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»Ramsau war Liebe auf den ersten Blick«

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Pater Norbert Hofmann und Pfarrer Thomas Frauenlob sind seit 27 Jahren miteinander befreundet. (Foto: Vietze)

Berchtesgaden – Pater Norbert Hofmann liebt die Berge. Der Sekretär der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum arbeitet seit 2002 im Vatikan. Doch an den Osterfeiertagen war er wieder einmal zu Gast in Berchtesgaden. Und zwar bei seinem Spezl, Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob. Im Interview mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« spricht Hofmann über seine Männerfreundschaften, die Berchtesgadener Mentalität und seine Liebe zur Gemeinde Ramsau.


Herr Hofmann, aus welchem Anlass sind Sie über die Osterfeiertage in Berchtesgaden?

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Norbert Hofmann: Für die hohen Feiertage wie Ostern oder Weihnachten will ich als Priester in Gemeinden helfen und für Menschen da sein. Meine Tätigkeit am vatikanischen Schreibtisch rückt in den Hintergrund. Über die Weihnachtsfeiertage halte ich Messen in meiner fränkischen Heimat Ebermannstadt. An Ostern unterstütze ich die Gemeinde Ramsau.

Wie sind Sie auf die Ramsau gekommen?

Hofmann: Unter anderem durch meine Freundschaft zu Pfarrer Thomas Frauenlob.

Wie lange sind Sie mit ihm befreundet?

Hofmann: Seit 27 Jahren.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Hofmann: Kennengelernt haben wir uns über das Studium in Rom. Wir studierten gemeinsam Bibelwissenschaften. Nach dem Studium hatten wir weiterhin Kontakt. Er wirkte ja dann selbst viele Jahre im Vatikan.

Können Sie trotz dieser Ferne die Freundschaft aufrechterhalten?

Hofmann: Auf jeden Fall. Gelegentlich besucht er mich in Rom. Außerdem komme ich ab und zu im Sommer für ein Wochenende nach Berchtesgaden. Ansonsten kommunizieren wir regelmäßig über WhatsApp oder Telefon.

Ist Berchtesgaden eine Abwechslung zu Rom?

Hofmann: Sicherlich. Zwar jogge ich gerne jeden Tag am Tiber. Aber hier kann ich die schöne Gegend erkunden. Am Karfreitag machte ich eine Fahrradtour zum Königssee und auf die Kneifelspitze. Ich liebe einfach die Berge. Hier kann ich die Natur genießen und soziale Beziehungen pflegen.

Wie empfinden Sie das Arbeitsklima der Pfarrei hier?

Hofmann: Meiner Meinung nach ist die Pfarrei gut organisiert. Ich erkenne hier ein reges Leben. Alle sind sehr aufgeschlossen.

Finden Sie auch, dass die Berchtesgadener aufgeschlossen sind?

Hofmann: Absolut. Ich bewundere an ihnen, dass sie sich nicht vom Tourismus beeinflussen lassen. Der Tourismus darf nicht die Überhand gewinnen, wie ich das leider in der Gemeinde Benediktbeuern feststellen musste. Die Berchtesgadener haben eine eigene Mentalität. Ich finde es wichtig, dass dies weiterhin erhalten bleibt.

Das wievielte Mal sind Sie heuer an Ostern hier?

Hofmann: Zum sechsten Mal.

Immer mit der Absicht, in der Ramsau Gottesdienste zu halten?

Hofmann: Ehrlich gesagt, zu Beginn nicht. Früher war ich an den Osterfeiertagen in der Schweiz in Schwarzenberg, in der Nähe von Luzern. Dann aber ging der Ramsauer Pfarrer in den Ruhestand. 2014 wollte ich nur vorübergehend helfen. Doch ich habe sofort den Draht zu dieser Gemeinde gefunden. Ramsau war die Liebe auf den ersten Blick. Seitdem bin ich jedes Mal zu Ostern hier.

Dann werden Sie auch in Zukunft an Osterfeiertagen in der Ramsau sein, oder?

Hofmann: Sicher. Zumal ich hier im Laufe der Zeit viele Kontakte geknüpft habe. Patrick Vietze