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Rasierklingen und Angelhaken in Leckerlis

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Bischofswiesen: Rasierklingen und Angelhaken in Hundeködern
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Labrador-Dame Gundi hatte erkennbare Schmerzen und »japste«, erzählt ihre Besitzerin Mirja Böhnlein. In der Tierklinik dann der Schock: Sie hatte einen Angelhaken im Magen. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Hundebesitzer sollten derzeit in Bischofswiesen besonders aufmerksam sein: Anwohner haben in den vergangenen Tagen in der Stanggaß bereits mehrere präparierte Köder gefunden. Ein Einheimischer berichtet im sozialen Netzwerk Facebook von einem Wiener Würstel, in dem eine Rasierklinge steckte.


Eine andere Stanggaßerin, Mirja Böhnlein, meldete dem »Berchtesgadener Anzeiger« per Telefon, dass ihre Hündin Gundi eine Semmel mit einem Angelhaken darin gefressen hat. Sie musste das Tier in die Tierklinik bringen. Die Polizei Berchtesgaden weiß über die Fälle Bescheid und ermittelt.

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Mirja Böhnlein ist am Telefon hörbar sauer. »Ich finde so etwas einfach unterirdisch«, sagt sie und erzählt von ihrem Albtraum-Erlebnis. Am Samstagvormittag war sie demnach mit ihren beiden Hunden in der Stanggaß, am Tristramweg, spazieren. »Der erste Teil der Strecke gehört noch zu unserem Grundstück«, erklärt sie. Danach hat sie schon aus der Ferne etwas auf dem Weg liegen sehen. »Aber bis ich schauen konnte, hatte Gundi die Semmel, die dort lag, schon gefressen.« Gundi ist eine zwei Jahre alte Labrador-Hündin.

Zunächst gab es keine Probleme. Am Samstagabend dann fing das Tier plötzlich an, zu »japsen«. Böhnlein packte den Hund und fuhr zur Tierklinik nach Anif. Dort angekommen, wurde sofort geröntgt. Böhnlein traute ihren Augen nicht. Ihre Gundi hatte einen deutlich erkennbaren Angelhaken im Magen. »Ich hab gedacht, ich spinne«, erzählt sie.

Zum Glück hatte sich der spitze Haken noch nicht verfangen. Dem Tier wurde in der Klinik ein Mittel gespritzt, das den Magen entspannen sollte. Auf Anraten des Arztes, sorgten die Besitzer dafür, dass der Haken auf natürlichem Wege ans Tageslicht kommt: »Wir gaben ihr Sauerkraut zu fressen. Sie hat sich dann erbrochen.« Es ist ein Riesenglück, so die Stanggaßerin, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Mirja Böhnlein meldete den Vorfall sofort der Polizei Berchtesgaden. »Die Polizei hat sich den Vorfall notiert und will darauf achten, ob irgendwer Semmeln auf den Weg schmeißt.«

Auch Polizeichef Wilhelm Handke bestätigt auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«: »Wir sind an der Sache dran.«

Eines ist sicher: Derjenige, der die präparierten Leckerlis verteilt, hat keine guten Absichten. Mirja Böhnlein berichtet, dass sie schon öfter beim Spazierengehen mit ihren Tieren negative Erlebnisse hatte: »Ich wurde schon von wildfremden Personen angeschrien.« So habe ein Passant etwa »Mistviecher« gerufen. »Und das, obwohl meine Hunde wirklich lieb und gut erzogen sind und an der Leine geführt werden.«

Bis es einen Ermittlungserfolg gibt, heißt es für alle Hundebesitzer in Bischofswiesen und auch im Talkessel: Augen auf beim Gassigehen.

Annabelle Voss