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Psychiater: Deutsche fühlen mit Thomas Gottschalk mit

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Thomas Gottschalk
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Thomas Gottschalk hat seine Villa in Malibu verloren. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Los Angeles/Köln (dpa) - Zehntausende Menschen sind vor den gewaltigen Waldbränden in Kalifornien geflohen, mehr als 30 starben - doch der Fokus in Deutschland richtet sich besonders auf die betroffenen Prominenten.


Das meiste Interesse hierzulande zieht Thomas Gottschalk auf sich, dessen Villa in Malibu von einer Feuerwalze vernichtet wurde. Nach Meinung eines Experten ist diese Fokussierung psychologisch durchaus nachzuvollziehen.

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»Wenn man hört, dass da Waldbrände in Kalifornien sind, dann ist das erstmal weit weg«, sagte der Psychiater Borwin Bandelow der Deutschen Presse-Agentur. »Je weiter weg eine Katastrophe ist, desto weniger ficht sie uns an. Aber Thomas Gottschalk ist sozusagen einer von uns.«

Katastrophen zögen einerseits ein Erschrecken nach sich, andererseits aber auch ein positives Gefühl der Erleichterung, weil man selbst nicht betroffen sei, erläuterte der Göttinger Wissenschaftler. »Deshalb liest man gerne etwas über Katastrophen. Wenn man dann aber hört, dass ein bekannter Deutscher betroffen ist, dann rückt das die Katastrophe näher ran.« Man empfinde dann Mitgefühl. Mit Schadenfreude habe es eher weniger zu tun.

Ein ähnlicher Effekt sei bei Hollywood-Stars denkbar, die man seit vielen Jahren aus dem Kino kenne. »Allerdings nicht so ausgeprägt, wie wenn es sich um einen Deutschen handelt.«