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Raum für Gewerbe und Wertstoffhof am Bahnhof

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Auf den noch unbebauten Flächen an der Industriestraße soll durch eine Änderung des Bebauungsplans »Gewerbegebiet am Bahnhof« Platz für Gewerbeerweiterungen und den Wertstoffhof entstehen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Nördlich des Bahnhofs Teisendorf im Bereich der Industriestraße sollen Erweiterungsflächen für die dort angesiedelten Firmen Hocheder und Mafo sowie den gemeindlichen Wertstoffhof entstehen.


Dafür beabsichtigt die Marktgemeinde, den Bebauungsplan »Gewerbegebiet am Bahnhof« im Ortsteil Knogl nach Westen hin zu erweitern. Der Bau- und Umweltausschuss befasste sich nun mit den Einwendungen und Anmerkungen und billigte einstimmig die Stellungnahmen des Markts Teisendorf. Die Überplanung soll auch eine Nachverdichtung ermöglichen. Die Pläne waren öffentlich im Rathaus ausgelegt; gleichzeitig waren die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt worden.

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Am ausführlichsten meldete sich die Immissionsschutz-Abteilung im Landratsamt zu Wort. Obwohl das Areal an der Bahnstrecke liegt, erwies es sich als große Herausforderung, den strengen gesetzlichen Kriterien bezüglich der Emissionswerte gerecht zu werden. Wie die Behörde schreibt, sollen für das Plangebiet Emissionskontingente für die einzelnen Teilflächen so festgesetzt werden, »dass der Weiterbetrieb der bestehenden Betriebe ermöglicht wird und zugleich die für die Nachverdichtungen notwendigen Lärmressourcen gesichert werden«. Betriebswohnungen sollen – auch auf Anregung des Fachbereichs »Gesundheitswesen« – wegen der hohen Lärmwerte nicht zugelassen werden.

Eine schalltechnische Untersuchung wurde bereits vom Ingenieurbüro Hentschel Consult angefertigt. Die Immissionsschutz-Behörde hatte keine grundsätzlichen Einwände, jedoch einige Hinweise; so sind die Erkenntnisse aus der schalltechnischen Untersuchung noch in den Umweltbericht aufzunehmen.

Das Plangebiet wird über die an die Staatsstraße 2103 angebundene Industriestraße erschlossen. Das Staatliche Bauamt stellte klar, entstehende Kosten, etwa für eine Linksabbiegespur, seien vom Markt zu tragen. Auf Anregung des Fachbereichs »Straßenverkehrswesen« im Landratsamt und des Staatlichen Bauamts nimmt die Gemeinde einen Hinweis auf, dass die Sichtdreiecke auf der Staatsstraße von Bepflanzung und Bebauung frei gehalten werden müssen.

Die Telekom bat, notwendigen Leitungsbau mindestens etwa vier Monate vor Baubeginn mit der Telekom abzustimmen und bat, sicherzustellen, dass durch Baumpflanzungen Bau, Unterhalt und Erweiterung die Telekommunikationslinien nicht behindert werden.

Ausdrücklich begrüßte die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern die geplante Nachverdichtung mit dem Ziel der »Sicherung bestehender sowie der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Marktgemeinde« und hatte ebenso wie einige Behörden noch konstruktive Verschläge zur Verbesserung der Planung. Ebenso begrüßte die Handwerkskammer den Entschluss, Vergnügungsstätten sowie Einzelhandelsnutzungen weitgehend auszuschließen, um Flächen für Betriebserweiterungen und die Ansiedlung von produzierendem oder sonstigem Gewerbe zu sichern.

Die DB Immobilien, hatte gegen das geplante Verfahren unter Einhaltung ausführlich aufgelisteter Bedingungen keine Bedenken. Betrieb und Wartung der bahnbetriebsnotwendigen Anlagen dürfe »keinesfalls verzögert, behindert oder gestört werden«. Ähnlich äußerte sich das Eisenbahn-Bundesamt. Kreisbrandrat Josef Kaltner ist zufrieden: Die Teisendorfer Feuerwehr könne das Gebiet innerhalb der zehnminütigen Hilfsfrist erreichen. Die Löschwasserversorgung sei laut Bauamt gesichert.

Auf den wertvollen Laubholz-Wald im Randbereich wies das Forstamt Traunstein hin. Die großen Kronen reichten zum Teil bis auf zwei Meter an die Baugrenze heran. Das Amt wies auf eine mögliche Gefährdung der Mafo-Werkhallennutzer durch Sturmwurf oder -bruch hin. Zur Sicherung der Bestandsstabilität sollte ein Eingriff unterbleiben, der Waldmantel sei zu erhalten. Um Risiken zu minimieren, wird die Baugrenze auf den Mindestabstand von 15 Metern zurückgenommen. Zudem soll geklärt werden, wer für die Bäume auf der Grenze zuständig ist, um diese bewirtschaften zu können. vm