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Rendezvous mit der Vergangenheit - Reus: »Ohne Pipapo«

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Ex-Gladbacher
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Marco Reus trifft mit dem BVB auf seinen Ex-Verein. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Die in solchen Fällen unvermeidliche Frage nach seinem Gefühlsleben entlockt ihm nur ein müdes Lächeln. Darüber, wie er sich im Falle eines Torerfolgs am Samstag gegen seinen ehemaligen Verein aus Mönchengladbach verhalten wird, hat Marco Reus bisher noch nicht nachgedacht.


»Ach«, seufzt der 17,1 Millionen Euro teure Neuzugang von Borussia Dortmund, »ich werde mich ganz normal verhalten. Also ohne Pipapo.« Dabei kann von Normalität eigentlich keine Rede sein. Zu der obligatorischen Pressekonferenz vor einer Bundesligapartie erschien Trainer Jürgen Klopp diesmal nicht allein, sondern in Begleitung des Nationalspielers. Der BVB reagierte damit auf das große Medieninteresse, das dem ersten Spiel von Reus nach seinem Wechsel gegen Mönchengladbach gilt. Das nahe Rendezvous mit seiner Vergangenheit weckt Erinnerungen: »Es waren drei schöne Jahre, in denen ich viele Freude kennengelernt habe«, kommentierte Reus.

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Erst kürzlich war sein Name an alter Wirkungsstätte wieder einmal in aller Munde. Beim glücklichen 2:2 des Altmeisters am Mittwoch gegen den Hamburger SV wurde ein kreativer und torgefährlicher Profi wie er schmerzlich vermisst. Auf das anhaltende Gerede in Mönchengladbach über den einstigen Publikumsliebling reagiert Sportdirektor Max Eberl mittlerweile jedoch allergisch: »Marco Reus, Marco Reus, Marco Reus - das ist ad acta. Der ist nicht mehr hier.«

Solch einen Stellenwert muss sich Reus bei der anderen Borussia erst noch erarbeiten. Nur beim Saisonauftakt gegen Bremen spielte er ähnlich groß auf wie bei seinem ehemaligen Club. Dennoch hat Trainer Klopp bisher keine Sekunde daran gezweifelt, mit der teuren Verpflichtung alles richtig gemacht zu haben: »Wir haben genau den Super-Spieler bekommen, den wir uns erhofft haben.« Ähnlich positiv sieht es Reus. Ungeachtet aller Anpassungsprobleme fühlt er sich in seiner Geburtsstadt Dortmund wohl: »Mir macht es hier Spaß.«

Ein Sieg über Mönchengladbach könnte helfen, den Spaßfaktor noch zu erhöhen. Denn nach zwei Partien mit sechs Gegentoren und nur einem Punkt ist der BVB im Titelrennen bereits mächtig ins Hintertreffen geraten. Nicht zuletzt deshalb bleibt für Reus kaum Zeit für Sentimentalitäten. Bei aller Sympathie für seine einstigen Mitstreiter, mit denen er in den vergangenen Tagen fleißig SMS austauschte, hofft er auf eine Rolle als Hauptdarsteller im Bundesliga-Topspiel. Bei der Erarbeitung einer Strategie für das Borussia-Duell waren seine Dienste jedoch kaum gefragt: »Die brauchen keinen Tipp von mir. Unser Trainerstab kennt Stärken und Schwächen der Gladbacher.«