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Exotisches Neujahrskonzert mit den »CubaBoarischen« im AlpenCongress Berchtesgaden

»Rehragout« mit Rumbakugeln

Die »CubaBoarischen« in Aktion (v.l.): Andreas Meixner, Hans Förg, Leonhard Meixner, Markus Wallner und Hubert Meixner. (Fotos: Tessnow)

Berchtesgaden – »A Glaserl voi Rum und no a Hoibe dazua«, so beschrieb der Bandleader der »CubaBoarischen«, Hubert Meixner, einmal die Musik seiner Combo.


400 Zuschauer ließen sich am Donnerstagabend von einem feurigen »kubanisch-boarischen Hogoascht« mitreißen. Was stilistisch zwischen Krachlederner und Karibikfeeling von der Bühne des Großen Saals im AlpenCongress Berchtesgaden blies, machte einfach Spaß. Die »CubaBoarischen« überzeugten mit perfekter Rhythmusarbeit, mehrstimmigem Gesang und spektakulären solistischen Einlagen. BR-Moderatorin Traudi Siferlinger und die Grassauer Bläser ergänzten ein stimmungsvolles, außergewöhnliches Konzert.

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»Auf geht’s Buam! Un – dos ...« Boarisch und Spanisch. Was eigentlich gegensätzlicher kaum sein kann oder zumindest musikalisch schwer kombinierbar erscheint, genau das sind die »CubaBoarischen«. Acht großartige Musiker aus dem Mangfalltal mit dem »karibischen Sonnenstich«. Aus altbayerischer Volksmusik, traditioneller Blasmusik und kubanisch-lateinamerikanischen Rhythmen und Melodien entstand ein witziger Tradi-Mix. Im Repertoire: Salsa, Samba, Rumba, Polka, Zwiefacher und Landler. Die Performance ohne aufdringliche Hampelei.

Eingeläutet wurde das Konzerterlebnis mit klassisch festlichen Tönen als Neujahrsgruß von den Grassauer Bläsern. Die »CubaBoarischen« schlossen sich mit einem »Vamos ihr Hirten« an. »Feliz Navidad« hieß ihr Tourneeslogan. Zu Deutsch: Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr. Bekannt wurde es durch den Hit von José Feliciano 1970. Anders als in Bayern trägt man auf Kuba zur Jahreswende keine Schals und dicke Mützen, sondern hitzebedingt kurze Röcke. Den Weihnachtsbaum gibt es schon fertig komplett dekoriert zu kaufen.

Traudi Siferlinger zeigte sich auch als Geigenvirtuosin.

Stimmung ab dem ersten Ton

Die »CubaBoarischen« machten von Beginn an Stimmung. Aber was so locker von der Bühne ratterte, gelingt nur durch exaktes Timing – die Musiker allesamt Multi-Instrumentalisten. Bandleader, Komponist und Arrangeur ist Hubert Meixner (Gesang, Akkordeon). Seine Bandkollegen: Andreas Meixner (Gesang, Gitarre, Klarinette), Leonhard Meixner (Gesang, Bongos), Michael Mayer (Trompete, Gesang, Percussion), Sepp Rottmayr (Tres Cubano, Solo-Gitarre), Markus Wallner (Kontrabass), Peter Rutz (Akkordeon, Percussion) und Hans Förg (Klarinette, Saxofon, Congas, Bongos). Letzterem gelang bei »Lagrimaxglaner« ein ausgezeichnetes Klarinettensolo. Auch am Baritonsaxofon knarzte er beachtlich einen raus und erhielt Szenenapplaus. Anschließend hockte Förg wieder hinter den Congas oder Bongos und komplettierte das perkussive Rhythmusgefüge.

Mit BR-Moderatorin Traudi Siferlinger gelang immer wieder der Bezug zu Bayern. Mit humorvollen Anekdoten und einer Gesangsübung »Mo mah du« erfreute sie das Publikum. Ihr versiertes Geigenspiel passte hervorragend in die Arrangements der »CubaBoarischen«. Richtig heimatlich alpin wurde es auch im »Frage- und Antwortspiel« mit Alphörnern der Grassauer Bläser und dem Solo »Rundummadum«.

Von »Koa Hiatamadl« bis »Yolanda«

Nach der Pause tanzte sogar der Chef Hubert Meixner und zog das Tempo an. Ob »Pinzgauer Perchtentanz«, »Didi-didi-didarita-Polka«, »Rumba en navidad« oder »Yu Ya«. Auch das bekannte »Rehragout« befand sich im Repertoire und so gelangen zwischen den kubanischen Texten und Arrangements immer wieder überraschende Abstecher ins Alpenländische. Auffrischend wurde ebenfalls ein »Koa Hiatamadl« kurz und schmucklos eingebaut. An der Leinwand wechselten Klischee-Dias und ergänzten ein passendes Bühnenambiente.

Zum Finale mit »Esa niña que cintura« forderten die »CubaBoarischen« nochmals zum Tanz auf. Obwohl das gar nicht mehr nötig war. Das gesamte Publikum stand bereits und schwofte mit. Bei Standing Ovations verabschiedeten sich die »CubaBoarischen« mit dem ruhigen »Yolanda« als zweiter Zugabe und mussten anschließend im Foyer viele Autogrammwünsche erfüllen. Jörg Tessnow