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Prominenter Besuch beim Christkindlschießen

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Das Christkindlschießen ist immer ein Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit. Begeistert von dem Brauch waren am Lockstein auch Ilse Aigner und Michaela Kaniber.
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Begrüßung vor dem Rathaus mit Geschenkübergabe (v.l.): Vereinigungsvorstand Rudi Koller, Ministerin Michaela Kaniber, Marktbürgermeister Franz Rasp und Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Weitere Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.
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Die Markterer Weihnachtsschützen und der Vereinigungsvorstand mit Rudi Koller an der Spitze konnten am Donnerstag Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Lockstein begrüßen. (Fotos: B. Stanggassinger)

Berchtesgaden – Das Berchtesgadener Christkindlschießen aus nächster Nähe erlebten am Donnerstag Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Die prominenten Politikerinnen besuchten die Markterer Weihnachtsschützen beim Schießen am Lockstein – und waren total begeistert.


Es war eine ziemlich geheime Aktion, die der Vorstand der Vereinigten Weihnachtsschützen, Rudi Koller, und Marktbürgermeister Franz Rasp mit den beiden Politikerinnen beziehungsweise deren Mitarbeitern eingefädelt hatten. Der hohe Besuch sollte möglichst nicht bekannt werden, damit Aigner und Kaniber das Christkindlschießen in Ruhe genießen konnten. Und das funktionierte dann auch bestens.

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Vor dem Berchtesgadener Rathaus empfing Bürgermeister Franz Rasp im Beisein der Vorstandschaft der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Vereinigungsvorstand Rudi Koller überreichte Michaela Kaniber einen Alpenblumenstrauß, Ilse Aigner bekam neben einem Alpenblumenstrauß noch das Buch über die Berchtesgadener Weihnachtsschützen, das Buch über die Berchtesgadener Mundart von Franz Rasp und das Buch von Rudolf Kriß »Im Zeichen des Ungeistes«.

Gemeinsam und unter Polizeischutz ging man den Meditationsweg über die acht Seligpreisungen. Der ist ein Teil des Emmaus-Rundwegs. Weiter ging es hinauf auf den Lockstein. 29 Markterer Weihnachtsschützen hatten dort bereits zum Christkindlschießen Aufstellung genommen. Die beiden Politikerinnen begrüßten jeden Schützen per Handschlag. Die Ehrengäste bekamen einen Gehörschutz von Hörakustik Bachmaier.

Pünktlich nachdem die Turmuhr der Stiftskirche 15 Uhr geschlagen hatte, gab Schützenmeister Franz Hofreiter das Kommando zur Salve. Es folgten Einzelfeuer, ein Schnellfeuer und zum Schluss drei Salven. Die Ehrengäste gingen dann zur Weinfeldkapelle, an der kurz zuvor Eigentümer Franz Brandner den Christbaum aufgestellt und beleuchtet hatte.

Nach einem kurzen Gang über den Berchtesgadener Advent kehrte der hohe Besuch mit Gefolge im Panoramarestaurant des Hotels »Edelweiß« ein. Bürgermeister Franz Rasp lud dort zu Kaffee und Kuchen ein. Das war auch die Gelegenheit für die Mitglieder der Vereinigten Weihnachtsschützen, ein Anliegen vorzutragen. Sie übergaben den Politikerinnen eine Resolution, in der sie die Rückkehr zur fünfjährigen Wiederholungsprüfung fordern. Diese reine Sichtprüfung alle fünf Jahre hatte bislang ausgereicht. Aktueller Stand ist nach einer Auflage der Bundesregierung allerdings die Pflicht zur Durchführung des sogenannten »scharfen Schusses« alle fünf Jahre. Dafür muss der Böller zerlegt und der Lauf in einem Schießtunnel getestet werden. »Das ist ein großer Aufwand, da macht mir keiner mehr mit«, so Rudi Koller zum »Berchtesgadener Anzeiger«. Man hofft nun, dass das Anliegen an Bundesinnenminister Horst Seehofer weitergeleitet wird und es für Bayern eine Ausnahmeregelung gibt. Die Auszeichnung des Weihnachtsschützen-Brauchtums als »immaterielles Kulturerbe« könnte dabei helfen. Die beiden Politikerinnen versprachen, sich der Sache anzunehmen, und traten mit einem Lächeln im Gesicht die Heimreise an. »Die waren total begeistert«, freute sich auch Rudi Koller. Bernhard Stanggassinger

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