weather-image

Regelhüter: Kein weiterer Einsatz von Videotechnik

Zürich (dpa) - Außer der Torlinientechnologie soll es im Fußball vorerst keinen weiteren Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie dem Videobeweis geben. Das teilten die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) nach ihrer Jahressitzung in Zürich mit.

Entscheidung
Jérôme Valcke verkündet die Entscheidungen der Regelhüter. Foto: Steffen Schmidt Foto: dpa

Generalsekretär Jérôme Valcke vom Fußball-Weltverband FIFA schloss eine Änderung zwar langfristig nicht aus, derzeit sei daran aber nicht gedacht.

Anzeige

«Es besteht die Gefahr, dass der Videobeweis den Charakter des Spiels ändert», sagte Valcke. Zudem gebe es Bedenken, dass bei längeren Unterbrechungen für die Ansicht von Zeitlupen derweil Werbung bei den Fernsehübertragungen eingespielt werden könnte. Valcke befürchtet: «Das ist das Ende des Spiels.»

Sportarten, in denen der Videobeweis angewandt werde, würden anders gespielt als Fußball, meinte Valcke und nannte Rugby als Beispiel. Dort gebe es Zeit zwischen den Spielaktionen. Im Tennis hat sich der Videobeweis bei knappen Entscheidungen inzwischen bewährt. «Im Moment wissen wir nicht, wo es hingeht und wie das die Qualität des Spiels beeinflusst», erklärte Valcke die ablehnende Haltung beim Fußball. Er räumte ein, dass man über dieses Thema «den ganzen Tag» diskutieren könne, ebenso wie über die sogenannte Dreifachbestrafung.

Auch daran wird vorerst nicht gerüttelt, erklärte Valcke. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte darum gebeten, das Thema zu diskutieren. Kritik hatte es zuletzt nach dem Bayern-Spiel beim FC Arsenal und dem Platzverweis für Londons Torwart Wojciech Szczęsny von Münchner wie von Arsenal-Seite gegeben. Notbremsen im Strafraum werden mit einer Roten Karte, einem Elfmeter und einer Sperre geahndet.

Nach Meinung der IFAB soll es für grobe Fouls weiterhin einen Platzverweis geben. Torhüter sollten nicht mit einer Verwarnung davonkommen, wenn sie einen Stürmer absichtlich heftig attackierten. Allerdings wurde die Thematik an das neue Beratergremium (Advisory Panel) des IFAB verwiesen. Die Fußballexperten können dann den Regelhütern eine Empfehlung geben. Der Prozess kann allerdings Jahre dauern.

Erlaubt ist künftig das Tragen von Kopfbedeckungen wir Turbanen oder Schleiern. Nach einer zweijährigen Testphase spreche nichts dagegen, wenn das Design nicht gegen die Ausrüstungsbestimmungen verstoße, hieß es. Verboten sind dagegen nun Botschaften oder Fotos auf der normalen Ausrüstung oder T-Shirts, die unter dem Trikot getragen werden. Viele Spieler feierten Tore in den vergangenen Jahren, indem sie ihr Trikot hochzogen und Slogans, Grüße oder aufgedruckte Fotos ihrer Kinder zeigten, die auf darunter getragenen Kleidung zu sehen waren.

IFAB-Tagesordnung

IFAB-Seite auf FIFA-Homepage