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»Radikaler Wechsel nicht angebracht«

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Herbert Berger

Bergen. Herbert Berger (61) ist Diplom-Verwaltungswirt bei der Agentur für Arbeit Traunstein. Er hat eine Tochter und tritt als Bürgermeisterkandidat der ÜW Bergen-Bernhaupten-Holzhausen an.


Warum wollen Sie Bürgermeister der Gemeinde Bergen werden?

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42 Jahre wurde Bergen von nur zwei Bürgermeistern aus dem »bürgerlichen Lager« geführt. Das deutet auf den Wunsch der Bürger nach Kontinuität hin. Ein extremer radikaler Wechsel erscheint deshalb nicht angebracht, es soll aber auch nicht der Eindruck von »Erbhofmentalität« entstehen. Ich will einen behutsamen Übergang sowohl im Stil als auch inhaltlich vollziehen. Der Bürgermeister wird das nicht nebenbei und ohne einen gewissen beruflichen Hintergrund schultern können. Hilfreich sind mir dabei meine berufliche Tätigkeit als Diplom-Verwaltungswirt und meine rund 30 Jahre Gemeinderatserfahrung (davon 6 Jahre Zweiter Bürgermeister).

Welches Problem in Bergen wollen Sie als erstes angehen, wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden?

Es gilt, nicht nur ein Thema, sondern sofort drei Themen parallel anzupacken. Nämlich:

- Den Hochwasserschutz in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt. Dazu sind mit den betroffenen Grundeigentümern unvoreingenommene Gespräche »auf Augenhöhe« zu führen.

- Die Kläranlage. Schon seit Jahren ist die aus Umweltgründen dringend erforderliche Ertüchtigung der Kläranlage geplant. Derzeit dürfen wir sie nur aufgrund einer befristeten Sondergenehmigung betreiben.

- Mit Blick auf den geplanten Kiesabbau im Bereich Holzhausen und den damit verbundenen Belastungen sind dringendst Gespräche mit der Genehmigungsbehörde zu führen.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Gemeinde?

Bergen ist eine ländlich geprägte Gemeinde. Viele Grünflächen, Wandermöglichkeiten und die gute Infrastruktur machen Bergen für Einheimische und Gäste lebens- und liebenswert. Dass sich eine große Zahl der Bergener ehrenamtlich in einer Vielzahl von Vereinen, in Hilfsorganisationen und der Pfarrei engagiert, ist mir immer wieder eine Freude. Sie bilden damit das Rückgrat unserer Dorfgemeinschaft und sind damit die Grundlage eines verständnisvollen Miteinanders der Generationen.

Wie würde Sie ein sehr guter Freund/Ihre Frau beschreiben?

Zu hundert Prozent zuverlässig und glaubwürdig. Und tolerant und respektvoll gegenüber anderen. Er ist kritikfähig und einer, mit dem man ehrlich, ohne dass er nachtragend ist, reden kann. Mit hintergründigem Humor, der gerne auch mal über sich selber lacht.

Welche starken Eigenschaften haben Sie? Wo liegen Ihre Schwächen?

Das »Nahe am Menschen« ist für mich schon immer Lebensphilosophie. Immer zielgerichtet, mit Geduld und Ausdauer Verhandlungen führen, Offenheit im Gespräch, zuhören können und dann sachgerechte Entscheidungen treffen, das sind meine Stärken. Meine Schwäche ist, dass ich Süßem, insbesondere Marzipan, nicht widerstehen kann.

Was sagen Sie zum geplanten Nettomarkt an der Staudacher Straße?

Mit einem Einzelhandelsgeschäft in Bahnhofsnähe und im Dorfinnenbereich hat Bergen zwei Geschäfte mit einem insgesamt guten Angebot. Trotzdem bin ich der Meinung, bei einer Gemeindegröße von annähernd 5000 Einwohnern macht ein weiterer Anbieter Sinn. Ich hoffe aber auch, dass er sich nicht negativ auf die heimische Bäckerei, die Metzgerei und den Getränkemarkt im Ortskern auswirkt. Allerdings erscheint mir der Standort als nicht ideal, vor allem für die Einwohner von Holzhausen und Bernhaupten.