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Rewe ade

Bischofswiesen - Der Rewe-Markt in Bischofswiesen schließt Ende des Jahres. Damit fehlt der Gemeinde ein Lebensmittelnahversorger. Vor allem für die ältere Bevölkerung stellt das ein großes Problem dar, wie der Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Matthias Irlinger, auf Anfrage bestätigt: »Für die Gemeinde ist das sehr schlecht.« Die Hoffnung aufgegeben hat man aber noch nicht.

Der Rewe-Markt schließt Ende des Jahres. Als letzter Nahversorger in Bischofswiesen. Foto: Anzeiger/cw
Bedauert die Schließung des Lebensmittelmarktes: Bürgermeister Toni Altkofer. Anzeiger-Foto

Spätestens jetzt, nachdem bekannt wurde, dass der Rewe-Markt an der Hauptstraße schließen wird, zeigt sich die Notwendigkeit des Marktes im Ort. »Die Gemeinde bedauert die Entscheidung der Firma, den für die örtliche Nahversorgung wichtigen Markt im Ortszentrum zu schließen«, so Bürgermeister Toni Altkofer. Seit Jahren war der Markt gut besucht. Vor allem Bischofswieser Bürger, die eingeschränkt mobil sind, profitierten von der zentralen Einkaufsmöglichkeit.

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Allerdings handelt es sich dabei um keinen Einzelfall. Die Schließung ist Teil einer ganzen Reihe von Schließungen kleiner Geschäfte aus dem Lebensmittelbereich. Ob in den Bischofswieser Ortsteilen Stanggaß, in Winkl, der Nachbargemeinde Berchtesgaden oder Marktschellenberg. Über schlossen in den letzten Monaten Geschäfte. Kleine Lebensmittelmärkte haben es zunehmend schwerer.

Bürgermeister Altkofer sagt, dass es im Laufe der letzten Jahre immer wieder Gespräche mit Rewe gegeben habe. Allerdings konnte bislang keine Lösung für die von Rewe geforderten Verbesserungen gefunden werden. Zu gering sei die Anzahl der Stellplätze, ebenso sei die Verkaufsfläche zu überschaubar, um konkurrenzfähig zu bleiben.

»Da sich nach Angabe von Rewe auch die wirtschaftlichen Zahlen des Marktes in letzter Zeit verschlechtert haben, war die Entscheidung zur Schließung des Marktes leider nicht zu verhindern«, bedauert Altkofer. Die Möglichkeiten der Gemeinde zum Einstieg in den geschäftlichen Wettbewerb seien jedoch sehr beschränkt, weiß der Gemeindechef. »Erst wenn eine Versorgung der Bevölkerung dauerhaft nicht mehr gewährleistet ist, kann die Gemeinde tätig werden.« Absehbar sei dies aber momentan nicht. Denn am Ortsrand existiert mit dem »Panorama Park« und dem dortigen Edeka-Laden ein Lebensmittelmarkt.

Der Seniorenbeauftragte Matthias Irlinger sagt, dass die Schließung die Gemeinde vor Probleme stellt. Vor allem die ältere Bevölkerung müsse mit dem Umstand zurechtkommen.

Anette Brieden von der »Diakoniestation für häusliche Kranken- und Altenpflege« in Bischofswiesen hat mit Senioren zu tun und weiß, dass viele auf das Geschäft an der Hauptstraße angewiesen sind. »Einige haben das mit einem kleinen Spaziergang verbunden, sich dort getroffen und den sozialen Kontakt gepflegt«, sagt Brieden. Diese Möglichkeit fällt nun weg. »Die Menschen im Ort bedauern das sehr.« So auch Mary Hiebl, die im Wassererweg wohnt. 81 Jahre alt ist die Bischofswieserin. Zwar hat sie noch den Vorteil, dass sie Einkäufe zusammen mit ihrem Mann per Auto erledigen kann. Doch nicht alle ihrer Bekannten können das von sich behaupten. »Viele meiner Altersgenossen sind auf den Bus angewiesen und wegen der Rewe-Schließung schockiert«, sagt Hiebl. Einige hätten sich eigens im Bereich des Andreas-Fendt-Rings, der unweit des Lebensmittelmarkts liegt, angesiedelt. »Weil hier halt alle Versorgungseinrichtungen in der Nähe sind.« Für ältere Herrschaften werde es nun zunehmend schwieriger.

Ganz so schwarz sieht Seniorenbeauftragter Irlinger die Situation aber noch nicht. Zumindest ist der letzte Funke Hoffnung noch nicht gestorben. Das sagt auch Bürgermeister Toni Altkofer: »Der Eigentümer des Ladenlokals ist an einer weiteren gewerblichen Nutzung der Flächen interessiert und auf der Suche nach einem neuen Betreiber für den Markt.« Bewährt habe sich die gute Lage des Geschäfts, unmittelbar an der Bundesstraße gelegen. »Wir sind guter Hoffnung, dass sich im freien Wettbewerb ein Nachfolger finden wird«, so Altkofer. Sicher ist das allerdings nicht. In Marktschellenberg sucht man schon seit mehreren Monaten. kp