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Rätsel um Götze - Sammer: «Im Spiel explodieren»

Dortmund (dpa) - Der FC Bayern setzte den Countdown für Wembley im Geheimen fort, bei Borussia Dortmund wird weiter über den Einsatz von Mario Götze gerätselt. Der Jungstar brach das erste Mannschaftstraining seit seiner Verletzung vor drei Wochen ab und griff sich dabei an den Oberschenkel.

Noch-BVB-Star
Mario Götze wird wohl im Finale gegen seinen neuen Club spielen. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Eine Kernspinuntersuchung am Mittwoch soll Klarheit darüber bringen, ob es sich um eine normale Überlastungsreaktion der Muskulatur oder erneut um einen gesundheitlichen Rückschlag handelt. In diesem Fall wäre ein Comeback von Götze so gut wie ausgeschlossen. Der künftige Bayern-Profi hatte sich im Halbfinal-Rückspiel der europäischen Fußball-Königsklasse bei Real Madrid am 30. April einen Muskelfaserriss an der Oberschenkelrückseite zugezogen.

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Am Vormittag hatte Götze noch einsam seine Laufrunden gedreht und noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Anschließend ging der Fußball-Nationalspieler auf Tauchstation. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen - um dem Blitzlichtgewitter der Fotografen zu entkommen, zog sich der Noch-Dortmunder auf dem Weg in die Kabine sogar das Trikot über den Kopf.

Zur Klärung der Frage, ob er am Samstag im Duell mit dem FC Bayern ein letztes Mal das schwarz-gelbe Jersey überstreift, trug die Geste zunächst wenig bei. Ebenso wie das plötzliche Ende des Nachmittags-Trainings. Er «kämpfe und arbeite hart für das Finale», hatte Götze vor Tagen verlauten lassen.

Anders als bei Götze scheint der Einsatz des ebenfalls angeschlagenen Mats Hummels sehr wahrscheinlich zu sein. «Ich wünsche jedem Spieler, dass er an diesem Finale teilnehmen kann», erklärte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. Faire Wünsche vonseiten des Fußball-Rekordmeisters, aber sie unterstreichen auch das, was Sammer & Co. in dieser Saison vorleben: Angst hat der FC Bayern vor nichts und niemandem.

Große Vorfreude strahlten Arjen Robben und Sammer am Dienstag aus, der Sportvorstand hob zudem den Botschaftscharakter der fieberhaft erwarteten Begegnung hervor. «Der deutsche Fußball sollte stolz sein, dass zwei Mannschaften aus Deutschland das Finale bestreiten können», erklärte Sammer.

Dass Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in englischen Medien die Bayern derweil mit einem James-Bond-Bösewicht verglich, ließ Sammer nicht an sich ran. «Ich kann nicht für andere antworten oder auch denken», sagte er. «Wir wollen unseren Weg gehen, wie wir ihn für richtig halten.»

Der Dortmunder Weg vom Dienstag hieß vor allem Schweigen. Anders als geplant, schwitzte das Dortmunder Sorgenkind Götze zumindest am Morgen nicht im Kreis der Mannschaft, sondern begnügte sich - abgeschirmt von einem Sichtschutz - mit individuellen Laufeinheiten. «Es wäre sehr hilfreich, wenn wir auf ihn zählen könnten», sagte Hummels dem «Kicker». Der nahe Abschied aus Dortmund und das anstehende Duell mit seinen künftigen Bayern-Mitstreitern wird Götze in den kommenden Tagen einen Medienrummel in bisher nicht gekanntem Ausmaß bescheren.

Auch bei den Münchnern ist das Reporter-Interesse riesengroß, einen Blick auf die Trainingseinheit von Trainer Jupp Heynckes gab es aber nicht zu erhaschen. Am ersten von drei Übungstagen hinter verschlossener Tür habe man gut trainiert, verriet Robben immerhin. Sammer berichtete in einer Pressekonferenz von einer «sehr fokussierten» Mannschaft, bei der «eigentlich alle zur Verfügung» stünden.

Sichtlich zufrieden hob Robben hervor, dass man nun keine Bundesligaspiele mehr vor sich habe, sondern nur noch das ganz große Endspiel am Samstag im Wembleystadion. «Am Ende zählt nur das Finale», erklärte der Niederländer. Man wolle eine großartige Saison fantastisch beenden, sagte der strahlende Robben und will vor dem Jahrhundertfinale auf die bewährte Vorbereitung bauen.

«Das, was wir das ganze Jahr gemacht haben, war erfolgreich, und dann musst du auch nichts anderes machen», sagte Robben. Auch Sammer hofft auf eine «gewisse Normalität» im Ablauf. «Die wichtigste Botschaft ist es, eine gewisse Gelassenheit zum Spiel zu entwickeln, langsam Spannung aufzubauen und natürlich in diesem Spiel zu explodieren», erklärte der Sportvorstand.

Voller Vorfreude auf Wembley stellte auch der einstige Bayern-Profi Hummels den Fußballfans ein Spektakel in Aussicht: «Ich denke, dass dieses Spiel eines der am meisten umkämpften sein wird, das es je zwischen zwei deutschen Teams gab.»

Guardian