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Richter schicken Frau lange ins Gefängnis

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Zschäpe
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Beate Zschäpe wurde am Mittwoch von einem Gericht verurteilt. Foto: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa Foto: dpa

Fünf Jahre dauerte der Prozess vor Gericht. Jetzt gibt es endlich ein Urteil. Eine Frau muss wegen mehrerer Morde lange ins Gefängnis. Dass sie an den Morden beteiligt war, war jedoch nicht leicht zu beweisen.


Sie begingen ihre Taten über Jahre hinweg. Vor längerer Zeit haben Mitglieder einer Terror-Gruppe in Deutschland mehrere Menschen getötet.

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Sie brachten vor allem Leute um, die aus dem Ausland kamen. Oder deren Familien aus anderen Ländern stammten. Die Gruppe mit dem Namen NSU verachtete Menschen, die anders waren.

Lange wusste die Polizei nicht, dass die Gruppe die Morde und andere Taten begangen hatte. Doch vor einigen Jahren fanden Polizisten zwei Mitglieder der Gruppe. Die beiden Männer hatten sich umgebracht. So kam die Polizei dem NSU auf die Spur.

Eine Freundin der Männer und Helfer der Gruppe kamen vor Gericht. Am Mittwoch fielen nach einem langen Prozess die Urteile. Die Frau heißt Beate Zschäpe und war selbst Mitglied des NSU. Die Richter entschieden: Sie hat ihren Freunden geholfen, zehn Menschen zu töten, und muss lebenslang ins Gefängnis.

«Es wird nicht nur derjenige bestraft, der eine Tat begangen hat, sondern auch derjenige, der ihm hilft oder ihn anstachelt», sagt der Experte Gregor Samimi.

Doch für die Richter war es nicht leicht zu beurteilen, ob Beate Zschäpe wirklich an den Morden beteiligt war. Sie hatten keine Beweise, dass die Frau an den Tatorten war. Deshalb mussten die Richter Indizien prüfen, erklärt Gregor Samimi. Indizien sind Hinweise auf etwas.

«Wurde das Handy von jemandem am Tatort geortet? Dann ist das ein Indiz, dass derjenige dort war», erklärt der Fachmann an einem Beispiel. «Um jemanden aber tatsächlich zu verurteilen, braucht es eine Indizien-Kette, also mehrere Indizien.» Das kann zum Beispiel das Auto des Angeklagten sein, das jemand am Tatort gesehen hat.

Die Richter entschieden: Die Indizien reichten aus, um Beate Zschäpe zu verurteilen. Und auch Helfer der Gruppe schickten die Richter am Mittwoch ins Gefängnis. Die Anwälte von Beate Zschäpe sagten aber schon: Wir wollen gegen das Urteil vorgehen.