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Riesenjubel nach Meistertitel und Bezirksliga-Aufstieg

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Die Ränge waren voll. Über 700 Zuschauer kamen mit Fahnen, Plakaten und jeder Menge guter Laune in die Schönau, um ihre Mannschaften zu unterstützen. (Fotos: Wechslinger (3), Kastner (1))
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Die SG Schönau wurde durch ein 1:1 gegen den TuS Traunreut Kreisligameister und steigt damit zum fünften Mal in der 62-jährigen Vereinsgeschichte in die Bezirksliga auf.
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Spannende Szenen, wie dieser Luftkampf, boten sich beim Spiel um den Aufstieg in die Bezirksliga.
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Markus Lochner traf in der 18. Minute für die SG Schönau.

Die SG Schönau hat es geschafft: Sowohl den Meistertitel als auch den Aufstieg in die Bezirksliga. Der Mannschaft reichte dazu ein 1:1 gegen den TuS Traunreut, das sie sich vor 700 Zuschauern im Schneewinkl-Stadion erkämpft hat.


Der TuS Traunreut reiste mit etwa 150 Schlachtenbummlern hoffnungsvoll in die Schönau, um mit einem Sieg Meister zu werden und direkt in die Bezirksliga aufzusteigen. Doch in einem Spiel auf Augenhöhe mit einem starken Gegner waren die Schönauer die etwas glücklichere Mannschaft. Aufgrund der besseren Möglichkeiten hätte Schönau das Match allerdings auch gewinnen können. Der Vizemeister TuS Traunreut hat trotz Platz zwei immer noch die Möglichkeit, über die Relegation gegen Wasserburg den Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen.

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Im ersten Saisondrittel ging es für beide Mannschaften zunächst mehr ab als auf. Nach einem verhaltenen Saisonstart verbesserten sich jedoch beide mit vielen guten Spielen, wobei Schönau immer besser als Traunreut stand. Weil die beiden Teams nach 25 Spielen nur zwei Punkte trennten, war das letzte Spiel so etwas wie ein Finale. Nach 1989, 2002, 2005 und 2010 war dies für die SG Schönau der fünfte Aufstieg in die heimische Eliteliga. Nur dem FC Bischofswiesen gelang 2008 das Gleiche, ehe das Riedherrnteam im Jahr 2013 wieder aus der Bezirksliga abgestiegen ist. Die SG Schönau wusste, dass ein Unentschieden zum Meistertitel reichen würde, doch auf ein Remis kann man nicht spielen.

Vom Anpfiff des Schiedsrichters Vinzenz Pfister vom SV Oberbergkirchen an erwies sich der TuS Traunreut als präsent und die Mannschaft zeigte, dass sie und ihre Fans nicht zum Verlieren angereist waren. Während die Gäste auf ein frühes Tor drängten, agierte die SG Schönau noch etwas abwartend, schließlich reichte ja der Tabellenstand zum Meistertitel. Nachdem Traunreut sein erstes Pulver verschossen hat, kam die SG durch Markus Lochner zu einer ersten Möglichkeit, die jedoch der starke Traunreuter Schlussmann Christopher Mayer vereitelt hat. Doch bereits in der 18. Minute sorgte der großartig kämpfende Markus Lochner mit dem 1:0 für das Wunschergebnis. In der Folge hatte es nicht den Anschein, als ob Traunreut die SG Schönau ernsthaft gefährden könnte. Aber durch einen doppelten Abwehrfehler der SG kam der TuS Traunreut in der 37. Minute durch Matthias Raue zum 1:1-Ausgleich und alles war wieder offen. Bis zum Halbzeitpfiff passierte nichts mehr Besonderes, Traunreut war bemüht, aber die Schönauer Abwehr stand jetzt sicher.

Das Match wogt hin und her

Die Traunreuter Spieler versuchten alles, um durch viel Bewegung mit und ohne Ball die Schönauer Abwehr zu knacken. Doch die Platzherren kämpften ebenfalls mit größtem Einsatz und griffen früh an, sodass Traunreut im Spielaufbau Probleme hatte. In der 55. Minute hatte der Gast nach einem Eckball Glück, als das 2:1 der SG in der Luft gelegen ist. Der offene Schlagabtausch setzte sich fort, die Chancen häuften sich jetzt auf beiden Seiten. In der 63. Minute setzte Aydin-alp zu einem Seitfallzieher an, der am Schönauer Tor vorbei strich. In der 65. Minute erkämpfte Lochner den Ball an der Grundlinie. Doch der Schiedsrichter, der aus seinem Blickwinkel keine Chance hatte, die Situation zu erkennen, glaubte dem Traunreuter Torhüter, der auf Aus monierte. Damit war eine Riesenchance der SG vertan.

