaut werden. Zudem plant Brüderl noch drei einzelne Wohngebäude.

Die Veranstaltung wurde auf Wunsch von Brüderl kurzfristig vor der Gemeinderatssitzung angesetzt, um die Chieminger Bürger frühzeitig in das Bauvorhaben einzubinden, stellte Bürgermeister Benno Graf fest. Auch Bürgermeister und Gemeinderat wollen die Bürger mit ins Boot nehmen, bevor Beschlüsse gefasst und Entscheidungen getroffen werden, hieß es. Bereits vor einer Entscheidung zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans soll die breite Öffentlichkeit informiert und der Bürger Gelegenheit haben, Fragen zu stellen und sich zu äußern, wurde gesagt.

In der Sitzung betonten Bürger mehrfach, dass ein Saal für Vereine enorm wichtig wäre und eine fest installierte Bühne für Vereinsveranstaltungen auch vorhanden sein sollte. Kritische Stimmen wurden erhoben gegen die Baumasse, Höhe und Länge der geplanten Gebäude. Diesen Argumenten hielt Brüderl die umliegende Bebauung und den jetzigen Bestand entgegen.

Ortsheimatpfleger Hubert Steiner äußerte sich kritisch zur Gestaltung der geplanten Wohngebäude sowie zu Darstellungen in Bezug auf Dachgauben, der Farbgebung und der Holzverschalung. Auch Fragen zur geplanten Energieversorgung und deren Nachhaltigkeit wurden gestellt. Von einigen Bürgern wurde ein Phantomgerüst für notwendig empfunden, da ein Modell als nicht ausreichend angesehen wurde.

Es meldeten sich aber auch die Befürworter zu Wort. So wurde die Frage gestellt: »Wenn dieses Vorhaben scheitert, was kommt dann?« Von einem Teilnehmer wurde die Meinung vertreten, dass das Hotel Edelweiß in Berchtesgaden eine Bereicherung für den Ort dort geworden sei. Dies könnte auch auf das Chieminger Bauvorhaben zutreffend sein.

Bürgermeister Graf gab bekannt, die Planunterlagen seien auf der Homepage der Gemeinde eingestellt oder könnten im Rathaus eingesehen werden bis einschließlich 7. Januar. OH