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Rabiat: Netzwerk Pervers

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Rabiat: Netzwerk Pervers
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Das Zebra (Klaus, Informatiker) zieht den Rabiat-Reporter Manuel Möglich auf einem Sulky durch Hamburg Altona. Foto: Radio Bremen/Matthias Bähr Foto: dpa

Die neue ARD-Reihe »Rabiat« betrachtet in ihrer zweiten Ausgabe etwas näher die Menschen, die sich gerne in ihrer Freizeit als Sadisten oder Masochisten oder beides betätigen.


Berlin (dpa) - Klaus ist 49 und wohnt im Hamburger Stadtteil Altona. Auf den ersten Blick ein ganz gewöhnlicher Mensch ohne Besonderheiten. Auf den zweiten Blick allerdings öffnet er sich für die Kamera des ARD-Magazins »Rabiat«: In seiner Freizeit streift sich Klaus gern einmal ein Zebrakostüm über.

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Radio-Bremen-Reporter Manuel Möglich hat ihn für seine Reportage »Netzwerk Pervers« an diesem Montag (22.45 Uhr) aufgesucht.

»Ich bin pervers«, gesteht der Hamburger. Auf der Auktionsplattform eBay habe er das Kostüm für 30 Euro erworben und gleich das »Wow-Gefühl« erlebt. Er sei mit der zweiten Haut eins geworden. Der Schwanz besteht aus Pferdehaar - für Klaus »das Ablegen des bewussten Nachdenkens«. Reporter Möglich lässt sich von Klaus per Sulky durch einen Park ziehen. Ein kurioser Anblick.

Möglich hat Klaus über das Netzwerk von »Fetlife« kennengelernt, in dem sich weltweit rund 6,7 Millionen Menschen mit Neigung zu Fetisch, Bondage (Fesseln) und Sado-Maso-Sex treffen. In Deutschland zählt die Plattform rund 90.000 Mitglieder. Es könnten mehr sein, denn laut ARD hat jeder zweite SM-Gelüste und jeder Dritte sie auch schon mal ausgelebt.

Rosalie bekommt auch Besuch von Möglich: Die 21-Jährige ist polyamourös veranlagt und steht auf Fesselsex. Die Neigung habe sie schon lange, berichtet Rosalie. »Ich wusste nicht, wie man das nennt. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich unnormal bin.« Sie mag es, gewürgt zu werden, zu schlagen und geschlagen zu werden. Reporter Möglich lässt sich von ihr fesseln und aufhängen. Lange hält er das nicht aus. Rosalie sagt, sie bringe es so auf drei Stunden.

Die Bestätigung, dass es sich bei Rosalie und Klaus keineswegs um Verrückte handelt, holt sich Möglich beim Arzt Johannes Fuß vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie an der Universitätsklinik Hamburg. Aus psychiatrischer Sicht liege nichts Bedenkliches gegen SM-Neigungen vor, versichert Fuß.

Wohl auch nicht gegen Pumuckl, wie sich eine 26-Jährige aus Kassel nennt. Die Soziologin steht auf Uniform und Verhörspiele. Ihr männliches Gegenüber zieht sich eine Uniform der Nationalen Volksarmee (NVA) aus DDR-Zeiten an. Sie putzt ihm die Stiefel und küsst sie dann ab. Die Belohnung kassiert Pumuckl prompt: eine saftige Ohrfeige.

Und Reporter Möglich ist immer direkt dabei. Ob das immer dem klassischen und korrekten Journalismus entspricht (zum Beispiel wenn er sich selbst fesseln lässt, um dokumentieren zu können, wie es sich dann anfühlt), bleibt der Einschätzung des Zuschauers überlassen. Eine Woche später meldet sich »Rabiat« wieder. Dieses Mal heißt das Thema »Macht. Geld. Glück« - es geht um junge Millionäre.

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