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Mit Sack und Pack erreichen die Flüchtlinge den Bahnhof Freilassing. (Foto: Hudelist)

Pro Zug erreichen 100 bis 150 Flüchtlinge aus der Ukraine den Bahnhof Freilassing

Freilassing – Die Kontrolle von einreisenden Flüchtlingen aus der Ukraine am Bahnhof Freilassing scheint sich eingespielt zu haben. Aus jedem Fernzug aus Österreich werden alle Ukrainer herausgebeten und in Familien, meist Frauen und Kinder, sowie in allein reisende Männer, meist Studenten oder Arbeiter aus ursprünglich afrikanischen Ländern mit einem ukrainischen Pass, getrennt. Pro Zug sind es in der Regel 100 bis 150 Personen, die aussteigen.


Ankunft Railjet 60 von Budapest nach München am Bahnsteig 3, Donnerstag kurz nach 13 Uhr: Rund zehn Beamte steigen ein und fragen im Zug nach Flüchtlingen aus der Ukraine. Kurze Zeit später steigen die ersten Reisenden aus, meist sind es Frauen mit Kindern, zum Teil sind auch Großeltern dabei, alle haben sie zwei bis drei Koffer dabei. Auch Kinder haben einen vollgepackten Mini-Rucksack am Rücken.

Die Flüchtlinge kommen aus Kiew und anderen Städten. Meist sind sie schon Tage unterwegs. Eine Familie ist mit dem Vater komplett. »Wenn drei Kinder in einer Familie sind, darf auch der Vater ausreisen«, erklärt der Sohn auf Englisch. »Wir sind so froh, hier sein zu dürfen«, so der Sohn, Eltern und Schwestern nicken glücklich. Dazwischen auch andere Nationalitäten wie Iraner oder Flüchtlinge aus Ghana, die alle einen ukrainischen Ausweis oder Reisepass haben und auch vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtet sind.

Alle Reisenden mit Ausweis bekommen je ein blaues Band um den Arm. Anschließend geht es weiter zum Bahnhofsgebäude. Dort werden die Ausweise für die Kontrolle eingesammelt und am Ende der Prozedur wieder ausgehändigt.

Bei Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen geschieht die Registrierung für Deutschland durch ein offenes Fenster. Dabei bekommen die Geflüchteten ihre Ausweise wieder zurück – und damit ist die Einreise nach Deutschland auch schon abgeschlossen. Durch die Unterführung geht’s zurück zum Bahnsteig Richtung München, der nächste ÖBB-Fernzug kommt kurz darauf planmäßig.

Erst erfolgt wieder die Kontrolle im Zug durch Beamte der Bundespolizei, dann dürfen die bereits registrierten und wartenden Flüchtlinge einsteigen. Die Polizisten sind zuvorkommend und helfen sowohl Kindern, als auch Männern und Frauen und heben die zum Teil schweren Koffer, aber auch Kinderwagen in die Waggons.

Rund eine Stunde nach ihrer Ankunft in Deutschland geht’s weiter, nach München für alle, die ein Quartier suchen und von der Regierung von Oberbayern entsprechend verteilt werden. Oder aber nach Erlangen, Berlin und in andere Städte – für alle, die schon Familienmitglieder oder Freunde in Deutschland haben, bei denen sie nach den Tagen des Horrors und der Angst vor dem russischen Angriffskrieg erst einmal Ruhe finden können.

hud