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Reporter wird zum Rind-Finder

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Huch, wer ist denn das? Zwergrind Tati bei der ersten Begegnung mit »Anzeiger«-Reporter Christian Wechslinger (Foto: Wechslinger)

Ramsau – »Anzeiger«-Mitarbeiter Christian Wechslinger hat am Mittwochvormittag das entlaufene Zwergrind Tati (wie berichtet) am Schwarzeck gefunden. Der Reporter war gerade auf dem Weg zu einem Termin. Nachdem es der Besitzerfamilie Angerer vom Pletzerlehen und deren Helfern nicht gelang, das scheue Zwergrind einzufangen, betäubte schließlich eine Tierärztin aus Teisendorf die kleine Tati. Seit gestern Nachmittag ist sie wieder im heimischen Stall. »Ich bin überglücklich. Tati geht es gut«, sagte Hans Angerer dem »Anzeiger«.


Ein bisschen kennt er sich aus mit Rindviechern. Immerhin hatten die Eltern von »Anzeiger«-Reporter Christian Wechslinger eine Metzgerei und einen Häutehandel im Schlachthof. Aber, dass ausgerechnet er Zwergrind Tati finden wird, damit hat der langjährige »Anzeiger«-Mitarbeiter nicht gerechnet.

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Am Mittwochvormittag hatte Christian Wechslinger einen seiner unzähligen Außentermine. Projektleiter Sebastian Klinger vom Landwirtschaftsamt wollte ihm am Gröllberg in der Ramsau die Bergwaldoffensive erklären. Klinger war dort mit der vierten Klasse der Grundschule Ramsau dabei Baumsetzlinge in freie Flächen des Waldes einzupflanzen.

Tati beschnüffelte das Auto

Doch am abgemachten Ort an einer Wegespinne etwa 500 Meter oberhalb des Soleleitungsweges angekommen, konnte Christian Wechslinger niemanden aus der Pflanzgruppe finden. »Dafür aber kam plötzlich ein Kalb auf mich zu und beschnüffelte mein Auto«, erzählt Wechslinger. »Da habe ich mich daran erinnert, dass in der Dienstagsausgabe nach einem schwarzen Rind gesucht wurde.« Der Reporter stieg aus und hat quasi reflexartig Fotos gemacht. Einfangen konnte er Tati allerdings nicht. »Ich hatte keinen Strick dabei«, sagt Wechslinger.

Also, versuchte er, das Zwergrind anzulocken. »Bezibezi, Soizsoiz«, rief er immer wieder. »Das hat mir mal ein Bauer so erklärt«, erinnert sich der »Anzeiger«-Mitarbeiter. In seiner Verzweiflung probierte er es sogar mit seinen Lieblings-Schokobonbons. Doch alle Versuche blieben erfolglos. Deshalb rief Wechslinger bei der Gemeinde Ramsau an und gab die Nummer auf den Ohrclips durch. Wenig später meldete sich dann der Besitzer Hans Angerer. »Ich habe ihm genau die Örtlichkeit mitgeteilt«, so Wechslinger.

Tati war in der Zwischenzeit weitergetrottet. Der »Anzeiger«-Mann fuhr ihr vorsichtshalber hinterher. »Das Rind ist dann wieder dorthin zurück, wo es hergekommen ist«, sagt er.

Mit Gewehr betäubt

Während sich der Reporter dann der Bergwaldoffensive widmete, haben Familie Angerer und Helfer zu acht versucht, Tati einzufangen. Was sich bei dem unwegsamen Gelände als unmöglich erwies. »Sie ist immer wieder davongelaufen«, berichtet Hans Angerer. »Um Tati nicht zu verschrecken, sind wir ihr langsam hinterher.« Mit einem Eimer voll Weizenkleie hat der Trupp dann versucht, das Zwergrind anzulocken. Doch auch das hat nicht funktioniert. »Wir haben schließlich eine Tierärztin in Teisendorf um Hilfe gebeten«, so Angerer. Die war dann nach etwa einer Stunde am Schwarzeck. Mit einem Gewehr hat die Veterinärin Tati aus etwa fünf Meter Entfernung betäubt.

Bereits wenige Stunden später war Zwergrind Tati wieder auf den Beinen. Hans Angerer hat die ganze Zeit neben ihr im Stall darauf gewartet, dass sie wieder ganz fit ist. Christian Fischer