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Rekordträchtige Bundesliga-Jubiläumssaison

Düsseldorf (dpa) - Die längste Bundesliga-Sommerpause ist passé, bei Deutschlands Fußballfans und den Protagonisten kribbelt es. Schon vor dem Eröffnungsspiel zur Jubiläumssaison zwischen Meister Dortmund und Bremen sprachen Zahlen für einen neuerlichen Boom.

Meister-Fans
Die Dortmunder Fans wollen ihren BVB auch in der Saison 2012/2013 zum Titel schreien. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Mit fast 483 000 Dauerkarten und mehr als 130 Millionen Euro Einnahmen durch Trikotsponsoring erreichen die 18 Vereine vor der 50. Spielzeit Rekorddimensionen. Und mit über 186 Millionen Euro Transferausgaben wackelt die Bestmarke des Sommers 2007, als vor Saisonstart 194 Millionen Euro investiert wurden. Ligapräsident Reinhard Rauball schwärmt von einer «ungeheuer attraktiven» Eliteklasse.

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Spätestens am 18. Mai 2013 werden die Fragen beantwortet sein: Können die Bayern den BVB auf dem Weg zum Titel-Hattrick stoppen? Wie schlagen sich Fürth, 52. Neuling und laut Präsident Helmut Hack «der Winzling» der Liga, Frankfurt und Düsseldorf als Aufsteiger Nummer 127, 128 und 129? Muss das noch nie abgestiegene Gründungsmitglied Hamburg diesmal runter? Düsseldorf-Trainer Norbert Meier sprach für alle, als er vor dem ersten Bundesligaspiel der Fortuna seit mehr als 15 Jahren sagte: «Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.»

Und der hat es nicht nur für die Rheinländer, die das Abenteuer bei Vorjahresneuling Augsburg ohne den gesperrten und verletzten Kapitän Andreas Lambertz angehen, in sich. Die Bayern tönen: «Wir wollen wieder die Nummer eins in Deutschland werden» - Manuel Neuers Worte sind eine Kampfansage. Der Supercuperfolg gegen den BVB macht vor dem Gang nach Fürth selbstbewusst. Es gibt indes Handicaps: Mario Gomez und Franck Ribéry fallen aus, Bastian Schweinsteiger sitzt vorerst auf der Ersatzbank. Trainer Jupp Heynckes warnte: «Fürth hat eine überragende Zweitligasaison gespielt und nimmt die Aufstiegseuphorie mit.» Hack: «Wir werden nicht ängstlich sein.»

Aber es gab Dämpfer. Nicht nur Fürth, auch Hamburg, Nürnberg, Bremen, Frankfurt und Hoffenheim leisteten sich Pokalpleiten. 1899-Trainer Markus Babbel verlangt vor der Partie in Mönchengladbach «nichts Unmenschliches: Bereitschaft zeigen, Einsatz zeigen und trotzdem auch Fußball spielen, vor allem gemeinsam.» Babbel-Kollege Lucien Favre ist in der Ära nach Marco Reus aktuell als Problemlöser gefragt. «Ich muss die beste Mischung im Sturm finden», sagte er nach dem 1:3 in der Königsklassen-Qualifikation gegen Kiew.

Sorgen anderer Natur haben der HSV, der «Club» und Frankfurt: Das Aus im DFB-Cup tut weh. Die Trainer Thorsten Fink und Dieter Hecking verbreiten trotzdem neuen Optimismus. «Der Kader ist stark genug, Nürnberg zu schlagen», sagt Fink. Hecking hält dagegen und meint, die Pleite von Havelse «gut aufgearbeitet» zu haben. Die Eintracht-Profis ließen beim 0:3 in Aue alles von dem vermissen, was Chefcoach Armin Veh jetzt gegen Europa-League-Starter Leverkusen einklagt: «Wir müssen mit viel Disziplin und Leidenschaft auftreten.»

Stuttgart und Hannover sind schon viel weiter: Der VfB (5:0 im Pokal in Falkensee, 2:0 in der Europa-League-Qualifikation gegen Moskau) und die Niedersachsen (6:1 im Pokal gegen Nöttingen, 5:3 in der Europa-League-Qualifikation in Breslau und zwei Siege in der Runde davor gegen St. Patrick's Athletic) gewannen bislang alle Pflichtaufgaben.

Das VfB-Spiel gegen Wolfsburg mit dem ehemaligen Stuttgarter Coach Felix Magath wurde auf Samstag verlegt, weil die Gastgeber schon am Dienstag in Moskau antreten müssen. Freiburg fehlen gegen Mainz die verletzten Profis Daniel Caligiuri und Jan Rosenthal. FSV-Trainer Thomas Tuchel propagiert Vollgasfußball und weiß, was er von seinem Team verlangen kann: «Am Samstag will ich alles haben. Ohne Ausreden.»

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