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Gemeinderat stimmt Kooperationsvertrag mit BGLT zu – Sonderregelung für Internetseite

»ramsau.de« bleibt vorerst

Die Ramsauer wollen noch nicht auf ihren Internetauftritt verzichten. Das haben sie im Kooperationsvertrag mit der BGLT festgehalten. (Screenshot: Voss)

Ramsau – Der Ramsauer Gemeinderat entschied sich am Dienstag mit einer Gegenstimme für die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT). In den vertraglichen Vereinbarungen wird festgelegt, dass die Tourist-Information Ramsau nicht in die BGLT eingebracht wird. Im Vertrag hält die Gemeinde Ramsau auch fest, dass sie ihre Website »www.ramsau.de« vorerst noch behalten will und noch nicht den einheitlichen Internetauftritt der BGLT übernimmt.


Wie berichtet, ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der BGLT und den Gemeinden, die den Betrieb ihrer Touristinformation nicht durch die BGLT erbringen lassen, derzeit in Ausarbeitung. Das betrifft die Gemeinden, in denen sich die Touristinfos in den Rathäusern befinden und die Mitarbeiter somit auch gemeindliche Aufgaben erfüllen. Da das in der Ramsau der Fall ist, behandelte der Gemeinderat das Thema am Dienstag.

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Bürgermeister Herbert Gschoßmann sprach eingangs einige Worte über den Markenprozess. Der Markenauftritt »Bergerlebnis« ergänze sich sehr gut mit dem Bergsteigerdorf. »Das ist eine gute Sache«, so Gschoßmann. Der Markenprozess, fuhr er fort, sei langwierig gewesen und »nicht immer ganz einfach«. Mit den Verträgen befinde man sich nun auf der Zielgeraden. Aber eines sei enorm wichtig, betonte der Rathauschef: »Die Vorteile des Markenprozesses müssen mittelfristig spür- und messbar sein«, sonst hätte das Ganze keinen Sinn.

Tourismuschef Fritz Rasp berichtete, bei den Verhandlungen mit der BGLT habe man »viel diskutiert, auch wegen der Website«. Demnach ist »ramsau.de« stark besucht und gut aufgebaut, befand Rasp. »Darum wollen wir sie noch nicht aufgeben.« Es soll gewartet werden, bis die Website der BGLT perfekt funktioniert, bis man sie übernimmt. Er sieht insgesamt den Standpunkt der Gemeinde im Kooperationsvertrag klar vertreten. Rasp fügte hinzu, Berchtesgaden sei als Marke für die Ramsau sehr wichtig.

Gemeinderat Hannes Grill, Ramsauer Wahlblock, zeigte sich nicht begeistert von den drei verschiedenen Logos. »Das ist zu viel.« Grill und Bürgermeister Gschoßmann waren zudem beide der Ansicht, dass sich ein »Mehrwert durch den Markenprozess einstellen muss«. Auch was die verschiedenen Logos angeht – Berchtesgaden, Bad Reichenhall und Berchtesgadener Land, dazu kommen noch das Logo der Gemeinde Ramsau und das des Prädikats Bergsteigerdorf – stimmte er Grill zu.

CSU-Gemeinderat Richard Graßl stimmte als einziger Gemeinderat dem Kooperationsvertrag mit der BGLT nicht zu. Er äußerte seinen Unmut zum Markenprozess. So sei zum Beispiel der Verzicht auf die Dachmarke Berchtesgadener Land nicht der richtige Weg. Es gebe zu viele Einzelmarken für die Region. Man solle sich ein Beispiel an Nachbarn, wie dem Salzburger Land nehmen. Dort gebe es auch nur eine große Marke, die nach außen beworben werde. »Außerhalb von Deutschland kommen wir mit Bad Reichenhall, etc, als Marke nicht weit«, vermutete er.

Herbert Gschoßmann erläuterte daraufhin die Vorteile des Markenprozesses. So gebe es eine klare Struktur, und keine Doppelstrukturen von BGLT und TRBK mehr. Dritter Bürgermeister Josef Maltan sagte, er sehe »Ramsaus Sonderstatus nicht angekratzt«. »Wir haben den Kooperationsvertrag maximal für uns ausgehandelt«, so Maltan. Annabelle Voss