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Pulsierende Energie zum Auftakt in Salzburg

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Solist Ramón Vargas mit dem Mozarteumorchester und Riccardo Minasi beim Eröffnungskonzert. (Foto: Stiftung Mozarteum/Wolfgang Lienbacher)

Das Eröffnungskonzert im Großen Saal des Mozarteums setzte einen schwungvollen Start zur diesjährigen Mozartwoche. Gut gelaunt gab Intendant Rolando Villazón mit einem freudigen Grußwort den Auftakt.


Riccrado Minasi am Pult des Mozarteumorchesters forderte die Musiker zu engagiertem Einsatz. Schon das erste Allegro der Symphonie A-Dur KV 201 zeichnete die Stimmung vor, die dem gesamten Verlauf des Konzerts die Prägung gab: ein pulsierendes Musizieren voller Spannung und Klangbrillanz. Die Sinfonie KV 201 stellt einen ersten Höhepunkt in Mozarts sinfonischem Schaffen dar, markierte den Beginn für die Entwicklung bis hin zu den großen Sinfonien.

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Minasi brachte die Vielfalt der Klangschattierungen eindrucksvoll zum Tragen. Er setzte dynamische Akzente, nahezu dramatisch aufgeladen, und entzündete ein Feuer an energischer Verve. Fein geschliffene Eleganz regierte dann im transparent zarten Andante der Sinfonie, angereichert mit kontrapunktischen Elementen. Im Menuetto führten die Bläser ein heiteres Zwiegespräch mit den Streichern. Der konzentrierte Einsatz der Musiker war zu spüren, sie leisteten jedem Impuls ihres Dirigenten feinfühlig Folge und waren ihm ein willig formbares und glückhaftes Instrument.

Die aufgeladene Spannung setzte sich ebenso fort in den prachtvollen Ouvertüren zu »La clemenza di Tito« und »Idomeneo«, in der Idomeneo-Ballettmusik sowie im Arienreigen dieser Opern.

Die großen Tenorarien des Tito und Idomeneo waren dem mexikanischen Tenor Ramón Vargas anvertraut und die Chorszenen dazu der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor (Einstudierung Thomas Lang). Ein prachtvoller Chor: füllig, warm, brillant, klar artikuliert, der die Zuhörer in üppigen Mozartklang einhüllte, gipfelnd im versöhnenden Schlusschor »Scenda Amor«, der die glückliche Wendung in Idomeneos dramatischer Geschichte euphorisch besingt.

Ramón Vargas, österreichischer Kammersänger, an allen großen Bühnen überwiegend im italienischen Fach zu Hause, zeigte sich hier auch als stilvoller Mozartinterpret. Er hat den stimmlichen »Biss«, den die Mozart-Helden Titus und vor allem Idomeneo erfordern und erwies sich gleichzeitig als kultivierter Gestalter mit glanzvollem Applomb. Titos »Se all’impero« sang er mit entschlossener stimmlicher Geste, die aber des warmherzigen Ausdrucks nicht entbehrte. Idomeneos anfänglicher Triumph »Ecco alfin« über die Rettung aus dem Meerestoben schlägt rasch in Trauer um, als Neptun ein Opfer dafür erfordert. Idomeneo sinniert über das schmerzliche Schicksal in »Vedrommi intorno« , von Vargas packend gestaltet. Ebenso die große Szene »Fuor del mar«, die Vargas in der koloraturreichen Fassung bravourös zum Glanzpunkt machte.

Den begeisterten Applaus für Dirigent, Orchester, Chor und Solist quittierte der Tenor mit der Zugabe der Arie »Un aura amorosa« aus Cosi fant tutte. Elisabeth Aumiller

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