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Regionale Schmankerl, a guade Musi und die Waldziege »Jogi« beim Ramsauer Herbstfest

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Ramsauer Herbstfest beim Klausbachhaus trotz durchwachsenen Wetters ein voller Erfolg
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Die Dirndln und Buam des GTEV D'Achentaler waren mit ihren Auftritten am Samstag ein Höhepunkt beim Ramsauer Herbstfest. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Das ist »Jogi«, die Waldziege aus Thüringen von Helmut Stutz.

Ramsau – Für ihren Mut wurden die Herbstfest-Organisatoren aus Ramsau letztendlich belohnt. Vom anfangs durchwachsenen Wetter am Samstag ließen sie sich nicht beunruhigen und zogen das Programm durch. Tatsächlich stellte sich dann ab Mittag auch trockenes Wetter ein. Die Besucherresonanz war zwar nicht so groß wie an einem schönen Herbsttag, aber alle waren zufrieden.


Von der Bindalm kam ein Almabtrieb mit gekranzten Tieren vorbei und ging zum Kressenlehen in Strub. Ramsauer Musikanten spielten und alle Sitzplätze um die Bühne waren besetzt. Nach Bedarf wurden die Sitzplätze erweitert. Moderator war wieder Tourismuschef Fritz Rasp. Er kennt wie kein anderer Land und Leute des Bergsteigerdorfes und gab Informatives und Interessantes an Gäste und Einheimische weiter. Der Bierwagen des Hofbräuhauses Berchtesgaden blieb witterungsbedingt auf der Hirschbichlstraße vor dem Nationalpark-Haus stehen und wurde nicht wie gewohnt hinter dem Nationalpark-Haus geparkt. Der von Freiweidevieh umlagerte Bierwagen war eine alpenländische Ansicht.

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Dazu passte am Eingang der Verkaufsstand mit Kallbrunner Almkäse. Katharina Leitner und Sandra Goep­fert hatten viel zu tun, um den Wünschen der vielen Käufer gerecht zu werden. Von der ersten Minute an stark frequentiert war das Buffet der Ramsauer Bäuerinnen. Vor allen Dingen die ausgezogenen Krapfen hatten es den Herbstfestbesuchern angetan. Hierzu war eine Stube des Klausbachhauses zu einer Backstube umgerüstet worden. Am schwimmenden Fetttopf stand wie die vergangenen Jahre wieder Monika Gschoßmann. Sie formte die Krapfen, legte sie in das heiße Fett und füllte das Butterschmalz immer wieder nach. Auf die Scherzfrage, wie viele Krapfen sie schon ausgezogen habe, antwortete sie: »Eine Million Krapfen sind es bestimmt schon.«

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Ramsauer Bäuerinnen verfeinern die ausgezogenen Krapfen mit Puderzucker.

An einem Infostand des Nationalparks ging es um Kinderbetreuung mit dem Hauptthema »Igel«. Es gab Infos, ein Quiz und Geschichten über den Igel. Gleich daneben war ein Verkaufsstand von Brigittes Töpfer-Oase mit wundervollen Unikaten.

Immer wieder gab es musikalische Schmankerl. Fritz Rasp kündigte den jungen Musikanten Paul Assem an und stellte ihn vor. Paul ist erst 13 Jahre alt und er zog das Publikum mit Stücken auf seiner Steirischen Harmonika in seinen Bann. Man hörte »Kalte Wasserl«, den »Marsch der Steirer« oder das Stück »Vierteljahrhundert Dreiviertler« von Herbert Pixner. Es gab viel Applaus und viele drehten Videos von dem jungen Musikanten.

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Diese beiden Herbstfestbesucher verstanden sich dem Anschein nach recht gut.

Ernst Fischer war an einem Stand der Enzianbrennerei Grassl und gab fachkundige Auskunft über die Enzianbrennerei inklusive Kostproben. Regionale Produkte, Marmeladen und Türkränze verkaufte der Familienkreis Ramsau und um den Bierausschank kümmerten sich die Ramsauer Weihnachtsschützen. Einen Stand mit Informationen zur nachhaltigen Entwicklung präsentierte die Biosphärenregion Berchtesgadener Land. In der Entwicklungszone stehen das nachhaltige Wirtschaften des Menschen im Einklang mit der Natur sowie der Erhalt der Kulturlandschaft im Vordergrund. So wurde unter anderem die Herstellung der Butter gezeigt.

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Monika Gschoßmann mit den ausgezogenen Krapfen. Eine Bäuerin, die ihr Handwerk versteht.

Auch die Milchwerke des Berchtesgadener Landes betrieben einen Infostand mit kostenlosen Kostproben. Immer ein Höhepunkt sind die Dirndl und Buam der Jugendgruppe des Ramsauer GTEV D'Achentaler mit ihren Schuhplattlern und Trachtentänzen. Es gab ein Interview mit dem Bergbrenner der Enzianbrennerei Grassl, bei dem Fragen um den Enzian und den Meisterwurz beantwortet wurden.

Fritz Rasp stellte auch Helmut Stutz vor, der mit zwei Eseln und einer Thüringer Waldziege namens »Jogi« zum Herbstfest gekommen war. Etwas verwundert war der Sprecher über den Namen der Waldziege, denn den Namen kenne er eigentlich vom Fußball her. Während die Namensgebung also für Erheiterung sorgte, interessierten sich die Kinder mehr für die beiden Esel, auf denen sie rund um das Klausbachhaus reiten konnten. So wurde das Ramsauer Herbstfest trotz des anfangs durchwachsenen Wetters noch ein voller Erfolg. Und letztendlich war alles ja für einen guten Zweck. Bernhard Stanggassinger

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Der 13-jährige Paul Assem beeindruckte auf seiner Steirischen Ziehharmonika.