Auf der anderen Spielfeldseite stand gleich wieder SG-Schlussmann Christian Thurner im Brennpunkt des Geschehens. Nur einmal war Thurner nicht im Bilde, ansonsten zeigte er eine Topleistung und beherrschte sein Territorium. In der 70. Minute hatten die Gäste wiederum Glück, als sich Sebastian Wessels und Stefan Weinbuch über die linke Seite durchgesetzt hatten, aber im letzten Moment noch abgefangen wurden. Auch nach einem Freistoß von Toni Hölzl verfehlte der aufgerückte Außenverteidiger Lukas Klaus den Ball denkbar knapp (68.). Traunreut warf nun alle Kräfte nach vorne und wollte unbedingt das 2:1.

Schönau stand unter Druck, doch immer wieder setzten die schnellen Schönauer Offensivkräfte zu Kontern an, bei denen Traunreut Riesenglück hatte, nicht den finalen Treffer einzufangen. In der 85. Minute hatte Weinbuch das 2:1 auf dem Fuß, doch der Traunreuter Torhüter klärte mit einer nicht astreinen Aktion die prekäre Situation. In der 91. Minute hatte der gerade eingewechselte Dominik Meyer die Riesenchance, alles klar zu machen. Meyer hatte den Torhüter schon ausgespielt, geriet aber in einen spitzen Winkel und zirkelte den Ball um Zentimeter am Kreuzeck vorbei. Er hätte auch auf Wessels spielen können, der alleine vor dem Tor lauerte. Daraufhin mischte sich auch noch der Traunreuter Torhüter ins Angriffsspiel seiner Vorderleute ein. Doch die Schönauer Abwehr hielt. Nach 92 Minuten war Schluss und die SG Schönau ging zu den Feierlichkeiten über.

Grenzenlose Freude

Nach dem Abpfiff feierten Spieler, Trainer, Vereinsführung und viele Zuschauer den tollen Erfolg. Trainer Thomas Meissner sah seine Arbeit bestätigt. Nachdem die SG Schönau in der letzten Saison nur durch eine Erfolgsserie den Abstieg abgewendet hatte, war die Mannschaft verunsichert, was auch die beiden Heimniederlagen gegen Kay und Tittmoning ausgedrückt haben. Doch danach entstand ein Kollektiv, das schließlich zum großen Erfolg geführt hat. Meissner hatte schon seit Wochen die Devise: »Wir sind Erster und möchten dies auch bleiben.« Trotzdem war sich der Erfolgscoach auch bewusst, dass dies gegen die starke Traunreuter Mannschaft hätte schief gehen können.

Nach der Ehrung gingen die Schönauer geschlossen ins Traunreuter Lager und wünschten dem Team alles Gute für die Relegation. Spielgruppenleiter Bernd Schulz ehrte die Schönauer und überreichte Mannschaftskapitän Toni Hölzl die Trophäe, die Hölzl an seine Spieler weiter gegeben hat. Stefan Lochner und Manfred Widl hatten für Erfolgstrainer Tom Meißner noch eine Überraschung bereit. Auch Mannschafts-Medizinmann Rudi Lorenz konnte stolz sein, das Team ohne größere Verletzungen durch die Saison gebracht zu haben. Vereinsboss Thomas Janzen gratulierte, ebenso wie Bürgermeister Hannes Rasp, der als Lohn und Anerkennung für die nächste Saison eine Stadionuhr versprochen hat.

Janzen dachte jedoch auch an die Gäste, die natürlich tief enttäuscht waren. Ihnen wünschte er viel Glück in der Relegation und dass sie der SG Schönau in die Bezirksliga folgen mögen. Unter den 700 Zuschauern waren neben dem ersten Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee auch der Zweite, Richard Lenz, mehrere Gemeinderäte und viele Bürger, die der Mannschaft großen Rückhalt gegeben hatten. Sogar der große Gönner der SG Schönau Fedor Radmann war extra aus der Schweiz angereist, um beide Schönauer Mannschaften an diesem Tag zu unterstützen. Ein Sonderlob verdiente sich auch Stadionchef Wolfgang Fegg, der den Rasen in einen wembleyähnlichen Zustand gebracht hat.

SG Schönau: Christian Thurner; Lukas Laue, Sebastian Rabenbauer (76. Andreas Angerer), Daniel Widl, Lukas Klaus, Korbinian Burger, Stefan Weinbuch, Toni Hölzl, Daniel Maier, Sebastian Wessels, Markus Lochner (76. Dominik Meyer).

Mehr Bilder vom Spiel gibt es online in der Mediengalerie unter www.berchtesgadener-anzeiger.de Christian Wechslinger