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Diese Schaukel in Staudach-Egerndach wurde über das Regionalbudget gefördert.

Regionalbudget der Integrierten ländlichen Entwicklung wurde in Staudach-Egerndach gut angelegt

Staudach-Egerndach – Über Möglichkeiten der Förderungen im Rahmen der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE), informierte Projektleiterin Stephanie Hennes in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Gasthof Mühlwinkl. Leise Kritik wurde bezüglich der Informationen an die Landwirte deutlich.


Ein Ziel der ILE sei die Förderung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Projekte auch in kleinen Gemeinden, die dies aus eigener Kraft nicht realisieren können, informierte die Projektleiterin. Durch Zusammenschluss kleiner Gemeinden können sich zudem Einsparmöglichkeiten erschließen. Die »ILE« Achental gründete sich bereits 2007, als Marquartstein und Reit im Winkl in das Ökomodell Achental aufgenommen wurden und man eine Zukunftsvision für die neun Ökomodellgemeinden anstrebte. Unter großer Bürgerbeteiligung entstand die Zukunftswerkstatt Achental mit Festlegung von Zielen, die dann 2009 auch im ILE Konzept aufgenommen wurden.

Hennes Aufgabe sei es, sich für die Umsetzung beschlossener Projekte einzusetzen und auch das Amt für ländliche Entwicklung da-rüber zu informieren. Zudem erkunde sie weitere Fördermöglichkeiten, sei Ansprechpartner für Gemeinden und kümmere sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Fördermaßnahmen werden von der ILE mit bis zu 75 Prozent bezuschusst, wobei in den vergangenen Jahren hauptsächlich Konzepte gefördert wurden.

Auch das ILE-Programm entwickle sich weiter, erläuterte Stephanie Hennen, und so können Projekte auch weiter begleitet werden, wie das Wegekonzept. Dadurch gelangen mehr Maßnahmen aus der Projektierung in die Umsetzung. 2018 gab es eine Zwischenevaluierung mit Darlegung der umgesetzten Maßnahmen. Eine weitere Evaluierung mit den Bürgermeistern der Gemeinden sei für Ende März geplant. Dann sollen auch gezielt neue Maßnahmen für die Zukunft festgelegt werden, vor allem zu den neuen Handlungsfeldern Energie und Klimaschutz, Innenentwicklung und Gewerbe, Tourismus und Naherholung sowie Interkommunale Zusammenarbeit.

Stephanie Hennes bot zudem einen Rückblick auf bereits umgesetzte Projekte, wie das große Energiekonzept, das Tourismusleitbild und die Wegebeschilderung im Achental sowie die Kartierung des Kreuzkrauts. Insgesamt konnten Projekte mit Kosten von knapp einer halben Million Euro umgesetzt und 390.000 Euro an Fördermitteln generiert werden. Lediglich 115.000 Euro mussten die Gemeinden selbst aufbringen. Zu den laufenden Projekten informierte sie, dass das Innenentwicklungskonzept im Dezember abgeschlossen wurde und in den vergangenen zwei Jahren das Kreuzkrautprojekt mit Kartierung, Einzelberatungen, Infoflyern umgesetzt wurde. Hierzu fragte Michael Hofer, zugleich Bauernobmann, wo diese Kreuzkrautkartierung zu sehen ist. Seiner Ansicht nach gehöre dies an die Landwirte verteilt, damit diese wissen, ob auch in ihren Wiesen das Kraut nachgewiesen wurde. Stephanie Hennes versprach die Kartierung weiterzuleiten.

Zum Ausgleichsflächenkonzept erklärte die Projektleiterin, dass es drei Pilotflächen gebe. Problem sei jedoch, dass man sich 25 Jahre binden müsse und folglich Landwirte nicht begeistert seien. Aus dem Konzept sollen nun die kommunalen Flächen aufgewertet werden.

Für Kleinprojekte stehe das Regionalbudget zur Verfügung. Angefragt wurden 100.000 Euro an Förderung, wobei die Gemeinden zehn Prozent Eigenleistung erbringen müssen. Kleinprojekte bis maximal 10.000 Euro können gefördert werden. Allerdings müssen die Projekte bis Ende September umgesetzt und abgerechnet sein. Stephanie Hennes betonte, dass mit diesem Regionalbudget auch Vereine unterstützt werden können, die viele Ideen, aber oft wenig finanzielle Möglichkeiten der Umsetzung haben. Die Beantragung sei ebenfalls nicht sehr aufwändig.

Über das Regionalbudget konnten die Modernisierung des Feuerwehrhauses, die Mountainbike-Beschilderung wie auch die Zweifachschaukel am Spielplatz mit insgesamt 11.000 Euro gefördert werden. 4000 Euro musste die Gemeinde selbst aufbringen. Bürgermeisterin Martina Gaukler rief auf, sich mögliche Projekte zu überlegen. Diese müssen bis zum 25. Februar mit Maßnahmenbeschreibung und Kostenvoranschlag beantragt werden.

tb