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Rekordeinsatzjahr für die Freiwillige Feuerwehr Schönau

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Rekordeinsatzjahr für die Freiwillige Feuerwehr Schönau
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Beförderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr Schönau (v.l.): Bürgermeister Hannes Rasp, 2. Kommandant Mario Graf, Löschmeister Daniel Donaubauer, Feuerwehrfrau Annalena Kurz, Feuerwehrfrau Verena Häusser, Feuerwehrmann Maximilian Grois, 2. Schriftführer Robert Koch, Oberbrandmeister Albert Hell, 1. Kommandant Sebastian Walch und 1. Vorstand Johann Hölzl. (Foto: Christian Wechslinger)

Schönau am Königssee – Bis auf das Schneechaos im Januar war das Jahr 2019 für die Freiwillige Feuerwehr Schönau ein recht normales. Die Wehr war in 78 Einsätzen außerhalb des Schneechaos bei Bränden, Technischen Hilfeleistungen, Sturmschäden, Sicherheitswachen, Fehlalarmen, Verkehrsunfällen, Unfällen verschiedener Art und Beseitigung von Ölspuren gefordert.


Von den 403 Einsätzen im Kalenderjahr waren alleine 325 den Unbilden der Schneemassen geschuldet, wie man auf der Generalversammlung im Gasthof »Unterstein« erfuhr. Themen der Versammlung waren auch 13 Beförderungen sowie Ehrungen und vielfältige gesellschaftliche Aktivitäten im Verein. Dass es um den so wichtigen Feuerwehrnachwuchs gut bestellt ist, bewies die Aufnahme von acht Feuerwehrnovizen per Handschlag in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Schönau.

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Bürgermeister Hannes Rasp sprach von einem ereignisreichen Jahr für die Feuerwehren, vor allem beim sogenannten Schneechaos. Die zwei Ortsfeuerwehren hätten Großartiges geleistet und in großer Kameradschaft vorbildlich zusammengearbeitet, so Rasp, der im Weiteren auf den Bau des neuen Feuerwehrhauses für die Königsseer Wehr und die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs einging.

Feuerwehrkommandant Sebastian Walch erinnerte zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes an die Schneemassen im Januar des letzten Jahres und wie man zusammen mit anderen Feuerwehren sowie verschiedenen Organisationen damit fertig geworden sei. Am verschobenen feierlichen Gelöbnis der beim Schneechaos helfenden Bundeswehr teilzunehmen, sei eine kleine Respektsbekundung gewesen, so der Kommandant, der von einem außergewöhnlichen Jahr mit 325 Schneeeinsätzen im Januar 2019 sprach. Im Weiteren führte Walch die vielfältigen weiteren Aufgaben der Feuerwehr an.

Der Chef der Polizeiinspektion Berchtesgaden, Wilhelm Handke, freute sich, bei der Generalversammlung der Feuerwehr in seinem Wohnort sprechen zu dürfen. Dabei machte Handke die Wichtigkeit der Feuerwehren in der Zusammenarbeit mit den Polizeikräften deutlich. Dr. Reinhard Reichelt, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Berchtesgadener Land, ging auf das brisante Thema »Corona-Virus« ein. Der Allgemeinmediziner informierte, dass die Berchtesgadener Ärzteschaft einen Krisenstab gebildet habe.

Der Mediziner machte in diesem Zusammenhang deutlich, wie gefährlich es sein könne, Medikamente von außereuropäischen Zulieferern zu ordern. Eine Knappheit verschiedener Präparate sei jetzt die Konsequenz. Für die Aufforderung, Medikamente aus Europa zu beziehen, erntete Dr. Reichelt spontanen Applaus der Versammelten.

Vorstand Johann Hölzl bat im Vereinsteil die Versammlung zunächst, der im letzten Jahr Verstorbenen zu gedenken. Zu gerne hätte man den langjährigen Vorstand August Stengle zum Ehrenvorstand ernannt. Doch der Tod hatte einen anderen Plan. Hölzl erinnerte daran, dass die Feuerwehrleute bei der Schneekatastrophe Tag und Nacht im Einsatz gewesen seien. Gleichwohl freute er sich auch über die enge Zusammenarbeit der Feuerwehren mit der Zivilbevölkerung. Im Rückblick auf gesellschaftliche Veranstaltungen erinnerte der Vorstand an die Geburtstagsfeiern zum 50er von Kommandant Sebastian Walch sen. und Fähnrich Michael Graßl sen.

Einen fundierten Abriss über das ereignisreiche Vereinsjahr gab Schriftführer Sebastian Beer, der in seinen Rechenschaftsbericht mehrere interessante Fotos und Schnappschüsse einspielte. Im Kassenbericht von Christian Bründl wurde das wirtschaftliche Schaffen der Verantwortlichen deutlich. Alois Graf, der mit Hans Konrad die Kasse geprüft hatte, lobte die akribisch gute Arbeit von Bründl. Nachdem Konrad nicht mehr als Kassenprüfer zur Verfügung steht, erklärte sich Andreas Planitscher bereit, diese Aufgabe zu erfüllen. Schließlich hatte die Vorstandschaft die angenehme Aufgabe, langjährige Mitglieder der Feuerwehr für deren Treue auszuzeichnen.

Die größte Ehrung wurde dabei Georg Koller zuteil, der zum Ehrenvorstand ernannt worden ist. Koller konnte aus Krankheitsgründen allerdings nicht persönlich zur Generalversammlung kommen. Die Anregung zu dieser Ehrung war im letzten Jahr von Ehrenkommandant Stefan Pfnür gekommen.

Bei den Grußworten dankte Stefan Graßl vom GTEV D'Funtenseer der Feuerwehr für die Unterstützung beim Jubiläumsfest. »Bei der Schneekatastrophe war die Zusammenarbeit derart problemlos, dass man hätte meinen können, eine einzige Wehr wirke zusammen«, machte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Königssee, Andreas Kurz, deutlich. Für die komplette Versorgung der Schönauer Feuerwehr hatte damals die Wasserwacht gesorgt.

Christian Wechslinger