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Relegation: Zuversicht in Hoffenheim und Kaiserslautern

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Trainer Markus Gisdol will mit Hoffenheim erstklassig bleiben. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Zuzenhausen (dpa) - Markus Gisdol will mit der TSG 1899 Hoffenheim das «kleine Fußball-Wunder vollenden», Franco Foda mit dem 1. FC Kaiserslautern die «unvergleichliche Emotion» des Aufstiegs auskosten.


Vor den Alles-oder-Nichts-Spielen um die Bundesliga-Zugehörigkeit in der kommenden Saison herrscht bei den Trainern der Rivalen Zuversicht, aber auch Anspannung. «Wir schauen nicht mehr nach rechts und links. Es geht nur noch geradeaus», verkündete Gisdol die Marschroute für die Duelle um den Klassenverbleib. «Wir sind Außenseiter, sollten aber nicht zu viel Understatement betreiben. Wir sind in der Lage, Hoffenheim zu schlagen», konterte Foda.

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Im mit 30 150 Zuschauern ausverkauften Hinspiel am Donnerstag will der vor dem dramatischen 2:1-Sieg in Dortmund bereits abgeschriebene Bundesligist die Weichen für die sechste Saison im Fußball-Oberhaus stellen. «Wir müssen die Freude mitnehmen und es laufen lassen», sagte Gisdol.

Das Selbstvertrauen im Kraichgau ist groß, der Respekt vor den Roten Teufeln allerdings auch. «Wir werden nichts geschenkt bekommen», sagte Gisdol, «aber wir haben auch nichts zu verlieren. Wir waren doch schon zweimal tot gesagt. In Bremen hätte nach 80 Minuten keiner mehr einen Pfifferling auf uns gegeben, genauso in Dortmund in der Halbzeit. Deshalb können wir nur noch gewinnen.»

Entsprechend groß ist die Euphorie im Umfeld des Vereins. Gisdol hofft: «Wir müssen das nutzen und alles mobilisieren. Wir brauchen jeden Zuschauer, jede Stimme und jede Emotion. Wir müssen aus unserem Stadion einen Hexenkessel machen. Die Jungs brauchen das!»

Ähnliche Sprüche sind aus der Pfalz zu vernehmen. «Die Zuschauer können ein ganz entscheidender Faktor sein», sagte FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa und fügte mit Blick auf das Rückspiel am Montag hinzu: «Wir müssen wieder das absolute Betzenberg-Feeling herstellen, das den FCK in der Vergangenheit schon so oft ausgezeichnet hat.»

Kuntz ist froh, dass die Roten Teufel nach einer Saison mit Höhen und Tiefen durch die Hintertür der Relegation doch noch den direkten Wiederaufstieg schaffen können. «Da ist schon sehr viel Stolz und natürlich auch Vorfreude dabei.» Einen Favoriten hat der Europameister von 1996 nicht ausgemacht: «Es werden zwei spezielle Spiele, auch wegen der räumlichen Nähe zwischen den beiden Vereinen und dem Duell zwischen Tradition und Emporkömmling. Ich denke, die Chancen stehen 50:50.»

Die Bilanz spricht jedoch für den Erstligisten, der in bisher sechs Pflichtspielen gegen die Pfälzer nie den Kürzeren zog. Hinzu kommt die wiederentdeckte Nervenstärke der Hoffenheimer in Extremsituationen. Kein Wunder also, dass Gisdol fröhlich verkündete: «Wenn ich Kaiserslautern wäre, hätte ich mir nicht gewünscht, gegen Hoffenheim zu spielen.»

Zumal der finanzielle Druck für den FCK ungleich größer ist als für Hoffenheim. Die Stadionmiete von 3,2 Millionen Euro und weitere Kosten für das Fritz-Walter-Stadion in Höhe von ungefähr 5,5 Millionen Euro belasten den Club in der Zweiten Liga ganz besonders. Ein Kraftakt wie in der abgelaufenen Runde mit einem Lizenzspieleretat von etwa 11,5 Millionen Euro bei einem Gesamt-Budget von 32 Millionen Euro dürfte der Verein nur sehr schwer ein weiteres Mal stemmen können.

«Natürlich ließe sich das alles in der Ersten Liga leichter finanzieren, weil dort einfach ganze andere Einnahmen generiert werden», machte Kuntz klar. Aber auch für den Fall, dass das Team von Franco Foda sich gegen Hoffenheim nicht durchsetzt, sieht der Vorstandsboss den Verein als «wirtschaftlich wie strukturell gefestigt» an. «Das ist ein gutes Gefühl.»