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Reiter Alm ein Stück Naturschönheit – Almfest der DAV-Sektion Traunstein

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Die Hauptgipfel der Reiter Alm – das Kleine und Große Häuselhorn, das Wagendrischelhorn und das Stadelhorn – sind lohnende Ziele.

Ganz eng mit der 150-jährigen Geschichte der DAV-Sektion Traunstein ist auch die Reiter Alpe, in der Umgangssprache einfach Reiter Alm genannt, verbunden. Der Gebirgsstock ist die westliche Begrenzung des Berchtesgadener Talkessels. Sie umfasst ein etwa zehn Quadratkilometer großes Gebiet, das sich beiderseits der deutsch-österreichischen Grenze erstreckt.


Der bayerische Teil liegt in den Gemeinden Ramsau und Schneizlreuth, der im Salzburger Land gelegene Teil gehört zur Gemeinde Unken. Ihrem Namen hat sie wohl dem Ortsteil Reit zu verdanken, welcher sich am Fuße des Gebirgsstockes befindet und zwischen Unken und Schneizlreuth liegt.

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So waren wohl die Bauern aus Reit die ersten, die auf dem ausgedehnten Plateau der Reiter Alm nach zusätzlichen Weideflächen gesucht haben. Ob sie auch bereits registriert haben, dass es sich hier um ein einmaliges Juwel handelt, bleibt offen.

Wer das weitläufige Gebiet schon einmal aufgesucht hat, der wird jedenfalls zustimmen: Ja, dieses Gebiet hat was! Die Reiter Alm ist ein Tafelgebirge, das zu den Berchtesgadener Alpen gehört. An seinen Rändern stürzt es überall steil ab. Die Hochfläche ist besonders im nördlichen Teil mit Almen und Weiden sowie alten Zirbenwäldern bedeckt. In der Mitte des Hochplateaus liegt das Reitertrett mit der einzigen Quelle, in deren Nähe wiederum die alte und die neue Traunsteiner Hütte zu finden sind.

Der östliche Bereich des Plateaus ist Teil des Nationalparks Berchtesgaden. Im Norden befindet sich ein Standortübungsplatz der Bundeswehr, die von Oberjettenberg aus auch eine Seilbahn betreibt. Wie alle Gebirgsgruppen der Berchtesgadener Alpen besteht die Reiter Alm aus Dachsteinkalk, der die auffälligen Felswände der Randabstürze und das Plateau bildet und einem Sockel aus Ramsaudolomit. Im Dolomitwerk Oberjettenberg wird dieser abgebaut.

Wer sich eine Auszeit auf er Reiter Alm gönnen möchte, muss sich diesen Ruheort erarbeiten. Egal, von welcher Seite der Anstieg gemacht wird, es sollten je nach Kondition dafür drei bis vier Stunden eingeplant werden. Aufstiege sind etwa über den Schrecksattel, den Alpasteig oder den Wachterlsteig möglich.

Auf der Almfläche angekommen ist man vom ersten Eindruck überwältigt, denn die Gipfel scheinen zum Greifen nah. Doch der Eindruck täuscht etwas, je nach Auswahl des Gipfels ist für einen weiteren Aufstieg – je nach Ziel – weitere zwei bis vier Stunden zu rechnen.

Die bekannten Gipfel im Bereich der Reiter Alm sind das Große Häuselhorn (2284 m), das Wagendrischelhorn (2251 m) und das Stadelhorn (2286 m) sowie die Hausberge der Traunsteiner Hütte, der Weitschartenkopf (1979 m) und der Große Bruder (1864 m) oder mit Blick auf den Berchtesgadener Talkessel die Gipfel des Edelweißlahners (1954 m) oder des Schottmalhorns (2045 m). Viele lohnende Ziele laden also zum Verweilen ein.

Rundwanderungen sind ebenfalls möglich – etwa die Steinberggasse hinauf und über den Plattlkopf in die Roßgasse und zurück zu den zahlreichen Almen im Almgebiet. Auch die Kletterer haben hier oben ihr zu Hause gefunden! Im Bereich der Nordabstürze befinden sich einige der schwierigsten alpinen Sportklettereien Deutschlands. Die bekanntesten Kletterberge sind hier die Wartsteinwand, das Hintere Feuerhörndl und das Hirscheck – sowie neuerdings durch beliebte moderne Routen die Alpawand, das Übeleck und das Alphorn. Zahlreiche Erstbegehungen und weitere Varianten sind dabei noch gar nicht genannt.

So finden alle Varianten des Alpinismus hier Platz für ihre Ausübung. Noch dazu in einem Gebiet, welches nicht so überlaufen ist, und mit ausgedehnten Zirben- und Lärchenbeständen auch ein Stück Naturschönheit beheimatet.

Wer hier nur zu einer Tagestour antreten will, der wird merken, die Zeit ist begrenzt und nicht alles ist möglich. Das haben auch bereits die alpinen Vorfahren der Sektion erkannt. So wurde bereits 1901 die alte Traunsteiner Hütte eingeweiht – und zwar auf österreichischem Boden. Doch der grenzüberschreitende Verkehr wurde während des II. Weltkriegs schwierig und so beschloss die Sektion, die neue Traunsteiner Hütte auf deutschem Boden zu errichten. Seit 1938 steht diese nun am gleichen Platz, wurde immer wieder umgebaut, um für die Bergsteiger gerüstet zu sein. Diese ist auch die einzige bewirtschaftete Niederlassung auf der Reiter Alm. Man kann dort auch übernachten und damit ist die neue Traunsteiner Hütte auch ein idealer Ausgangspunkt für die vielen möglichen Touren! Wer Ruhe und Erholung sucht, ist dort bestens aufgehoben.

Ein Bild von der Reiter Alm können sich alle Bergfreunde etwa beim Almfest der DAV-Sektion Traunstein am 29. und 30. Juni machen. Die DAV-Sektion Traunstein, die jedes Jahr dieses Fest veranstaltet, bietet diesmal verschiedene Touren unter dem Motto »Auf verschiedenen Wegen zur Reiter Alm« an (Start ist am 29. Juni um 7.30 Uhr am Parkplatz der Chiemgau-Halle in Traunstein oder um 8 Uhr an den jeweiligen Ausgangspunkten der Touren). Ein Höhepunkt der Sternwanderung wird der ökumenische Gottesdienst am 29. Juni, um 15 Uhr an der neuen Traunsteiner Hütte sein.

Weitere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der DAV-Sektion unter der Telefonnummer 0861/69399. Die Sektion bittet auch darum, dass man sich zur Sternwanderung vorab anmeldet. Richard Mühlbacher