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Rathausneubau in Seebruck in der Winterpause

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Seebruck Rathaus
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Der Rohbau des Seebrucker Rathauses, das in Kombination von Massiv- und Holzbauweise erstellt wird, wurde planmäßig fertiggestellt. Im April beginnt die Aufstellung der Holzkonstruktion. Anfang 2020 soll der 5,7 Millionen Euro teure Neubau bezogen werden können.

Seeon-Seebruck – Kurz bevor die Rathaus-Baustelle in Seebruck eine Winterpause einlegt, gibt es nur zufriedene Gesichter. »Zeitlich schaut's sehr gut aus. Genau so, wie es sein muss«, resümierte Bauamtsleiter Josef Heiss bei einer Baustellenbesprechung mit Planern und Vertretern des Gemeinderats. Auch Bürgermeister Bernd Ruth lobte den Baufortschritt: »Der Rohbau kann wie geplant im Dezember fertiggestellt werden.« Auch die Kosten seien eingehalten worden. 3,1 Millionen des 5,7 Millionen Euro teuren Neubaus wurden mittlerweile vergeben. Wenn alles weiter planmäßig verläuft, könne die Verwaltung Anfang 2020 einziehen.


Anfang Juni wurde mit den Erdarbeiten und dem Ausbau alter Fundamente sowie der Verlegung von Versorgungsleitungen einschließlich archäologischer Begleitung begonnen. Wie berichtet, wurden im östlichen Bereich der Baugrube Teile einer alten Römerstraße entdeckt, die freigelegt und dokumentiert wurden. Im September wurde dann mit dem Keller begonnen.

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Mittlerweile stehen auch die Ziegelmauern im Erdgeschoß. Während das Erdgeschoß in Massivbauweise ausgeführt wird, wird das Obergeschoß in Holzständerbauweise mit einer sichtbaren Dachstuhlkonstruktion errichtet. Die Holzelemente werden über den Winter in einer Zimmerei vorgefertigt und sollen nach Angaben Ruths ab April installiert werden. Danach beginnt der Innenausbau.

Auch wenn die Baustelle bis April ruht, gibt es für Gemeinde und Planer eine Menge zu tun. »Momentan werden die Abstimmungen für die Inneneinrichtung getroffen«, erklärte der Bauamtsleiter. Das gilt sowohl für die Verwaltung, als auch für die Tourist-Information, die mit einziehen wird.

Der jetzige Standort der Tourist-Information liegt etwas versteckt »Am Anger«, rund 300 Meter vom Rathaus entfernt. Insofern sieht die Leiterin der Tourist-Information, Anne Esterlechner, in dem neuen Standort einen großen Vorteil, vor allem für den Gast. »Durch die Nähe zum Chiemsee-Uferweg, der unmittelbar vor dem neuen Rathaus auf der Römerstraße verläuft, sind wir näher am Gast und der findet uns besser«, sagte Esterlechner dem Traunsteiner Tagblatt.

Die neue Tourist-Information mit einem gastfreundlichen Foyer wird ins Erdgeschoß einziehen. Ebenso im Erdgeschoß wird der Sitzungssaal sein. Einen herrlichen Blick auf den Chiemsee bieten vor allem die südseitigen Büros und Verwaltungsräume, die alle im Obergeschoß sein werden. Für die Besucher des Rathauses werden auf der Westseite rund 30 öffentliche Parkplätze geschaffen und der Zugang zum Kindergarten wird neu und sicher geregelt.

Den Vorplatz am Eingang des Rathauses auf der Südseite soll nach Angaben des Landschaftsarchitekten Klaus Schur eine Buche zieren. Weiter sind dort Sitzgelegenheiten vorgesehen und eine Trinkwasserstation für Radfahrer. Der Aufenthaltsbereich soll mit Granitsteinpflaster gestaltet werden, die Verkehrswege rollstuhlgerecht mit Granitplatten. Ansprechend gestaltet mit einem Kiesplatz und kleinkronigen Bäumen wird auch der Vorplatz der Aussegnungshalle, die etwas versteckt hinter dem Rathaus liegt. Die Halle im Zuge des Neubaus zu verlegen, war aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich. Auch eine Verlegung des Stromversorgungsgebäudes, das ans Leichenhaus grenzt, konnte aus Kostengründen nicht realisiert werden.

Im Laufe des kommenden Jahrs wird am angestammten Rathausplatz an der Römerstraße ein modernes Gebäude entstehen, das den heutigen Ansprüchen auch gerecht werden soll. Der Gemeinderat hatte sich dabei seine Entscheidung nicht leicht gemacht und viel Zeit und Nerven in das Projekt investiert. Pläne wurden gezeichnet und verworfen.

Neben der Bauweise waren auch die Kosten ein wesentliches Kriterium. Um den Kostenrahmen von 5,7 Millionen Euro einzuhalten, mussten einige Abstriche gemacht werden. Auch die moderne Architektur, die auch in der Bevölkerung nicht unumstritten ist, bedurfte im Gemeinderat einer längeren Überzeugungsarbeit.

Viele Seebrucker trauern dem alten Rathaus nach und kritisieren den Neubau als massiven Eingriff ins gewachsene Dorfbild. So mancher hätte sich lieber ein Gebäude im ländlichen Stil gewünscht. Ob das Urteil der Skeptiker berechtigt ist, wird sich in einem Jahr zeigen, wenn das Gebäude ganz fertig ist. ga