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Real verpatzt den Start - Özil blass, Khedira Ersatz

Madrid (dpa) - José Mourinho kochte vor Wut. «An einen so schlechten Saisonstart kann ich mich nicht erinnern», schimpfte der Trainer von Real Madrid nach der 1:2-Schlappe des spanischen Fußballmeisters beim FC Getafe.

José Mourinho
José Mourinho: «Wir haben schrecklich gespielt und zu recht verloren.» Foto: Victor Lerena Foto: dpa

Der Portugiese hätte die Schuld für die Blamage in der Madrider Vorstadt beim Schiedsrichter suchen können, wie er es bei Niederlagen schon häufiger getan hatte. Aber er dachte nicht daran. Stattdessen ging er mit seinen Spielern hart ins Gericht: «Wir haben schrecklich gespielt und zu recht verloren.»

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Mourinho nannte keinen Spieler beim Namen, aber die Kritik dürfte auch auf Mesut Özil gemünzt gewesen sein. «Ihm unterliefen mehr Fehler als sonst», bemängelte die Zeitung «El Mundo». Das Sportblatt «As» meinte: «Özil findet einfach nicht zu seinem Spiel.» Der deutsche Nationalspieler bekommt nun Konkurrenz: Real verpflichtete am Montag den Kroaten Luka Modric von Tottenham Hotspur für eine Ablösesumme, die auf über 30 Millionen Euro beziffert wurde.

«Bei Real Madrid hat man doch immer Konkurrenz, ob die nun Kaká oder Luka Modric heißt», sagte Özil der Tageszeitung «Welt» (Dienstags-Ausgabe). «Real ist ein Club, der nie nur aus elf Spielern besteht, sondern aus 20 oder mehr Weltklasseleuten. In einer Mannschaft mit diesem Anspruch und diesen hohen Zielen muss man sich immer beweisen», betonte Özil nach dem schlechtesten Saisonstart der «Königlichen» seit elf Jahren mit nur einem Punkt aus zwei Spielen.

Im Rückspiel um den spanischen Supercup an diesem Mittwoch gegen den FC Barcelona (Hinspiel 2:3) stehen sie nun unter einem ganz besonderen Erfolgszwang. Im «Clásico» um den ersten Titel der Saison dürfte Sami Khedira, der in Getafe die komplette Spielzeit auf der Ersatzbank gesessen hatte, in die Stammelf zurückkehren.

In der Liga verteidigte Barça mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg bei CA Osasuna die Tabellenführung und baute seinen Vorsprung vor dem Titelverteidiger auf fünf Punkte aus. «Real flirtet mit dem Abstieg», spottete das in Barcelona erscheinende Fachblatt «Sport».

Die Madrilenen waren in Getafe durch Gonzalo Higuaín (27. Minute) in Führung gegangen und hatten geglaubt, die Partie ohne größere Anstrengungen über die Runden bringen zu können. Aber dann wurden sie durch die Gegentreffer von Juan Valera (52.) und Abdelaziz Barrada (74.) überrascht. Mourinho wechselte zwei zusätzliche Angreifer ein, vergrößerte damit aber nur das Durcheinander in seiner Elf. Zudem sah am Sonntagabend Fabio Coentrao auf der Reservebank wegen Schiedsrichterbeleidigung Rot (90.+3).

Barça zeigte in Pamplona eine ähnlich schwache Partie, hat für den Notfall aber immer einen Lionel Messi. Der Argentinier drehte das Spiel nach einem 0:1-Rückstand durch Joseba Llorente (17.) mit zwei Toren innerhalb von fünf Minuten (75./79.). Kapitän Carles Puyol spielte 15 Minuten mit einem gebrochenen Wangenknochen. «Ich werde bald wieder dabei sein», versprach der Verteidiger, der sich eine solche Verletzung bereits zum dritten Mal zuzog. Selbst ein Einsatz am Mittwoch im «Clásico» galt nicht als völlig ausgeschlossen.

Barça-Trainer Tito Vilanova erhielt wegen Meckerns die Rote Karte. Damit tat der neue Coach es seinem Vorgänger Josep Guardiola nach, der ebenfalls in einem Spiel gegen Osasuna zum ersten Mal als Trainer der Katalanen vom Platz gestellt worden war.